Sicherheit

60 neue Körperscanner für Amsterdamer Flughafen

Nach dem versuchten Anschlag eines Nigerianers auf ein US-Passagierflugzeug im Dezember schafft der Amsterdamer Flughafen Schiphol 60 neue Körperscanner an. An deutschen Flughäfen stößt eine rasche Einführung der Geräte zur Kontrolle von Passagieren dagegen noch auf Skepsis.

Der Amsterdamer Flughafen Schiphol kauft nach dem versuchten Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug, das von dort gestartet war, 60 neue Körperscanner. Nach Angaben eines Airport-Sprechers würden 20 Scanner der neuen Gerätegeneration bereits in Kürze geliefert und zunächst für die Abfertigung von Flügen in die USA genutzt. Sie sollen zusätzlich zu 16 älteren Scannern eingesetzt werden, die in Schiphol bereits seit Monaten getestet werden.

In Schiphol war es am ersten Weihnachtsfeiertag einem Nigerianer gelungen, in der Unterhose versteckten Plastiksprengstoff an Bord eines US-Passagierflugzeugs zu schmuggeln. Ein Bombenanschlag beim Landeanflug auf Detroit wurde in letzter Minute durch beherzte Passagiere verhindert. Amsterdam hatte unmittelbar danach beschlossen, rasch Scanner-Kontrollen einzuführen.

Die 60 neuen Scanner kosteten „etliche Millionen Euro“, erklärte Schiphol-Direktor Jos Nijhuis. Er hoffe, dass der niederländische Staat diese Kosten übernehme, da es „um die Sicherheit der ganzen Gesellschaft“ gehe. „Sonst wird das am Ende auf die Passagiere umgeschlagen werden“, sagte Nijhuis. Bereits jetzt gebe der Airport 240 Millionen Euro pro Jahr für die Sicherheit aus.

Zugleich wies Nijhuis Berichte Londoner Boulevardzeitungen zurück, die Schiphol als „Terroristen-Flughafen“ bezeichnet hatten. Sie hatten berichtet, einer ihrer Reporter habe wenige Tage nach dem versuchten Anschlag auf die Detroit-Maschine in Amsterdam problemlos eine gefüllte Diabetes-Spritze durch alle Kontrollen an Bord eines Flugzeugs nach London gebracht. Derartige Berichte „zeugen nicht von Sachkenntnis“, sagte Nijhuis.

Flughäfen gegen rasche Einführung

Bei deutschen Flughäfen stößt eine rasche Einführung von Körperscannern zur Kontrolle der Passagiere auf Skepsis. Ralph Beisel von der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) wandte sich in Berlin gegen die „vorschnelle Einführung einer unreifen Technologie“. Über kurz oder lang würden an den Airports Körperscanner zum Einsatz kommen, versicherte Beisel. Die derzeit in der Entwicklung befindlichen Geräte erfüllten jedoch noch nicht alle Vorgaben bezüglich Wahrung der Intimsphäre und Erhöhung der Sicherheit.

Weitere Informationen dazu finden Sie auf der Homepage des Flughafenverbandes