Wer 2026 in Kryptowährungen investierte, durfte sich bislang nicht aus der Ruhe bringen lassen. Bitcoin verlor seit Jahresbeginn rund 25 Prozent an Wert. Noch deutlicher fielen die Verluste bei anderen großen Kryptowährungen aus: Ethereum notiert derzeit etwa 35 Prozent unter dem Jahresauftakt-Niveau, Solana liegt rund 38 Prozent im Minus (Stand: 17. August 2026). Von der schwachen Entwicklung lassen sich deutsche Anleger jedoch nicht abschrecken.

Das zeigt eine aktuelle Studie der Unternehmensberatung Bearingpoint: 13 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland besitzen Kryptowährungen. Weitere elf Prozent haben zwar noch nicht investiert, könnten sich einen Einstieg aber vorstellen. Damit hat knapp jeder vierte Erwachsene entweder bereits in Kryptowährungen investiert oder zieht dies zumindest in Betracht.

Bei der Auswahl der Coins konzentrieren sich deutsche Krypto-Anleger vor allem auf die bekannten Namen. Rund drei Viertel der Krypto-Besitzer halten Bitcoin. Ethereum folgt mit 33 Prozent, Solana mit 23 Prozent und XRP mit 18 Prozent. Auch bei der Wahl der Handelsplattform gibt es einen eindeutigen Favoriten – und der kommt nicht aus der klassischen Krypto-Branche.

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Der Bitcoin-Kurs befindet sich derzeit auf Talfahrt. © Getty Images/iStockphoto | ismagilov

Bitcoin kaufen: Diese Plattformen sind bei Krypto-Anlegern beliebt

Um diese Entwicklung zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Anleger selbst: Kryptowährungen sind besonders unter jüngeren Menschen verbreitet. 21 Prozent der 18- bis 24-Jährigen besitzen digitale Vermögenswerte, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 28 Prozent. Das spiegelt sich auch in der Wahl der Handelsplattformen wider, denn klassische Banken spielen hier kaum noch eine Rolle.

Über die Umfrage:

Für die Untersuchung befragte das Marktforschungsunternehmen Yougov im Auftrag von Bearingpoint zwischen dem 18. Juni und dem 30. Juli 2026 insgesamt 4149 Menschen in Deutschland. Die Ergebnisse wurden nach Alter, Geschlecht und Region gewichtet und sind laut Bearingpoint repräsentativ für die erwachsene Wohnbevölkerung.

Bevorzugte Handelsplattform der Befragten ist stattdessen der Neobroker Trade Republic*. Mit 17 Prozent liegt das Berliner Unternehmen vor spezialisierten und ebenfalls digitalaffinen Krypto-Plattformen wie Binance (16 Prozent), Bitpanda (11 Prozent), Coinbase (10 Prozent) und Bison* (7 Prozent). Die Qualität einer Plattform lässt sich an ihrer Beliebtheit aber nicht unbedingt messen.

Krypto-Plattformen: Beliebt bedeutet nicht automatisch die beste Wahl

Aus der Bearingpoint-Studie lässt sich nicht ableiten, welcher Anbieter für Anleger tatsächlich die beste Wahl ist. Die Befragung misst Nutzung und Präferenzen, bewertet aber weder Kosten noch Sicherheit oder Funktionsumfang der Plattformen. Für eine Einschätzung hat sich unsere Redaktion deshalb an weiteren Untersuchungen orientiert.

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Das Finanzportal „ExtraETF“ bewertet sowohl Trade Republic* als auch Bison* positiv. Im direkten Vergleich erhält Bison das Urteil „Sehr gut“, Trade Republic die Bewertung „Empfehlung“. Bison bietet laut „ExtraETF“ eine größere Auswahl an Kryptowährungen und verlangt keine feste Ordergebühr. Dafür fällt der von dem Portal ermittelte durchschnittliche Spread mit rund 1,25 Prozent höher aus. Bei Trade Republic nennen die Experten einen Spread von etwa 0,5 Prozent zuzüglich einer Fremdkostenpauschale von einem Euro pro Order.

Der Spread bezeichnet die Differenz zwischen dem Kauf- und Verkaufspreis eines Wertpapiers. Wie groß er ist, kann je nach Angebot und Nachfrage oder der Handelsaktivität am Markt variieren. Daher ist es schwer, eine allgemeine Aussage über den Wert zu treffen.

Trade Republic 
Trade Republic zählt zu den Plattform-Favoriten von Krypto-Anlegern. Doch der Neobroker ist nicht zwingend die beste Wahl. © Getty Images/iStockphoto | Wirestock

Ein wenig anders fällt die Auswahl bei „Finanztip“ aus. Der Geldratgeber hat Handelsplattformen speziell für den Kauf von Bitcoin untersucht. „Für den Kauf von Bitcoin empfehlen wir Bison, Bitvavo und Finst“, so das Ergebnis. Trade Republic erreicht im Test nicht die von „Finanztip“ festgelegte Empfehlungsschwelle, Bitvavo holt dagegen auch bei „ExtraETF“ eine Empfehlung.

Krypto-Plattformen: Worauf Anleger beim Bitcoin-Kauf achten sollten

Wie finden Anleger aber die für sich beste Plattform? Ein entscheidender Faktor sind die individuellen Kaufabsichten. Neben echten Kryptowährungen gibt es ETPs, Derivate und CFDs, die lediglich an die Kursentwicklung eines Coins gekoppelt sind. Wer direkt in Bitcoin oder andere Coins investieren will, sollte deshalb darauf achten, auch tatsächlich Kryptowerte zu kaufen.

Auch die Übertragbarkeit zählt. Wer seine Coins später selbst verwahren möchte, muss sie an eine eigene Wallet-Adresse senden können. Anleger sollten überprüfen, ob ein Anbieter diese Möglichkeit bietet.

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.

Bei den Kosten sind nicht nur offen ausgewiesene Ordergebühren ein Faktor, denn auch der Spread kann erheblich dazu beitragen. Wer verschiedene Plattformen miteinander vergleicht, sollte den tatsächlich angebotenen Kaufkurs betrachten und zusätzlich prüfen, welche Gebühren beim Verkauf oder bei einer Übertragung auf ein eigenes Wallet anfallen.

Bitcoin
Nicht alle Plattformen verkaufen auch tatsächliche Krypto-Werte.© dpa | Hannes P Albert

Krypto-Dienstleister ohne Zulassung? Experten geben klaren Rat

Eine wichtige Rolle spielt die Regulierung. Die europäischen Aufsichtsbehörden raten Verbrauchern dazu, zu prüfen, ob ein Krypto-Dienstleister in der EU zugelassen ist. Das geht über das öffentliche Register autorisierter Anbieter der ESMA. Die Regulierung schützt allerdings nicht vor Kursverlusten und ist nicht mit der Absicherung klassischer Bankeinlagen gleichzusetzen. „Finanztip“ teilt deswegen erweiterte Empfehlungen:

  • Der Anbieter oder seine Partnerunternehmen sollten über die notwendigen Lizenzen nach der EU-Verordnung für Kryptodienstleister (MiCA, Markets in Crypto-Assets) für alle angebotenen Dienstleistungen verfügen.
  • Für die Nutzung fallen keine laufenden Gebühren an.
  • Bitcoins können direkt gegen Euro gekauft und verkauft werden. Das Gebührenmodell sollte für Nutzer gut nachvollziehbar sein.
  • Es muss eine Einzahlungsmöglichkeit von einem deutschen Girokonto geben.
  • Es werden echte (physische) Bitcoins gehandelt, keine Derivate.
  • Bitcoins müssen mit einem eigenen Wallet eingehend und ausgehend übertragbar sein.
  • Bitcoins sollten dennoch auf Wunsch beim Broker selbst in einem Custodial-Wallet gelagert werden können. Dabei verwaltet der Anbieter die Gelder der Anleger.
  • Das Angebot muss mindestens drei Monate lang am deutschen Markt verfügbar sein, um ein Mindestmaß an Erfahrung zu gewährleisten.

Dass Trade Republic, Bitpanda und Bison in der Studie zu den beliebtesten Handelsplattformen gehören, interpretiert Bearingpoint als Zeichen dafür, dass ein vertrautes regulatorisches und sprachliches Umfeld bei Anlegern ebenfalls eine Rolle spielt. Trade Republic und Bison stammen aus Deutschland, Bitpanda aus Österreich. Ob das bei den Befragten tatsächlich ausschlaggebend war, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen.

Quelle:

Krypto-Boom ohne Banken: Neue Anbieter erobern den Kundenzugang, in: BearingPoint. Zuletzt abgerufen am 11.08.2026

Bitcoin kaufen: Wo kaufst Du am besten BTC?, in: Finanztip. Zuletzt abgerufen am 11.08.2026

Bitcoin kaufen: Finanztip testet Kryptobörsen und gibt Orientierung für risikobereite Anleger, in: Finanztip. Zuletzt abgerufen am 11.08.2026

Krypto-Broker Vergleich (08/2026): 9 Anbieter im Test, in: extraETF. Zuletzt abgerufen am 11.08.2026.