Fragen und Antworten

Was Griechenland-Urlauber nun wissen müssen

Griechenland steht kurz vor der Staatspleite. Kann man dort jetzt noch Urlaub machen? Bekommen Touristen Bargeld? Fragen und Antworten.

Kommen Touristen in Griechenland noch an Bargeld?

Trotz der geltenden Kapitalverkehrskontrollen in Griechenland sollen ausländische Besucher weiter unbegrenzt Geld an Automaten des Urlaubslandes abheben können. Die Einschränkungen würden nicht für Besucher aus dem Ausland gelten, wenn diese „mit einer in ihrem Herkunftsland ausgestellten Kreditkarte Transaktionen und Abhebungen“ vornehmen wollten, teilte die Regierung in Athen in der Nacht zu Montag mit.

Was rät das Auswärtige Amt deutschen Griechenland-Urlaubern?

Die Bundesregierung rät allen Griechenland-Reisenden, sich vorab mit ausreichend Bargeld zu versorgen. „In Griechenland kann es bei der Bargeldversorgung zu erheblichen Wartezeiten kommen, auch zu Engpässen beispielsweise bei der Ausstattung der Automaten mit Bargeld“, heißt es in einem weiterhin aktuellen Hinweis des Auswärtige Amts. Reisenden wird außerdem empfohlen, „sich zur Lageentwicklung über diese Reisehinweise und die Medien informiert zu halten“.

Was passiert eigentlich, wenn Griechenland pleite geht?

Das kann seriös niemand beantworten. Aber einige Experten gehen davon aus, dass Griechenland im Fall einer Pleite die Eurozone verlassen müsste. Dann müsste das Land eine neue Währung einführen, zum Beispiel wieder die Drachme. Aber der Staatsbankrott bedeutet nicht zwangsläufig einen „Grexit“, also das Ausscheiden aus dem Euro.

Welchen Einfluss hätte ein „Grexit“ auf eine Pauschalreise?

Die Auswirkungen wären wahrscheinlich eher gering. Ein Verlassen der Eurozone habe keine Auswirkungen auf die gebuchten Reisebedingungen, teilte Marktführer Tui mit. Touristische Leistungen wie Flüge, Hotels oder Bustransfers seien eingekauft und vertraglich abgesichert. Wer jetzt noch bucht, muss sich nicht sorgen: „Die veröffentlichten Preise gelten weiterhin.“ Gleiches gilt bei Thomas Cook: „Die Leistungsverträge mit den griechischen Hoteliers wurden schon vor längerer Zeit abgeschlossen. Die Preise stehen fest“, erklärte Unternehmenssprecher Christian Schmicke.

Könnte man nach einem „Grexit“ noch mit Euros bezahlen?

Wahrscheinlich ja. Experten rechnen damit, dass der Euro für eine gewisse Zeit weiter gültig wäre. „Selbst wenn Griechenland als Parallelwährung wieder die Drachme einführt, könnten Urlauber in dem Land vermutlich erst einmal weiter mit Euro bezahlen, wenn sie das wollen“, so Thomas-Cook-Sprecher Christian Schmicke. Auch Tourismusexperte Volker Böttcher von der Hochschule Harz in Wernigerode sagt: „Es ist unrealistisch, dass Urlauber mit ihren Euros plötzlich nichts mehr bezahlen können.“

Wie kann man sich auf einen möglichen „Grexit“ vorbereiten?

Travelex rät Griechenland-Urlaubern, ausreichend Bargeld für etwa drei bis fünf Tage mitzunehmen, falls der Kapitalverkehr im Land eingeschränkt wird. Auch Langzeiturlauber sollten noch einmal mehr Geld alsüblich mitnehmen. Wer all inclusive gebucht hat, braucht im Ernstfall außerhalb des Hotels ohnehin kaum Geld auszugeben.

Meiden die deutschen Urlauber jetzt Griechenland?

Danach sieht es nicht aus. Zwar zeigte sich der Verband der griechischen Tourismusunternehmen zuletzt besorgt. Doch die deutschen Veranstalter berichten von einer anhaltend guten Nachfrage. Eine Buchungszurückhaltung oder Ablehnung lasse sich nicht erkennen, ließ der Deutsche Reiseverband (DRV) in Berlin wissen. Die Zahl der Buchungen habe sich bei den deutschen Veranstaltern zwischen Januar und Mai auf dem sehr hohen Niveau des Vorjahres bewegt. Auch Flüge nach Griechenland werden weiter gerne gebucht.

Können Urlauber mit Mietwagen überhaupt tanken?

Die größte griechische Erdölgesellschaft Hellenic Petroleum ist wachsenden Sorgen über eine drohende Treibstoffknappheit entgegengetreten. Das Land verfüge für etliche weitere Monate über volle Reserven, teilte das Unternehmen am Sonntagabend mit. Auch die Versorgung der Raffinerien mit Rohöl sei gesichert. In ganz Griechenland hatten sich am Wochenende angesichts der Eskalation im Schuldendrama lange Schlangen vor Tankstellen gebildet.