Mit Beginn der Hauptreisezeit bieten die Raststätten an den europäischen Autobahnen ein enttäuschendes Bild. Jede fünfte Autobahn-Raststätte ist beim diesjährigen europaweiten ADAC-Test durchgefallen. Die gute Nachricht: Deutschland schnitt noch am besten ab. „Medenbach Ost“ an der A 3 bei Wiesbaden erhielt als einzige von 65 getesteten Anlagen die Note „sehr gut“.
Auch die Plätze zwei, vier und fünf gingen an deutsche Betriebe. Zweimal wurden die Anlagen untersucht, darunter je sieben Raststätten und Autohöfe in Deutschland. In zwölf europäischen Ländern waren die Tester unterwegs, um beispielsweise Parkplätze, das Angebot an Speisen und Getränken, Spielmöglichkeiten für Kinder, Preise und Sanitäranlagen zu bewerten. Der Testsieger „Medenbach Ost“ in Hessen ließ „nahezu keine Wünsche offen“. Positiv wurden unter anderem die Picknickplätze bewertet, der Kinderspielplatz, eine Kinderspielecke und das Speisenangebot im Restaurant der „frisch renovierten und sehr gepflegten Anlage“. Ein Minus gab es lediglich für die nicht gekennzeichneten Fußgängerüberwege.
Für die Plätze zwei bis zehn wurde zwar jeweils die Note „gut“ vergeben, allerdings gibt es in der Erfüllung der Test-Kriterien Unterschiede, die in der Rangliste berücksichtigt wurden.
Auf Platz zwei der europaweiten Bestenliste kam die Raststätte „Am Fichtenplan Süd“ am Berliner Ring (A 10) vor „Saint Bernard“ an der A 9 Lausanne-Martigny in der Schweiz, gelobt wegen guter Beschilderung und einem Spazierweg am See. Der vierte Platz ging an die Raststätte „Breisgau Ost“ an der A 5 in Baden-Württemberg, eine „großzügige Anlage mit hohem Wohlfühlcharakter“, so die Tester. „Hünxe Ost“ an der A 3 in Nordrhein-Westfalen belegt Platz fünf – „direkt am See mit Bergpanorama und hohem Erholungswert“. Der Autohof „Werneck“ (neue Anlage, günstige Preise) an der A 70 schaffte es auf den sechsten Platz und ist somit der einzige Autohof in den Top Ten.
Auf Platz sieben und acht sind zwei österreichische Betriebe zu erwähnen: „Pack“ an der A 2 Graz – Klagenfurt (großes Angebot für Kinder, im Sommer Streichelgehege mit Ziegen) und „Walserberg Süd“ an der A 1 (günstige Preise, freundliches und hilfsbereites Personal). Platz neun und zehn überraschten die Tester. Regina Ammel vom ADAC: „Wir haben zwar nur je zwei Raststätten in Slowenien und Kroatien untersucht, aber die waren auf Anhieb gut“. Gemeint sind: „Jesenice“ (Anlage mit Bergpanorama, günstige Preise) in Slowenien am Grenzübergang Österreich – Ljubljana (A 2) und auf Platz 10 die Raststätte „Dobra West“ (sehr gepflegte und saubere Anlage mit Talblick, günstige Preise) in Kroatien.
Wenig Wert legen die meisten Betriebe laut ADAC auf Familienfreundlichkeit. Zwei Drittel der Rasthöfe sind in dieser Kategorie durchgefallen, darunter alle Raststätten Italiens, Belgiens, der Niederlande und Sloweniens sowie die deutschen Autohöfe. Testverlierer ist die italienische Raststätte „Ventimiglia Autoporto Nord“ nahe der französischen Grenze – sie wurde als einzige der 65 getesteten Anlagen mit „sehr mangelhaft“ benotet (etwa wegen fehlender Toilettenbrillen und sehr schlechter Hygienewerte).
Beim neunten Raststättentest seit 1999 waren 65 Anlagen aus 12 Ländern auf dem Prüfstand, darunter sieben Raststätten und sieben Autohöfe aus Deutschland.





