Ein Rügen-Wochenende außerhalb der Städte und berühmten Strandorte beginnt sozusagen gleitend – auf der steilen, vielfach geschwungenen blauen Mega-Rutsche in jener Therme, das dem Jasmar Resorthotel angeschlossen ist.

Ein Fensterpanorama der umliegenden Gegend, von Palmen flankiert, während man in der riesigen Badelandschaft rutscht oder schwimmt, es sich im Whirlpool gemütlich macht, mit seinen Kids in der Kinderecke plantscht oder im Spa-Bereich eine der diversen Massagen nimmt. Doch das ist nur das Vorprogramm, ein „Fit for History“.

Das Schmuckstück des neuen Resorts am Eingang des Nationalparks Jasmund ist ein restauriertes Gutsherrenhaus, das sechs Suiten, eine Sauna und ein Gourmet-Restaurant beherbergt.

Die Umgebung hat ebenso einiges zu bieten. Also gleich aufs Fahrrad gestiegen oder sich zu Fuß auf den Weg gemacht ins nahe gelegene Kreidemuseum Gummanz, wo die Geschichte des „weißen Goldes“, der Kreide, spannend erzählt wird. Es ist europaweit das mit dieser Thematik einzige und multimedial-modern ausgestattete Museum.

Wie schön ist es, dann draußen vor den von grünen Bäumen gerahmten Kreidefelsen zu stehen und nun ansatzweise zu verstehen, dass sich der Raum Rügen vor etwa 67 Millionen Jahren an einer Meerstraße zwischen dem heutigen Südschweden und dem Harz befunden hatte und es hier zu jenen Kalkstein-Ablagerungen gekommen war, für die ab der Romantiker-Zeit und Caspar David Friedrichs Bildern Rügen weltberühmt werden sollte.

Und wie still es ist auf dem Freiluft-Areal, wo keine Touristenmassen stören! Sogar die unförmigen Gerätschaften, mit denen hier bis ins Jahr 1962 Kreide abgebaut wurde, bekommen einen spröden Charme.

Schon geht der Nachmittag langsam in den Abend über. Zeit also für ein kräftigendes Menü – etwa saftig gebratenen Ostseezander oder ein Häppchen von der internationalen Karte im Restaurant „Hofküche“. Auf italienische Spezialitäten hat sich das Restaurant „L’Osteria“ konzentriert. Im Anschluss folgt das Flanieren unterm Sternenzelt. Der leichte, würzige Wind, der durch die Kiefern weht, kommt unverkennbar von der nahen Ostsee oder dem Jasmunder Bodden.

Der Blick vom Zimmerbalkon ist eine Art visueller Digestif: Ein sternengesprenkelter Teich auf nächtlicher Wiese, die in weite Felder übergeht und in einen Horizont, wo sich schließlich Meer und Himmel treffen.

Heli, Reiten oder Radeln

Der nächste Morgen beginnt mit Schwimmen – und der Frage, was erobert werden soll. Die anderthalbstündige Helikopter-Tour zum Königsstuhl, dem berühmtesten Kreidefelsvorsprung, wird leider nur dienstags und das auch nur im Sommer angeboten. Für den Malkurs in der allen Kindern von vier bis zwölf Jahren offenen „Villa Kunterbunt“ sind wir zu alt und für einen Besuch im nahen Reiterhof Neddesitz zu unsportlich.

Also mieten wir uns vor der Therme Fahrräder. Wir geraten leicht ins Schwitzen, werden jedoch von den hübsch restaurierten Reetdach-Häuschen längs des Weges entschädigt – und kommen in Hagen an, wo wir dankbar den im 20-Minuten-Takt verkehrenden Shuttle-Bus besteigen.

Wie geht es weiter? Weder für zwei Einzelbesucher noch für Reisende mit Kindern ist der von 9 bis 19 Uhr geöffnete Aussichtsort am Königsstuhl preiswert: 15 Euro als Familien-Special. Die Alternative: Ein paar Meter unterhalb des Busplatzes die Holztreppe im Wald hinabgestiegen, die zum (Gratis-)Strand führt, und dann rechts und links Kreidefelsen, die man beinahe allein genießen kann.

Die Gischt perlt über die Steine am Strand, und beim Rückzug des Wassers beginnen wir zu sammeln: Steine und Muscheln in Keil- oder Herzform, schneeweiß wie die Felsen oder schwarz getupft. Bepackt steigen wir wieder nach oben und fahren mit dem Bus zurück nach Hagen – von dort führt ein Fahrradweg durch die Landschaft in 20 Minuten ins Hotel. Und der zweite Abend? Das eigentliche Hotelrestaurant für die Halbpensionsgäste überrascht mit seinem Büffet und der Bar. Sage keiner, Jasmund wäre keine Reise wert.

Die Teilnahme an der Reise wurde unterstützt vom „Jasmar Resort Rügen“. Unsere Standards der Transparenz und journalistischen Unabhängigkeit finden Sie unter www.axelspringer.de/unabhaengigkeit.