Gesundheit

Angehörige von Depressiven fühlen sich schuldig

Angehörige und Freunde stehen einem depressiven Menschen oft hilflos oder überfordert gegenüber. Jeder zehnte Angehörige fühlt sich sogar schuldig. Zwei Wochen lang können sich die Angehörigen jetzt telefonisch beraten lassen, wie sie mit dem Kranken umgehen und ihn unterstützen können.

Foto: dpa

Vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer Depression. Familienangehörige und Freunde stehen dann oft vor einer schwierigen und stark belastenden Situation, wenn ihnen nahestehende Menschen seelisch erkranken. Sechs von zehn Angehörigen fühlen sich angesichts der Erkrankung hilflos oder überfordert. Das ergab eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK). Ener von zehn Befragten sagte sogar, er habe selbst Schuldgefühle für die Krankheit entwickelt.

Die TK bietet Angehörigen eine Telefonsprechstunde zum Thema Depression an. Die Ärzte informieren beispielsweise über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Depression. Angehörige können sich beraten lassen, wie sie mit der Erkrankung ihres Partners, Kindes oder Freundes umgehen und diesen unterstützen können. Sie erhalten Hinweise, was ihnen selbst helfen kann, damit sie sich bei der Pflege des Patienten nicht selbst überfordern oder sogar in einen Burnout hineingeraten.

Unter Telefon 01802 / 85 00 85 beantworten die Experten vom 3. bis 16. Dezember 2007 täglich von 8 bis 20 Uhr die Fragen der Anrufer. Versicherte aller Krankenkassen können anrufen. Ein Anruf kostet ab sechs Cent pro Gespräch, abhängig vom Anbieter.

Auch Dialog per Tastatur möglich

Neben der Experten-Hotline bietet die TK im Internet mit ihrem so genannten "Patientendialog" auch ein interaktives System an, bei dem sich Angehörige und Betroffene online unter www.tk-online.de/arzt-patient über die Diagnose Depression und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten informieren können. Der Patientendialog hilft insbesondere eine anstehende Entscheidung über eine Behandlung oder Therapie vorzubereiten. Das Onlineangebot bietet verständliche Antworten zu Behandlungsmöglichkeiten an, die genau auf das individuelle Informationsbedürfnis zugeschnitten sind.

Die Nutzer "sprechen" im TK-Patientendialog mit einem virtuellen Experten und entscheiden selbst, welche Informationen sie abrufen möchten, zum Beispiel zur Arzneimitteltherapie bei depressiven Episoden oder psychotherapeutischen Behandlungsmöglichkeiten. Es besteht jederzeit die Möglichkeit, das "Gespräch" zu unterbrechen oder zu einem späteren Zeitpunkt fortzusetzen.