Flugausfälle

Was Griechenland-Reisende zum Streik wissen müssen

Die griechischen Fluglotsen wollen heute für zwölf Stunden streiken. Wie deutsche Veranstalter reagieren, was ein Reiserecht-Experte im Falle von Flugausfällen rät.

Der Streik in Griechenland hat auch die Flugpläne der deutschen Airlines durcheinandergewirbelt. Da die griechischen Fluglotsen sich an dem Ausstand beteiligten, strichen die Gesellschaften zunächst alle für Mittwoch und Donnerstag vorgesehenen Flüge von und nach Griechenland.

Nachdem die Fluglotsen aber am Mittwochmittag die Arbeit wieder aufnehmen wollten, versuchten auch die Airlines, zumindest einige der geplanten Flüge anzubieten.

Besonders am Vormittag kam es durch den Streik zu Änderungen in den Flugplänen auf deutschen Flughäfen. In Nordrhein-Westfalen, wo am Wochenende die Herbstferien beginnen, wurden am Mittwoch mehrere Flüge auf Donnerstag verlegt.

Auch in Hamburg, Hannover und Bremen wurden nach Angaben ihrer Sprecher mehrere Flüge zu griechischen Ferienzielen verschoben. Auf dem größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main wurden nach Angaben einer Sprecherin bis Mittwochmittag 15 Griechenland-Flüge abgesagt.

Lufthansa fliegt wieder ab Donnerstag, Air Berlin ab Freitag

Bereits am Donnerstag sollten alle planmäßigen Flüge der Lufthansa nach Griechenland wieder normal verkehren, wie eine Sprecherin der Gesellschaft mitteilte. Schneller könne man aufgrund der nötigen Dispositionen für Besatzungen und Maschinen nicht reagieren. Durchschnittlich fliege die Lufthansa pro Tag 14 Mal nach und von Griechenland und zurück.

Die zweitgrößte Fluggesellschaft Air Berlin nimmt ihre Flüge nach Griechenland nach Angaben einer Sprecherin erst wieder am Freitag auf. Air Berlin hatte alle für Mittwoch und Donnerstag geplanten Flüge vorverlegt oder verschoben. Da man umfänglich mit Reiseveranstaltern zusammenarbeite, könne der Flugplan nicht schneller wieder aufgenommen werden.

Germanwings versucht nach eigenen Angaben, alle geplanten Flüge pünktlich durchzuführen. Zwei Griechenland-Flüge würden dennoch verschoben.

Griechenland-Urlauber müssen umplanen

Bei TUI sind nach Unternehmensangaben rund 6000 Gäste betroffen, die am Mittwoch und Donnerstag fliegen woll(t)en. Alle Flüge würden erst nach Beendigung des Streiks in den griechischen Ferienzielen landen, erklärte TUI. Die Gäste würden über die geänderten Flugzeiten informiert. TUI empfiehlt den Urlaubern zudem, sich im Internet oder im Reisebüro auf dem Laufenden zu halten ( www.tui.com und www.tuifly.com ). Zusätzlich ist ab sofort eine Kundenhotline unter der Telefonnummer 0511/567 80 00 (bis 22:00 Uhr bis einschließlich Mittwoch) geschaltet.

Bei den Veranstaltern der Thomas-Cook-Gruppe mit der Hauptmarke Neckermann sind nach Unternehmensangaben rund 3000 Gäste betroffen. Die zum Konzern gehörende Fluggesellschaft Condor erstellte ebenfalls einen Ersatzflugplan, ebenso wie Germanwings. Die Fluggesellschaft teilte mit, betroffene Passagiere könnten rund um die Uhr den Status Ihres Fluges im Internet einsehen.

Alle Gäste hätten die Möglichkeit, sich unter der Hotline 01805/67 33 04 oder 01805 / 67 33 05 (14 ct./Min. aus dem dt. Festnetz, Mobilfunk max. 42 ct./Min.) von 9 - 20 Uhr zu informieren. Außerdem stünden Mitarbeiter von Thomas Cook an den Thomas Cook Flughafen-Serviceschaltern für Fragen zur Verfügung.

Alle Gäste, die am 19. oder 20. Oktober einen Flug von Griechenland nach Deutschland haben, werden über die Reiseleitung informiert, ob sich der Rückreisetermin verändert.

Bei der FTI Group heißt es, man sei mit allen betroffenen Gästen in Kontakt, um eine kulante Lösung zu finden: Die Kunden würden direkt vom Reiseveranstalter oder der Reiseleitung über alternative Flugmöglichkeiten informiert – etwa über spätere Abflüge am Donnerstag oder Freitag – vorgeschlagen. Die FTI Group stelle den betroffenen Pauschal-Gästen zusätzlich benötigte Hotelzimmer kostenlos zur Verfügung beziehungsweise erstatte die Kosten für nicht genutzte Nächte zurück.

Auch Germanwings fertigte einen Ersatzflugplan für den Fluglotsenstreik an. Die Fluggesellschaft teilte mit, dass Landungen in und Flüge von Griechenland wohl erst wieder nach Ende der Streiks stattfinden könnten. Die Gäste würden über die neuen Abflugzeiten informiert. Betroffen seien fünf Hin- und Rückflüge von Stuttgart nach Thessaloniki und Kavala sowie von Köln nach Athen und zweimal nach Thessaloniki. Rund um die Uhr könnten betroffene Gäste zudem den Status Ihres Fluges im Internet einsehen (Call Center: 0900-19 19 100, 0,99 Euro / Minute aus dem Festnetz der Dt. Telekom - Mobilfunktarife können abweichen..

Papandreou rief seine Landsleute auf, nicht mehr zu streiken. „Wenn wir das Land zersetzen, werden wir nicht das Geld finden, um Löhne und Renten zu zahlen“, warnte er seine Landsleute in einer Rede im Parlament in Athen. Seine Regierung werde dem Druck der Streiks standhalten.

Bei Flugausfall kostenlos umbuchen

Fällt wie jetzt in Griechenland fluglotsenbedingt ein Flug aus, können betroffene Passagiere eine kostenlose Umbuchung verlangen. Laut der EU-Fluggastrechte-Verordnung müsse die Fluggesellschaft eine Ersatzbeförderung bereitstellen, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Das könnten im Notfall auch Bus oder Bahn sein.

Das Recht auf eine kostenlose Umbuchung haben Reisende laut Degott unabhängig davon, ob Passagiere nur den Flug oder eine Pauschalreise gebucht haben. Fällt der Heimflug aus, habe die Fluggesellschaft eine zusätzliche Verpflichtung: „Denn das geht ja nicht mehr an diesem Tag, weil der ganze Luftraum dicht ist. Dann muss die Fluggesellschaft auch eine Unterkunft zahlen, bis der neue Flug kommt“, erklärt der Experte.

Falls der Hinflug ersatzlos ausfällt, dürfen Betroffene auf ein anderes Urlaubsziel umbuchen, oder sie erhalten ihr Geld zurück. Auch Individualtouristen erhalten dann den Flugpreis zurück oder können auf einen anderen Flug umbuchen.

Urlauber haben bei einem Streik aber keinen Anspruch auf eine Entschädigung für einen ausgefallenen Flug, wie sie die EU-Flugastrechte-Verordnung in anderen Fällen vorsieht. Denn bei Streiks handele es sich um höhere Gewalt, erklärt Degott. Das gelte immer, wenn ein Ereignis von außen kommt, nicht vorhersehbar ist und die Durchführung der Reise unmöglich macht. Je nach Dauer der Verzögerung haben Pauschalurlauber aber die Chance auf eine Minderung des Reisepreises.