Nach der Ermordung von zwei deutschen Krankenschwestern und einer koreanischen Lehrerin im Jemen hat das Auswärtige Amt eine Reisewarnung für bestimmte Provinzen des Landes ausgesprochen. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes heißt es, in Jemen bestehe ein erhebliches Risiko terroristischer Anschläge durch das Terrornetzwerk al-Qaida. In einzelnen Landesteilen komme es immer wieder zu aufflammenden Stammeskonflikten, und das Risiko einer Entführung sei dauerhaft hoch. Das Auswärtige Amt rät daher bei allen Reisen nach Jemen zu besonderer Vorsicht. Ausdrücklich gewarnt wird vor Einzelreisen über Land und vor Reisen in die Regionen Marib und Saada einschließlich angrenzender Bezirke. Die Reisewarnung bezieht sich aber nicht nur auf den Norden des Landes, wo sich die Entführung ereignet hat, sondern auch auf südliche Provinzen wie Abyan, Al-Jawf, Shabwa und Hadramaut.
Seit dem 12. Juni werden mehrere Ausländer, darunter auch Deutsche, vermisst, die sich in der Region Saada aufgehalten hatten. Am Montag hatten Hirten in einem Tal in Saada die Leichen von drei Frauen gefunden. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass es sich dabei neben einer Koreanerin auch um die beiden vermissten deutschen Krankenschwestern handelt. Die Todesumstände sind derzeit noch unklar. Auch über den Verbleib der übrigen sechs Ausländer gibt es bislang keine Gewissheit. Laut Außenminister Frank- Walter Steinmeier ist es wahrscheinlich, dass sich die weiteren fünf deutschen Vermissten – ein Ehepaar mit drei kleinen Kindern – „in den Händen von skrupellosen Gewalttätern befinden“. Ferner wird ein britischer Ingenieur vermisst, der wie alle anderen Entführten im Dschumhuri-Krankenhaus in Saada gearbeitet hatte.
Es ist noch nicht lange her, dass Touristen in Jemen bei einem terroristischen Attentat ums Leben kamen. So wurden am 15. März 2009 bei einem Selbstmordanschlag, der auf das Terrornetzwerk Al-Qaida zurückgeht, bei Shibam (Provinz Hadramaut) vier Touristen aus Südkorea und ein jemenitischer Reisebegleiter getötet. Bei einem weiteren Selbstmordanschlag in der Nähe des Flughafens der Hauptstadt Sanaa am 18. März 2009 wurde der Attentäter getötet. Im Dezember 2008 und im Januar 2009 wurden mehrere deutsche Staatsangehörige in Jemen kurzzeitig entführt. Die Entführungen ereigneten sich in der Nähe der Hauptstadt Sanaa und bei Ataq (Provinz Shabwah). Zudem erstreckt sich die von Somalia ausgehende Gefahr von Piratenüberfällen auch auf die Gewässer vor der Küste Jemens.
dpa/nic




