Vor zu hohen Erwartungen an die Ferienzeit hat der Kurseelsorger Georg Hillenkamp gewarnt. Viele Menschen erhofften von ihrem Urlaub, dass dieser alle ihre Wünsche erfüllen werde, sagt er.
„Ehe, Familienleben, Partnerschaft, Sexualität – in den Ferien soll all das plötzlich wunderbar funktionieren, was im Alltag allzu oft eben nicht mehr funktioniert.“ Dies sei eine Überforderung, die immer wieder zu Krisen führe.
In solchen Fällen könne die Seelsorge wertvolle Hilfestellung leisten, so Hillenkamp. Sie biete den Urlaubern eine pastorale Wegbegleitung an. In der arbeitsfreien Zeit seien die Menschen meist offener und gesprächsbereiter als zu Hause.
„Dies liegt zum einen daran, dass sie in den Ferien von der Last und den Normen des Alltags befreit sind und sich damit stärker mit ihrer persönlichen Situation beschäftigen können“, betonte der Seelsorger.
Zum anderen können sich Urlauber laut Hillenkamp an einen Seelsorger wenden, den sie nach den Ferien nicht wiedersehen. „Die eigenen Probleme und Sorgen zu thematisieren, erfordert sehr viel Mut. Und den bringen viele Menschen eben eher gegenüber jemandem auf, der nicht zu ihrem privaten Umfeld zählt.“
Allerdings könne die Urlaubsseelsorge die Probleme nicht lösen, sondern nur Wege zu deren Lösung aufzeigen, so Hillenkamp.
KNA/heg





