Reise stornieren

Was Thailand-Urlauber jetzt wissen müssen

Das "Land des Lächelns" kommt nicht wirklich zur Ruhe. Wer vorhatte, Thailand in den kommenden Tagen zu bereisen, sollte diese Hinweise einer Verbraucherschützerin beherzigen. Pauschalurlauber haben jetzt gute Karten. Auch wenn Veranstalter und Fluggesellschafter kaum reagieren.

Nach den jüngsten Unruhen in Thailand dürfen Pauschalurlauber nach Einschätzung von Experten jetzt Bangkok-Reisen kostenlos stornieren.

„Wer in den nächsten Tagen dorthin fliegen wollte, kann sich dabei auf höhere Gewalt berufen“, sagte die Juristin Bettina Dittrich von der Verbraucherzentrale Sachsen am Dienstag. Denn Pauschalreisenden stehe ein Kündigungsrecht zu, wenn eine Reise wegen unvorhersehbarer höherer Gewalt erheblich gefährdet wird.

Dafür sei bereits ein verschärfter Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes ein Indiz. Das Ministerium rät derzeit, von nicht notwendigen Reisen nach Bangkok abzusehen.

Allerdings hat das Auswärtige Amt keine Reisewarnung für Thailand insgesamt ausgegeben. Ein Anspruch auf kostenloses Stornieren bestehe daher nur für Städtetrips nach Bangkok und Reisen in Teile der Nachbarprovinzen, in denen der Notstand von der thailändischen Regierung ausgerufen wurde, erläuterte Dittrich. „Wer also in den Süden zum Beispiel nach Phuket fliegt, für den gilt das nicht.“ Reisen Urlauber ohne Umweg über Bangkok zu der Ferieninsel, seien sie von den Unruhen derzeit nicht betroffen.

Individualurlauber haben Dittrich zufolge schlechte Karten, wenn sie wegen der Auseinandersetzungen einen Bangkok-Flug kostenfrei umbuchen oder stornieren wollen. „Ein Sonderkündigungsrecht haben in solchen Fällen nur Pauschalreisende. Alle anderen sind auf die Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen.“

Ob der Ticketpreis beim Stornieren erstattet wird, müssten Individualurlauber in den jeweiligen Geschäftsbedingungen ihrer Airline prüfen. „Gerade bei Billigflügen ist das leider oft nicht der Fall“, sagte Dittrich. Steuern und Gebühren bekämen Urlauber beim Stornieren aber in jedem Fall zurück.

Veranstalter lassen Bangkok-Programme unverändert

Wegen der Entspannung der Lage in Bangkok lassen große deutsche Reiseveranstalter ihre Programme in der thailändischen Hauptstadt unverändert. Am Ostermontag hatte die TUI zunächst angekündigt, dass sich Bangkok-Reisende unter bestimmten Umständen bis zum 19. April umbuchen lassen können. Das sei nun nicht mehr möglich, erklärte TUI-Sprecher Michael Blum am Dienstag in Hannover.

Vom Mittwoch an soll auch das Ausflugsprogramm in Bangkok wieder aufgenommen werden. Am Wochenende war es in der Stadt zu Straßenschlachten gekommen, bei denen zwei Menschen starben. Am Dienstag zogen die Demonstranten aus dem Regierungsviertel wieder ab.

Auch die Veranstalter Dertour und Meier’s Weltreisen sowie die Marken von Thomas Cook (Neckermann, Thomas Cook Reisen) sehen keinen Anlass, ihre Bangkok-Programme aufgrund der innenpolitischen Lage zu ändern. Möglichkeiten für Umbuchungen und Stornierungen werden nicht geboten. Allein mit Dertour und Meier’s sind laut Sprecherin Angela de Sando in Frankfurt in dieser Woche rund 1300 Urlauber in Bangkok. Bei Thomas Cook waren für Dienstag und Mittwoch nur 18 Anreisen nach Bangkok geplant. Die meisten Thailand-Gäste des Konzerns reisten direkt nach Phuket, so Sprecherin Nina Kreke in Oberursel (Hessen).

Die Urlauberhochburg im Süden war von den Unruhen nicht betroffen. Das Auswärtige Amt hat seinen Sicherheitshinweis zu Thailand am Dienstag wieder etwas abgeschwächt. Jetzt heißt es darin nicht mehr, dass von „nicht notwendigen Reisen nach Bangkok“ abgesehen werden sollte. Allerdings rät das Ministerium weiterhin dringend dazu, Menschenansammlungen und Demonstrationen in Bangkok zu meiden.

Noch keine Auswirkungen auf Flüge nach Thailand

Die Unruhen in Bangkok wirken sich bisher nicht auf das Reisegeschäft mit Thailand aus. Die Fluggesellschaften Lufthansa und Thai Airways fliegen weiterhin täglich von Frankfurt in die thailändische Hauptstadt.

„So kurzfristig spüren sie die Auswirkungen nicht. Stornierungen gibt es nicht. Und ob die Buchungen einbrechen, merken wir erst in ein paar Wochen“, sagte Amelie Lorenz, Sprecherin der Lufthansa AG. Sie glaube aber nicht an einen Buchungsrückgang. Schließlich gebe es Hinweise, dass sich die Lage beruhige.

Vereinzelte Umbuchungen gab es bei Thai Airways. „Diese Kunden fliegen nun später nach Thailand als ursprünglich geplant. Das sind aber nur ganz wenige“, sagte ein Sprecher von Thai Airways.

( Die aktuellen Sicherheitshinweise das Auswärtigen Amts )