Entwicklung und Prognosen

Heizölpreise: Bei diesem Preis sollten Verbraucher reagieren

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Darum ist Heizöl so teuer geworden

Darum ist Heizöl so teuer geworden

Gerade im Winter setzt es vielen Verbrauchern zu, dass die Preise für Heizöl noch so hoch sind. Trotzdem steigt die Nachfrage – auch aus der Wirtschaft.

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Die Heizölpreise sind im Januar gesunken – sollten Verbraucher schnell zuschlagen? Wie Experten die Situation am Energiemarkt bewerten.

Berlin. 
  • Lange Zeit stiegen im Zuge des Ukraine-Kriegs die Energiepreise, allen voran die Heizölpreise
  • Inzwischen hat sich die Lage am Markt etwas entspannt. Dennoch machen auch kleine Veränderungen bei großen Bestellmengen viel aus
  • Doch wann sollten Verbraucher Heizöl kaufen und wann warten? Ein Experte erklärt, ab welcher Preismarke Heizöl bestellt werden sollte

Der Krieg in der Ukraine und die damit einhergehende Energiekrise hat die Preise für klassische Brennstoffe wie Gas oder Heizöl massiv verteuert. Im Jahr 2022 konnten Verbraucher im Januar noch Heizöl für unter einen Euro pro Liter kaufen. Zum Vergleich: Am 17. Januar 2023 haben sich die Heizölpreise im Schnitt bei 1,16 Euro eingependelt. In der Hochphase der Energie- und Preiskrise standen sogar Literpreise von fast zwei Euro auf der Agenda. Diese Zeiten sind mit Blick auf die aktuellen Heizölpreise zumindest vorerst vorbei.

Heizölpreise im Januar im Tiefflug: Wie sich die Kaufbereitschaft entwickelt hat

Doch die Energiepreise könnten sich unerwartet von heute auf morgen ändern – das hat die jüngste Vergangenheit nur allzu deutlich gezeigt. Gerade viele Verbraucher mit einer Ölheizung stellt das vor eine große Herausforderung. Denn Heizöl wird anders als Gas üblicherweise einmal pro Jahr in großer Menge bestellt. Bei der Bestellung greift der tagesaktuelle Heizölpreis – auch, wenn die Preise bis zur Lieferung wieder steigen oder sinken. Ein Widerruf der Heizöl-Bestellung ist nicht möglich – Verbraucher sind an den Vertrag gebunden.

Umso ärgerlicher ist das kurzfristige Auf und Ab der Heizölpreise. Die Verbraucher müssen zum richtigen Zeitpunkt bestellen – gerade in der Energie- und Preiskrise gehört hier etwas Glück dazu. Könnte jetzt der richtige Zeitpunkt sein? Immerhin sind die Heizölpreise seit Januar im Tiefflug und haben sich aktuell unter der Marke von 1,20 Euro pro Liter eingependelt. Das Vergleichsportal "esyoil" analysiert die Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland täglich. Aktuell sei die Kaufbereitschaft der Heizölkunden "hoch", melden die Marktanalysten.

Heizölpreise im Abwärtstrend: Jetzt kaufen oder warten? Experte gibt Empfehlung

Die "esyoil"-Kaufempfehlung lautet – Stand 17. Januar – trotzdem "neutral". Auch Marktanalyst Klaus Bergmann äußert sich in seinem Kommentar für das Vergleichsportal zur Entwicklung der nationalen Heizölpreise zurückhaltend. Die langfristige Preisentwicklung am Heizölmarkt sei im Hinblick auf die 3-Jahres-Ansicht noch vollkommen offen. Aktuell seien die Heizölpreise recht unbewegt. Bergmann ist sich aber sicher: "Irgendein Ereignis wird eines Tages für Klarheit sorgen und einen eindeutigen Trend einfordern."

Die Empfehlung von Bergmann an die noch unentschlossenen Heizölkunden: "Verfolgen Sie die Preisentwicklung genau – und decken Sie sich in einem günstigen Moment gegebenenfalls ein. Auch der internationale Markt lässt aktuell keinen klaren Preistrend erkennen. Der Blick richtet sich hier gerade primär auf China. Seit der Abkehr von der Null-Covid-Politik ist die Nachfrage nach Öl gestiegen. Bergmann erinnert in seinem Beitrag für "esyoil" zudem an die im Moment stattfindenden Neujahrsfeierlichkeiten.

Entwicklung der Heizölpreise: Experte nennt konkreten Literpreis als Orientierung

Rund zwei Milliarden Menschen würden sich anlässlich der Neujahrsfeierlichkeiten auf Reisen begeben. Das wiederum führe zu einer stärkeren Nachfrage nach Kraftstoffen und somit Öl. Die internationalen Börsenpreise für Rohöl lassen jedoch keinen Trend oder äußeren Einfluss erkennen. Sie entsprechen in etwa den Werten vom Vortag. Bergmann: "Die Sorgen vor einer Rezession sind zwar reduziert – aber keinesfalls überwunden." Somit ist tendenziell nicht mit stark sinkenden Börsenpreisen für Rohöl zu rechnen.

Ölsorte pro Barrel Preis in Dollar am 17. Januar
 WTI (West Texas Intermediate) 79,08
Brent 84,45
Tonne Gasöl 934,75

Hinweis: 1 US-Dollar entspricht am 17. Januar 0,92 Euro

Das wiederum lässt auch für die nationalen Heizölpreise eine stabil hohe Preistendenz erwarten. Doch wie immer ist zu beachten: Das ist alles spekulativ. Unerwartete Ereignisse können die Nachfrage und die Preise innerhalb kürzester Zeit beeinflussen. Trotzdem geht Oliver Klapschus – Geschäftsführer vom Vergleichsportal "HeizOel24" – in seiner gewagten Prognose der Heizölpreise 2023 von nicht erneut explodierenden Preisen aus." Im Gespräch mit unserer Redaktion nannte er für 2023 einen Literpreis von 1,10 Euro als grobe Orientierung.

Heizöl jetzt bestellen oder noch warten? Marktanalyst gibt Ausblick auf Preise 2023

Klapschus: "Das ist aber alles Spekulation". Faktoren wie der Krieg in der Ukraine oder das Wetter könnten die Heizölpreise schnell wieder ändern. Auch er empfiehlt, die Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland genau zu beobachten. „Das aktuelle Preisniveau ist mit Blick auf die Krisen 2022 in Ordnung.“ Wer aber noch Vorräte hat, kann unter Umständen davon profitieren, die Entwicklung der Heizölpreise noch ein wenig zu beobachten. Der Blick in die Vorjahre hat gezeigt, dass man in der ersten Jahreshälfte bei der Heizölbestellung oft noch auf attraktive Angebote stößt.

Die Frage – ob man jetzt Heizöl kaufen oder noch abwarten sollte –lässt sich somit nicht pauschal für jeden beantworten. Wer noch Ölvorräte hat, kann die Entscheidung noch ein wenig hinauszögern und die weitere Preisentwicklung beobachten. Umgekehrt können Verbraucher mit weniger Heizöl im Tank aktuell von deutlich niedrigeren Preisen als im Dezember profitieren. Mit aktuell im Schnitt 1,16 Euro pro Liter ist Heizöl deutlich günstiger als in den Vormonaten. In der Hochphase wurde der Rekord nach Informationen von "esyoil" mit 2,09 Euro pro Liter am 9. März 2022 geknackt.