Eigenheim

Schulden tilgen mit Riester-Förderung

Ab 2014 können mehr Hauseigentümer als bisher die Riester-Förderung nutzen, um Schulden zu tilgen. Das ist oft besser als auf eine Riester-Rente zu sparen.

Ab 2014 können viel mehr Hauseigentümer als bisher die Riester-Förderung nutzen, um Schulden schnell zu tilgen. Das dürfte oft besser für sie sein, als auf eine Riester-Rente zu sparen, sagt die Stiftung Warentest in der aktuellen Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest. Vor allem diejenigen, die schon in den eigenen vier Wänden wohnen, profitieren von den neuen Förderregeln.

Eigentümer, die einen Riester-Vertrag haben, können ihr angespartes Guthaben künftig jederzeit für die Entschuldung ihrer Immobilie verwenden. Bisher mussten sie damit bis zum Rentenbeginn warten.

Jeder Eigentümer, der Anspruch auf die staatliche Förderung hat, kann für seine Anschlussfinanzierung auf ein Riester-Darlehen umsteigen. Das durften zuvor nur diejenigen, die ihre Immobilie 2008 oder später gebaut oder gekauft haben. Ab 2014 dürfen Eigenheimbesitzer das Riester-Vermögen auch für den altersgerechten Umbau verwenden.

Altverträge zur Entschuldung nutzen

Egal, ob Riester-Sparer eine Rentenversicherung, einen Bank- oder einen Fondssparplan abgeschlossenen haben: Wenn sie mindestens 3 000 Euro gespart haben, können sie schon ab Januar das Geld aus dem Vertrag nehmen, um damit Schulden für ihre Wohnung zu tilgen.

Tilgen statt sparen – das wird sich meist lohnen. Viele Riester-Verträge werfen derzeit nur eine magere Rendite ab – viel weniger, als Kreditnehmer für ihre Finanzierung an Zinsen zahlen müssen. Für die Hauseigentümer ist es daher am besten, wenn sie erst ihre Schulden tilgen, bevor es an den Aufbau einer zusätzlichen Geldrente geht.

Dazu ein Beispiel: Ein Hauseigentümer hat einen Riester-Vertrag mit 10 000 Euro Guthaben. Lässt er das Geld stehen, würde es bei einer Sparrendite von 2 Prozent in den nächsten 20 Jahren einen Ertrag von 4 860 Euro abwerfen. Tilgt er damit ein Baudarlehen mit einem Effektivzins von 3,5 Prozent, spart er in 20 Jahren rund 9 900 Euro Kreditzinsen. Der Umstieg vom Sparen zum Tilgen bringt ihm langfristig einen Vorteil von mehr als 5 000 Euro.

Anschlusskredit mit Riester-Zulagen

Viel mehr Eigentümer als bisher haben künftig auch die Chance, die Riester-Förderung für ihre Anschlussfinanzierung zu nutzen. Endet die Zinsbindung ihres Darlehens, können sie auf ein zertifiziertes Riester-Darlehen einer Bank oder Bausparkasse umschulden. Für die Kredittilgung erhalten sie dann die gleichen Zulagen und Steuervorteile wie für einen Riester-Sparvertrag oder eine Riester-Rentenversicherung.

Riester-Darlehen können Eigentümer künftig unabhängig davon aufnehmen, wann sie ihre Immobilie gebaut oder gekauft haben. Wichtig bleibt aber, dass sie das ursprüngliche Darlehen für den Bau oder Kauf und nicht etwa für eine Modernisierung aufgenommen haben.

Ihren Riester-Vertrag können Haus- und Wohnungskäufer künftig auch als Spardose für einen altersgerechten Umbau nutzen. Zu den anerkannten Umbauten gehören zum Beispiel die Installation einer bodengleichen Dusche, der Abbau von Schwellen und der Einbau von breiteren Türen, Rampen, Treppenliften und Notrufsystemen.

Finanztest-Tipps

Riester-Vertrag: Sie haben ein Eigenheim oder schaffen sich gerade eines an? Dann nutzen Sie Ihr bereits angespartes Riester-Vermögen zur Schuldentilgung oder als Eigenkapital für Ihre Finanzierung. Damit sparen Sie in aller Regel mehr Zinsen, als Sie zum Beispiel mit Ihrer Riester-Rentenversicherung oder Ihrem Riester-Banksparplan erzielen können.

Riester-Darlehen: Sorgen Sie dafür, dass auch Ihre weitere Riester-Förderung ins Eigenheim fließt. Wenn Sie für Ihre Neufinanzierung oder Ihren Anschlusskredit ein Riester-Darlehen aufnehmen, können Sie Zulagen und Steuervorteile schon von Anfang an für eine schnellere Schuldentilgung nutzen.

Weitere Informationen: Zeitschrift Finanztest 1/2014 und www.test.de/wohnriestern.