Gesundheit

Lust auf Sport: Ist der Darm am inneren Schweinehund schuld?

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Gesund abnehmen ab 40: So geht’s

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Die einen treiben gern Sport, andere sind Bewegungsmuffel. Bakterien im Darm sollen laut Forschern die Lust am Sport immens steigern.

Berlin.  Mehr Sport treiben oder zumindest regelmäßig bewegen – so lautet gerade zu Jahresbeginn ein oft gehörter guter Vorsatz. Dass Bewegung eine Vielzahl von positiven Auswirkungen auf die Gesundheit hat, ist in der Wissenschaft unbestritten. Noch nicht vollständig geklärt ist dagegen: Welche Mechanismen steuern eigentlich die Motivation des Einzelnen zur körperlichen Betätigung?

Ob sich Menschen leicht zu körperlicher Bewegung und Sport motivieren können, das könnte auch von der Darmflora abhängen. Bestimmte Darmbakterien fördern offenbar die Hochstimmung und Motivation bei der Bewegung, während ihr Fehlen den Drang, aktiv zu sein, mindert. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie der University of Pennsylvania mit Mäusen, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht worden ist.

Lust auf Sport: Diese Darmbakterien sorgen im Hirn für Glücksgefühle

„Ein wichtiger Faktor, der sowohl bei Wettkämpfen als auch in der Freizeit zu sportlicher Betätigung anregt, ist das motivierende Vergnügen, das sich aus anhaltender körperlicher Aktivität ergibt und durch trainingsinduzierte neurochemische Veränderungen im Gehirn ausgelöst wird“, heißt es in der Studie.

Die Untersuchung könnte Hinweise darüber geben, warum manche Menschen mit Freude regelmäßig Sport treiben, während sich andere nicht gut aufraffen können. Lesen Sie auch: Studie zeigt: So (un)fit kam Deutschland durch die Pandemie

Lenka Dohnalova und ihre Kollegen fanden heraus, dass eine Bauch-Hirn-Verbindung die Bewegungslust beeinflussen kann. Demnach geben bestimmte Bakterien (Eubacterium rectale und Coprococcus eutactus) im Darm Botenstoffe ab, die auf Nerven und Gehirn wirken und Glücksgefühle beim Sport fördern.

Waren diese Bakterien in der Darmflora von Zuchtmäusen von vornherein reichlich vertreten oder wurden ihnen vorher transplantiert, motivierte dies die Tiere zum Sport. Andersherum wurde in zuvor motivierten und bewegungsfreudigen Mäusen die Darmflora abgetötet, woraufhin diese Tiere zu Sportmuffeln wurden.

Bewegungsunlust bald gezielt überwinden

Die Wissenschaftler vermuten, dass sich dieser Signalweg zwischen Darm und Hirn ursprünglich entwickelt hat, um Tiere zur aktiven Futtersuche und damit zu ausdauernder Bewegung zu animieren.

„Das könnte eine ganz neue Forschungsrichtung der Bewegungsphysiologie eröffnen“, schreiben die Forschenden. Sie planen nun, auch beim Menschen nach einem solchen Signalweg zu suchen, um zukünftig Bewegungsunlust gezielt überwinden zu können.

(mahe)