Die Polizei von Dominica , einer Insel der Kleinen Antillen in der östlichen Karibik, hat zwei Männer aus Kalifornien an Bord einer Kreuzfahrtschiffes festgenommen, wie das Nachrichtenportal Queer.de berichtet. Danach wurde den beiden Männern, die an einer Gay-Cruise von Atlantis Events teilnahmen, zunächst homosexueller Verkehr vorgeworfen.

Als die Männer später dem Haftrichter vorgeführt wurden, lautete der Vorwurf dann "öffentliche Entblößung". Eine Anklage wegen homosexueller Handlungen hätte zu lange gedauert, sagte der Polizeichef, Cyrille Carrette, gegenüber " Dominica News ".

Offenbar hatten sich Bewohner der Insel über das Verhalten der Passagiere beschwert. Was der konkrete Anlass war, der zur Festnahme führte, lässt viel Raum für Spekulationen. Fest steht nur, dass die beiden Männer sich schließlich schuldig bekannten und zu einer Geldstrafe von je 900 US-Dollar verurteilt wurden. Eine Gefängsnisstrafe blieb ihnen damit erspart.

Laut "Dominica News" löste der Vorfall auf der sonst so beschaulichen Insel eine grundsätzliche Debatte aus. Während sich ein Teil der Bewohner über das "unmoralische Verhalten" der Schiffspassagiere aufregte, sagten andere, man hätte die Insulaner zumindest vorwarnen müssen, bevor man ganze Busladungen nur männlicher Gäste an Land lasse.

In amerikanischen Blogs diskutieren Leser nun darüber, ob es sinnvoll und moralisch vertretbar ist, Kreuzfahrten in Regionen anzubieten, in denen Homosexualität noch verfolgt wird beziehungsweise die Gesellschaft als besonders homophob gilt.

nics