Morgenpost Online: In zwei Monaten starten die Olympischen Spiele in Peking. 2008 muss ein Boom-Jahr für den China-Tourismus sein.

Marcel Schneider: Leider nein. Wir sind von einem Boom ausgegangen. Vor allem, weil die Nachfrage 2007 extrem stark war. Im Vergleich zu 2006 ist sie um etwa 50 Prozent gestiegen.


WELT ONLINE: Woran liegt der Einbruch?


Marcel Schneider: Der Fackellauf, die Verschärfungen der Visa-Vorschriften, das Erdbeben, all das sind schlechte Rahmenbedingungen für ein gutes Tourismusgeschäft. Außerdem schreckt das Großereignis die Freizeittouristen eher ab.


WELT ONLINE: Wird das langfristige Folgen für den China-Tourismus haben?


Marcel Schneider: Wenn die Olympischen Spiele gut laufen, rechne ich trotzdem mit einem guten China-Geschäft Ende dieses Jahres und im nächsten Jahr. Der China-Boom sollte auch für die Folgejahre anhalten.


WELT ONLINE: Wie wirken sich die Unruhen auf den Tourismus in Tibet aus?


Marcel Schneider: Für das Image des Landes ist es schlimm. Das Geschäft steigt trotzdem. Tibet lag bisher immer unter 10 Prozent im China-Tourismus. Jetzt steigt die Nachfrage.

Morgenpost Online: Hat sich China durch die Olympischen Spiele verändert?


Marcel Schneider: China ist nicht offener geworden. Auch wenn Peking für die Olympischen Spiele herausgeputzt wurde, wie eine Braut bei ihrer Hochzeit.