An Lakritz scheiden sich die Geister. Während die einen von "Bärendreck" (so wird Lakritz in Süddeutschland) genannt gar nicht genug bekommen können, können andere mit dem Produkt aus dem asiatischen Süßholzstrauch so gar nichts anfangen.
In Deutschland ist Lakritz im Vergleich zu anderen Ländern nicht sonderlich beliebt. Nur etwa 200 Gramm isst der Deutsche im Schnitt im Jahr. In den Lakritz-Hochburg Niederlande sind es dagegen zwei Kilogramm. Und auch in Island und in den skandinavischen Ländern ist die Süßigkeit äußerst beliebt.
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Eine im Lakritz enthaltene Säure macht Wissenschaftlern Sorgen
Vielleicht ist es deshalb kein Wunder, dass eine aktuelle Studie zur Wirkungsweise der in Lakritz enthaltenen Glycyrrhizinsäure aus Dänemark kommt. Dabei handelt es sich um ein süß schmeckendes Glykosid, eine chemische Verbindung aus Alkohol und Zucker, die in der Wurzel der Süßholzpflanze vorkommt. In einer Studie, die im Januar im Fachmagazin "Food Control" veröffentlicht wurde, kommen Wissenschaftler der dänischen Lebensmittelbehörde und des Lebensmittelinstituts der Technischen Universität Dänemarks zu dem Ergebnis, dass zu viel Glycyrrhizinsäure der Gesundheit schaden kann.
"Wir waren überrascht, dass man bei vielen Produkten nicht mehr als vier bis fünf Gramm Lakritz essen muss, um so viel Glycyrrhizinsäure zu erhalten, dass man den EU-Grenzwert von 100 Milligram pro Tag überschreitet", sagt Nicolai Zederkopff Ballin, Chemiker bei der dänischen Lebensmittelbehörde.
US-Amerikaner starb, weil er zu viel Lakritz aß
Doch was genau passiert, wenn man zu viel Lakritz isst? Bei Personen mit einer Neigung zu hohem Blutdruck kann der Genuss von Lakritz in absoluten Ausnahmefällen tödlich enden, wie das Beispiel eines 54 Jahre alten Mannes aus dem US-Bundesstaat Massachusetts zeigt. Dieser habe laut der Nachrichtenagentur AP über mehrere Wochen täglich eineinhalb Tüten Lakritz gegessen. Durch den vom Lakritz verursachten Kaliummangel habe der Mann Herzrythmusstörungen entwickelt, an denen er im September 2020 schließlich gestorben sei.
Allerdings ist der Fall des US-Amerikaners extrem. Fakt ist laut der dänischen Studie jedoch, dass zu viel Lakritz den Blutdruck steigen lässt und auch zu Hypokaliämie, also schwerem Kaliummangel, führen kann. Patienten mit Bluthochdruck, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes sollten beim Verzehr von Lakritz deshalb vorsichtig sein, mahnen die dänischen Wissenschaftler. Auch für Schwangere sei Lakritz nur in geringen Mengen geeignet. Die Forscher bemängeln zudem, dass der EU-Grenzwert von 100 Milligram zu hoch bemessen sei. Sie fordern, dass er auf zehn bis 15 Milligram herabgesetzt werden sollte.
Lakritz-Liebhaber, die ihre Süßigkeit in Maßen genießen, müssen jetzt aber nicht allzu besorgt sein. In China wird seit Jahrtausenden Arznei aus der Wurzel gemacht. Auch die alten Ägypter nutzten den Wurzelsaft als Heilmittel, unter anderem gegen Husten, Heiserkeit und Asthma. Der Süßholzwirkstoff Glycyrrhizin wirkt außerdem leicht antibakteriell und antiviral.

