Ulrich F.: In meinem Garten im Osten Berlins steht eine zirka 20 Meter hohe Linde. An deren Fuß gedeiht in einem Radius von mindestens drei Metern kein Rasen. Die wenigen Pflanzen sind verkümmert. Das liegt wohl daran, dass der Baum alles an Feuchtigkeit nach unten wegzieht. Wie kann ich dem entgegenwirken? Kann man extra Drainagen legen, und wie geht das?
Gabriele Kleuvers: Ihre Schlussfolgerung ist richtig, dass sich der Rasen im Kronenbereich ausgewachsener Bäume auf Dauer schlecht oder gar nicht halten kann. Grund ist nicht nur, dass der Baum Wasser entzieht, sondern dass allein schon die Blattmasse des Baumes weniger Regenwasser ankommen lässt und auch die Schattenlage unter der Baumkrone nicht von allen Pflanzen, auch nicht von Rasen, vertragen wird.
Dennoch muss eine Pflanzfläche unter einem Baum nicht unattraktiv aussehen. Es gibt eine Vielzahl von Gräsern und Stauden, die sich in diesen dunkleren Gartenecken durchaus wohlfühlen und auch in Folge der Jahreszeiten für den Betrachter ein abwechslungsreiches und schönes Bild geben. Als Pflanzen kommen alle Waldhumusstauden wie Farne, einige Gräserarten, Hosta, Storchschnabel, Akelei, Epimedium, Herbstanemonen und weitere infrage. Im Frühling zeigen Blumenzwiebeln aus Winterlingen, Skilla, Frühjahrsanemonen, Krokusse, Lerchensporn etc. ein abwechslungsreiches Bild und bringen die Vorfreude auf das neue Gartenjahr.
Der Boden braucht Bewässerung und eine feuchtigkeitsspeichernde Auflage
Allerdings sollte der Boden unter dem Baum nicht drainiert werden. Drainieren bedeutet immer ein Abführen von Wasser – in diesem Fall sollte der Boden eher Feuchtigkeit aufnehmen können. Hierbei ist es von Vorteil, das Laub unter dem Baum nicht zu entfernen.
Mit einer dünnen Schicht Kompost vermischt liefert diese Laub-/Bodenschicht in wenigen Wochen eine gute Mulchdecke, in der die Wurzelbildung von Stauden und Zwiebeln gefördert wird und die die Feuchtigkeit im Boden länger hält. Die oben liegenden Wurzeln des Baumes werden bei dieser Art der Pflanzung weniger beschädigt. Auch diese Pflanzung muss je nach Witterung bewässert werden.
Sofern es nicht direkt per Hand gemacht werden soll, helfen sogenannte handelsübliche Sprühschläuche, die während der gesamten Vegetationsperiode unter der Krone ausgelegt werden. Sie werden meistens an einen Gartenschlauch angeschlossen und versprühen über kleine Öffnungen, die im Sprühschlauch vorhanden sind, automatisch und tröpfchenweise ihr Wasser, was den Boden langsam, aber mit der Zeit ausreichend durchfeuchtet.
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