Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) hat die frühe Absage eines Olympiaboykotts wegen der gewaltsamen Unterdrückung der Unruhen in Tibet kritisiert. „Es war unnötig, so früh zu sagen, dass es keinen Boykott geben soll“, sagte Koch Morgenpost Online. „Ich finde auch, dass das Stattfinden der Olympiade eine größere Chance für die tibetische Sache ist als der Boykott. Aber es gibt eine kritische Grenze. Nach der Niederschlagung der Demokratiebewegung auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 hätte man keine Olympiade machen können“, sagte Koch.


Koch, der seit Jahren eng mit dem Dalai Lama befreundet ist, kündigte an, das geistliche Oberhaupt der Tibeter auch bei dessen Deutschland-Besuch im Mai zu treffen. „Bei dieser Reise des Dalai Lama steht die Religion im Mittelpunkt. Ich achte immer darauf, Religion und Politik zu trennen. Aber ich werde ihn in Bochum treffen“, sagte Koch Morgenpost Online weiter.

pm