Schwere Koffer

Große Preisunterschiede bei Übergepäck im Flieger

| Lesedauer: 3 Minuten

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/dpa

Die großzügigen Zeiten sind vorbei. Fast im Monatsrhythmus kündigen immer mehr Fluggesellschaften ihre neuen Regelungen an, wie sie mit Gepäck und Übergepäck umgehen. Besonders betroffen sind Nordamerika-Strecken und die Verbindungen von Billigfliegern. Doch es gibt einen Weg, bei Übergepäckgebühren zu sparen.

Es geht nicht nur um die Transatlantikflüge Richtung Nordamerika und Mexiko, für die bei Fluggesellschaften wie Air France, KLM, Lufthansa oder Air Berlin neuerdings veränderte Gepäckregelungen gelten, die vor allem den zweiten Koffer betreffen. Auch der Urlaubsflieger auf die Kanaren oder der Billigflug in eine europäische Metropole halten ein paar Fallen auf, wenn es um das leidige Thema Gepäck und Übergepäck geht.

Ryanair, Europas größte Billigfluggesellschaft, will im Juli und August die Gebühren für aufgegebene Koffer und Taschen erhöhen: Statt 15 Euro müssen Passagiere in den besonders gefragten Sommermonaten 20 Euro pro Strecke und Koffer zahlen. Ein Blick über den großen Teich macht die Dimension "Einnahmen aus Gepäckgebühren" deutlich: Im vergangenen Jahr nahmen amerikanische Airlines 2,7 Millionen Dollar allein durch Gebühren für Fluggepäck ein.

Doch man kann bei den Kosten für zusätzliche Reisekilos auch Geld sparen: Flugpassagiere, die ihre Freigepäckgrenze überschreiten, sollten nach Möglichkeit schon vor dem Abflug sogenannte Übergepäckpakete buchen. So ließen sich bis zu 50 Prozent der Kosten sparen, die sonst am Flughafen entstehen, erläutert die Zentrale Fluggastberatung in Ratingen.

Diese preiswertere Möglichkeit bieten mittlerweile fast alle bekannten deutschen Airlines an. Die Vorausbuchungsfristen der Fluggesellschaften für Übergepäck lägen je nach Unternehmen bei 8 bis 48 Stunden vor Abflug.

Grundsätzlich wichen die Übergepäckgebühren der in Deutschland startenden Fluggesellschaften um bis zu 400 Prozent voneinander ab – hier lohnt sich also ein Preisvergleich.

Übergepäckpakete gelten übrigens pro Person und Flugstrecke. Das heißt, wer zu Beginn des Urlaubs bereits viel mitnimmt, sollte an die Mitbringsel auf dem Rückflug, die das Gepäck schwerer machen, denken und entsprechend vorsorgen, rät die Fluggastberatung.

Die Preise für Übergepäckpakete von 5 Kilogramm in der Economy-Class unterscheiden sich, nach Angaben der Fluggastberatung, nicht deutlich. Sie liegen zwischen 25 Euro (z. B. Air Berlin, Condor) und 30 Euro (z. B. TUIfly) in der Kurz- und Mittelstrecke. Zu beachten sind aber die unterschiedlichen Vorausbuchungsfristen, die, je nach Airline, zwischen acht und 48 Stunden liegen.

Bei den so genannten Günstig-Airlines oder Billigfliegern wie Ryanair oder Easyjet kostet grundsätzlich jeder Koffer zusätzliches Geld. Durch direkte Buchung zum Ticket, beispielsweise im Internet, können Kunden auch hier Geld sparen: Wer erst am Check-In-Schalter die Mitnahme eines Koffers angibt, zahlt das Doppelte.

Ein weiterer Test ergab, dass Airlines bei wenigen Kilos mehr ihre Kunden nicht grundsätzlich zur Kasse bitten. Dies sei unter anderem abhängig von den Buchungszahlen und der Auslastung des Fluges, heißt es. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht.

( heg/dpa )