Der größte deutsche Flughafen in Frankfurt wird voraussichtlich als einer der Ausweichflughäfen nach Schließung des Londoner Großflughafens Heathrow genutzt. Dies sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Thomas Uber. Welche Airlines dann Frankfurt ansteuern würden, stehe noch nicht fest. Am Vormittag waren am Frankfurter Flughafen 29 Flüge ausgefallen, nachdem der Luftraum in Teilen Großbritanniens und Skandinaviens wegen des Ausbruchs eines Vulkans auf Island gesperrt worden war. Betroffen waren Flüge nach Oslo, Stavanger, London, Dublin und Manchester.

Der Vulkan unter dem Eyjafjalla-Gletscher hatte zuvor riesige Mengen Asche in die Luft ausgestoßen. Von 12.00 bis mindestens 18.00 Uhr (19.00 Uhr MESZ) dürften keine Maschinen mehr über Großbritannien fliegen, teilte die britische Flugüberwachung NATS auf ihrer Webseite mit. Ausnahmen gebe es nur in Notfällen. Alle Londoner Flughäfen wurden am Mittag geschlossen, darunter Heathrow, einer der wichtigsten Flughäfen der Welt und ein internationales Drehkreuz. Schon am Morgen hatten alle Flughäfen in Schottland dicht gemacht, zahlreiche Flüge an anderen Airports fielen aus.

Die deutsche Fluggesellschaft Air Berlin musste bisher nur wenige Flüge wegen der Aschewolke streichen. Abgesagt wurden alle Flüge nach London, weil der dortige Flughafen gesperrt wurde, sagte eine Sprecherin von Air Berlin. Das betreffe aber andere deutsche Standorte als Berlin, weil es von hier keinen Direktflug in die britische Hauptstadt gebe. In Berlin selbst sei bis 12.30 Uhr nur der Flug nach Oslo und zurück gestrichen worden, weil Norwegen seinen Luftraum komplett geschlossen habe.

Die Deutsche Flugsicherung in Frankfurt/Main wies inzwischen Angaben der europäischen Flugsicherungsbehörde Eurocontrol zurück, dass Teile des deutschen Luftraums wegen des Ascheregens geschlossen würden. „Der deutsche Luftraum ist derzeit unbeeinträchtigt“, sagte Sprecherin Ute Otterbein in Langen bei Frankfurt. Es werde am Nachmittag aber weitere Besprechungen geben.

dpa/nic