Öko-Test

Butter im Check: 17 von 20 Marken fallen im Öko-Test durch

| Lesedauer: 4 Minuten
Sophia Jordan
Diese Kürzel im Supermarkt machen den Einkauf günstiger

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Wir stellen zwei geheime Codes vor, die den Einkauf im Supermarkt günstiger machen können.

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Schmieröl, Reinigungsmittel und Mineralöle weist Öko-Test in mehreren Buttern nach. Von 20 Marken schneidet nur eine mit „gut“ ab.

Berlin. In den Supermärkten werden Lebkuchen verkauft, im Radio erklingt Mariah Carey – Winterzeit ist Plätzchenzeit. Gibt es dieses Jahr die klassischen Butterplätzchen? Öko-Test rät: Dort wo es geht, Butter vermeiden. Sie ist unbezahlbar, umweltschädlich und ungesund.

In einem großen Butter-Test untersuchte Öko-Test 20 Marken nach Zusammensetzung und Tierhaltung. Ihr Fazit: Eine Butter ist „gut“, eine „befriedigend“ und eine „ausreichend“. Die anderen 17 sind „mangelhaft“ oder sogar „ungenügend“. In allen bis auf einer sind Mineralöle und Reinigungsreste enthalten.

Öko-Test: Krebserregende Mineralöle in Butter

Ganz besonders schlecht schneidet die ÖMA Allgäuer Bauernbutter Sauerrahm ab. „Sie ist so hochgradig mit Mineralöl-Rückständen belastet, wie wir es noch nie in einem Lebensmittel gesehen haben“, schreibt Heike Baier von Öko-Test im Fazit. Mit 19,8 mg/kg aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) liegt der Wert fast zehnmal höher als von der EU empfohlen. Das kritische daran: Einige MOAH-Verbindungen sind krebserregend.

Baier von Öko-Test erklärt, dass MOAH durch Maschinen-Schmieröl in die Butter gelangen kann. Der Hersteller ÖMA vermutet, dass der hohe Wert von der Verpackung kommt. Die wachskaschierte Alufolie mache einen wesentlichen Anteil an der gesättigten Mineralölkohlenwasserstoff (MOSH)-Belastung aus.

Je länger die Butter in der Verpackung ist, desto höher der Mineralölnachweis. Diese Theorie bestätigt die Bio-Fassbutter von der Gläsernen Molkerei. Sie ist als einzige in Pergamentpapier eingeschlagen und hat keinerlei MOSH-Werte.

Im Gegensatz zu MOAH gibt es zu MOSH noch keine Studien, die auf eine gesundheitliche Gefährdung für den Menschen schließen. Was jedoch bekannt ist, dass sich Mineralöle im menschlichen Fettgewebe, Lymphknoten und Organen wie Leber, Milz und Lunge ansammeln. „Toxische Effekte sind bisher zwar nicht bekannt, aber die Datenlage ist in unseren Augen noch zu dünn, um Langzeiteffekte auszuschließen“, schreibt Baier im Öko-Test-Fazit.

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Gesundheitsgefährdung: Reinigungsmittelreste in 19 von 20 Butter-Marken

ÖMA glänzt mit hohen Mineralöl-Werten und Dennree mit hohen Trichlormethan-Werten. Trichlormethan ist ein Nebenprodukt von Reinigungsmitteln, mit denen Milchtanks und Buttermaschinen gesäubert werden. Die Dennree Bio Süßrahm Butter überschreitet mit mehr als 50 Prozent den zulässigen Höchstwert.

Bis auf in der Bio-Vorzeige-Butter der Gläsernen Molkerei lassen sich in allen Marken Spuren von Trichlormethan nachweisen. Hier ist die Studienlage deutlich: Trichlormethan „gilt als krebsverdächtig und kann beim Menschen auf Dauer Leber und Niere schädigen“, betont Baier. Also nichts, was man auf dem Brot haben will.

Tierhaltung: Darum hat Bio-Butter mehr Omega-3-Fettsäuren

Neben den Laboruntersuchungen verschickte Öko-Test ausführliche Fragebögen zu der Tierhaltung. Zusätzlich verlangten sie Belege von mindestens drei landwirtschaftlichen Betrieben. Drei Viertel antworteten transparent und ausführlich. Weihenstephan und Meggle boten keine Einblicke. Friesland Campina, Schwarzwaldmilch und Allgäuer Emmentalerkäserei Leupolz antworteten nur spärlich.

Die Fragebögen zeigen: Die Bio-Butter-Kühe weiden länger im Grünen als die konventionellen Milchkühe der anderen Marken. „Nur fünf von dreizehn Anbietern konventioneller Butter wiesen nach, dass zumindest ein Teil ihrer Kühe vier Monate oder länger weiden darf. Teilweise stehen die Kühe das ganze Jahr über im Stall“, schreibt Baier von Öko-Test.

Bei den Kühen für die Bio-Produkte ist das anders. Hier grasen sie mindestens sechs Monate draußen. Inwiefern sie sich frei bewegen können oder eine Anbindehaltung besteht, konnte nicht herausgefunden werden.

Die Labor-Untersuchungen belegen, Butter von Kühen, die grünes Gras fressen, besitzt mehr Omega-3-Fettsäuren. Und das zeigt sich in den Bio-Marken. Sie besitzen einen hohen Omega-3-Gehalt. Nur die beiden konventionellen Marken Berchtesgadener Land Butter und Kerrygold erreichen einen ähnlich guten Wert, die anderen haben zu niedrige Omega-3-Fettsäuren.

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Öko-Test: So lief der Butter-Test

Ingesamt kaufte Öko-Test 20 verschiedene Butter-Marken: Sieben waren Bio-Marken, 13 konventionelle. Darunter befanden sich Bioland, Demeter, Kerrygold, Dennree, Gut & Günstig, Landliebe, Milsani und Weihenstephan.

Ein Labor analysierte alle Marken nach den generellen Qualitätsanforderungen wie Wasserverteilung, pH-Wert und Streichfähigkeit. Außerdem untersuchten sie mikrobiologisch die verschiedenen Butter nach MOAH, MOSH und Tricholormethan.

Allen Marken schickte Öko-Test einen Fragebogen über die Haltungsbedigungen der Milchkühe. Darin fragten sie nach Weidezeit, Stallausstattung und Transportwegen. Zusätzlich verlangten sie Nachweise von mindestens drei landwirtschaftlichen Betrieben. Zum Schluss untersuchten sie die Butter nach Geschmack, Geruch und Aussehen.

Dieser Artikel erschien zuerst auf morgenpost.de.