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Heizölpreise sinken weiter: Experte gibt gewagte Prognose ab

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Pellets aus Laub und Holz – was man beachten muss

Pellets aus Laub und Holz – was man beachten muss

Aufgrund steigender Heizöl- und Gaspreise suchen viele Verbraucher nach günstigeren Alternativen. Holz- und Laubpellets sind solche.

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Die Heizölpreise in Deutschland haben sich zuletzt kaum verändert. Mehrere Gründe sind für die erfreuliche Entwicklung ausschlaggebend.

Berlin. 
  • Die Entwicklung der Heizölpreise 2023 sieht gut für Verbraucher aus
  • Auch im neuen Jahr hat sich ein Preis pro Liter Heizöl von unter 1,20 eingependelt
  • Ein Experte macht mit Blick auf die aktuelle Lage am Energiemarkt eine gewagte Prognose

Die Energiepreise haben viele Verbraucher 2022 sehr beschäftigt – und für 2023 deutet sich auf kurze Sicht nur eine leichte Entspannung an. Der Krieg in der Ukraine und die davon ausgelöste Energie- und Preiskrise sind weiter zwei dominante Themen und stark mit der Entwicklung der Energiepreise verbunden. Vor allem Brennstoffe wie Gas oder auch Heizöl waren 2022 im Preis deutlich angestiegen. Vonseiten der Politik wurde unter anderem mit einer Strom- und Gaspreisbremse reagiert.

Heizölpreise seit Oktober im Tiefflug: So viel kostet ein Liter Heizöl aktuell

Zudem gibt es einen staatlichen Zuschuss für Verbraucher mit einer Heizöl- oder Pelletheizung, die im Zeitraum 1. Januar bis 1. Dezember in Deutschland Pellets oder Heizöl gekauft haben. Wer Ende Dezember oder jetzt erst bestellt, hat keinen Anspruch mehr auf die Entlastung. Auch, weil die Preise für die beiden Brennstoffe Ende 2022 gesunken waren. Ein Trend, der bis heute andauert. Stand 2. Januar 2023 kostet der Liter Heizöl in Deutschland zwischen 1,23 und 1,27 Euro.

Die Entwicklung der Heizölpreise von August 2022 bis heute:

Datum Preis pro Liter (Ø)
15. August 1,53 Euro
15. September 1,52 Euro
15. Oktober 1,68 Euro
15. November 1,37 Euro
15. Dezember 1,25 Euro
2. Januar 2023 1,25 Euro

Zum Vergleich: Am 15. Oktober 2022 haben Verbraucher im Schnitt 1,68 Euro für einen Liter Heizöl bezahlt – eine Differenz von mehr als 40 Cent je Liter, nimmt man die 1,27 Euro als Grundlage. Oliver Klapschus – Geschäftsführer des Vergleichsportal „HeizOel24“ – geht im Gespräch mit unserer Redaktion von einem weiter sinkenden Preisniveau im Jahr 2023 aus. Ausschlaggebend dafür sind die Faktoren, die die Heizölpreise bestimmen – das sind:

Heizölpreise seit Oktober gesunken: Diese Faktoren bestimmen die Preise

  • Das Prinzip Angebot und Nachfrage
  • Der Rohölpreis
  • Die Entwicklung der Gaspreise
  • Die Wetterlage
  • Der Weltmarkt
  • Der Wechselkurs von Dollar auf Euro

Die Entwicklung der Heizölpreise in Deutschland ist wie fast alle Güter stark an die Nachfrage gekoppelt. In vielen Haushalten ist der Tank im Unterschied zum Herbst 2022 voll. Dementsprechend passt sich auch der Preis an. Als weiterer günstiger Faktor kommt der Rohölpreis dazu – dieser macht laut Klapschuss rund 60 Prozent des gesamten Heizölpreises aus. Aktuell (Stand 3. Januar) kostet ein Barrel Öl der Sorte Brent 84,90 US-Dollar und damit deutlich weniger als noch 2022.

Der Rohölpreis wiederum wird selbst von verschiedenen Faktoren wie Angebot und Nachfrage oder den politischen Entwicklungen bestimmt. Steigt etwa in China die Nachfrage nach Öl wieder, könnte das auch die Preise in Europa verteuern. Auch Entscheidungen wie der Preisdeckel der EU auf russisches Erdöl spielen in die Preisbildung mit ein. Insofern gestalten sich Prognosen bei der Preisfrage schwierig – beim Rohöl und daher auch beim Heizöl.

Heizölpreise für Verbraucher: So setzt sich der Preis pro Liter zusammen:

Bezeichnung Anteil in Prozent
Produktpreis 60
Steuern und CO2-Abgabe 30
Händlerkosten und Logistik 10

Gaspreise & Wetter beeinflussen Heizölpreis: Experte gibt Prognose für 2023

Ein weiterer Faktor – der sich gerade günstig auf die Heizölpreise auswirkt – ist der Gaspreis. Berichten von "BR24" zufolge können primär große Industriebetriebe oft zwischen verschiedenen Energieträgern wählen. Als etwa der Gaspreis zu Beginn der Energiekrise massiv gestiegen war, haben viele Unternehmen auf Öl umgesattelt. Ein Trend, der sich in Zeiten tendenziell sinkender Gaspreise wieder umkehrt – und sich positiv auf die Verbraucherpreise für Heizöl auswirkt.

Ebenfalls in die Bildung der Heizölpreise spielt das Wetter mit ein. Ist es über längere Zeit kalt, leeren sich die Vorräte schneller und in Folge muss früher nachbestellt werden. Auch deshalb steht die Einschätzung von Klapschus für die Entwicklung der Heizölpreise ab 2023 auch unter der Voraussetzung, dass es nicht noch zu einer größeren Kältewelle kommt. Im Gespräch nennt Klapschus einen Heizölpreis von 1,10 pro Liter ab 2023 als Orientierung. „Das ist aber alles nur spekulativ“.

Steuer und CO2-Abgabe als Faktoren im Heizölpreis: Der Staat verdient mit

Somit lässt sich die Frage – ob man jetzt Heizöl kaufen oder besser warten soll – nicht eindeutig beantworten. Wer noch Vorräte hat, kann die Entwicklung der Heizölpreise weiter beobachten. Wer bloß noch wenig im Tank hat, kann aktuell von Literpreisen unter der Marke von 1,30 Euro pro Liter profitieren. Zwar gehen Experten von tendenziell eher sinkenden Heizölpreisen in der ersten Jahreshälfte aus, aufgrund der Vielzahl an Faktoren sind solche Prognosen aber immer mit Vorsicht zu genießen.

Dazu kommt, dass zu den variablen Preisfaktoren beim Heizöl noch Steuern und die CO₂-Abgabe beachtet werden müssen. Im Gegensatz zum Rohölpreis und der Situation am Weltmarkt sind Steuer- und CO₂-Abgaben fixe Kosten, die im Heizölpreis inbegriffen sind. "Steuern und CO₂-Abgabe machen rund 30 Prozent des Preises aus", sagt Klapschuss. Logistik und Händlerkosten würden mit rund zehn Prozent in die Preisbildung einfließen.

Wäre es mit Blick auf diese Faktoren nicht lukrativ, die Heizölbestellung zu widerrufen? Ob das möglich ist und wie konkret die Rechtslage aussieht, fasst der eben verlinkte Artikel zusammen.