Das klassische Festgeld gilt für viele Sparerinnen und Sparer als verlässliche Form der Geldanlage: Wer einen Betrag für eine feste Laufzeit anlegt, erhält im Gegenzug garantierte Zinsen und muss keine Kursschwankungen fürchten. Von Beginn an steht fest, wie hoch die Rendite ausfällt und wann das angelegte Kapital wieder zur Verfügung steht. Für viele Interessierte gibt es allerdings eine Hürde: Zahlreiche Banken setzen beim Festgeld eine vergleichsweise hohe Mindestanlage voraus. Oft werden 10.000 Euro verlangt, teils sogar noch deutlich mehr.
Wer nicht so viel Geld über Monate oder Jahre binden möchte, braucht deshalb Alternativen. Die gibt es: Einige Banken bieten Festgeld inzwischen schon ab sehr kleinen Summen an, in manchen Fällen sogar ab einem Euro. Welche Angebote sich aus unserem Festgeld-Vergleich dafür eignen und worauf Anlegerinnen und Anleger bei Zinsen, Steuern und Einlagensicherung achten sollten, zeigen wir im Überblick. Und eine Expertin verrät eine clevere Anlagestrategie für Festgeld.
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Hoistspar: Festgeld-Zinsen schon ab einem Euro
Nur einen Euro müssen Sparerinnen und Sparer für ein Festgeldkonto bei der Hoistspar aufbringen. Die schwedische Bank bietet Laufzeiten zwischen drei und 24 Monaten. Besonders hoch ist der Zinssatz beim zweijährigen Festgeld mit 3,11 Prozent.
- Zinssatz: bis zu 3,11 Prozent
- Anlagezeitraum: 3 bis 24 Monate
- Minimale Anlagesumme: 1 Euro
- Zinsgutschrift: am Ende der Laufzeit
- Einlagensicherung: 1.150.000 SEK (rund 104.000 Euro) / Schweden
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Klarna: Weiteres Festgeld-Angebot ab einem Euro
Genauso gering wie bei der Hoistspar ist die Einstiegshürde beim Festgeld-Angebot von Klarna. Kundinnen und Kunden können beim schwedischen Finanzdienstleister ab einem Betrag von einem Euro ein Festgeldkonto eröffnen. Den maximalen Zinssatz von 3,05 Prozent gibt es bei einer Anlagedauer von vier Jahren.
- Zinssatz: bis zu 3,05 Prozent
- Anlagezeitraum: 3 bis 48 Monate
- Minimale Anlagesumme: 1 Euro
- Zinsgutschrift: ab 12 Monaten Laufzeit jährlich, sonst am Ende der Anlagedauer
- Einlagensicherung: 100.000 Euro / Schweden
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Bank of Scotland: Festgeldkonto eröffnen ab 100 Euro
Mit 100 Euro ebenfalls sehr überschaubar ist die Mindestanlage beim Festgeld-Angebot der Bank of Scotland. Allerdings sind hier nur kurze Laufzeiten zwischen drei und 12 Monaten vorgesehen. Maximal möglich ist ein Zinssatz von 3,0 Prozent bei einer Anlagedauer von einem Jahr.
- Zinssatz: bis zu 3,0 Prozent
- Anlagezeitraum: 3 bis 12 Monate
- Minimale Anlagesumme: 100 Euro
- Zinsgutschrift: bei 12 Monaten Laufzeit jährlich, sonst am Ende der Anlagedauer
- Einlagensicherung: 100.000 Euro / Deutschland
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Stellantis Bank: Zinsen aufs Festgeld ab 500 Euro
Etwas höher, aber immer noch vergleichsweise niedrig liegt die Schwelle mit 500 Euro bei der Stellantis Bank. Das Geldhaus bietet Laufzeiten zwischen drei und 48 Monaten an. Den höchsten Zinssatz gibt es mit 3,1 Prozent für zwei Jahre.
- Zinssatz: bis zu 3,1 Prozent
- Anlagezeitraum: 3 bis 48 Monate
- Minimale Anlagesumme: 500 Euro
- Zinsgutschrift: ab 12 Monaten Laufzeit jährlich, sonst am Ende der Anlagedauer
- Einlagensicherung: 100.000 Euro / Frankreich
>> Angebot der Stellantis Bank* hier checken
Zinsen im Vergleich: Festgeld-Rechner hilft
Neben unserem Festgeld-Vergleich bietet auch der Festgeld-Rechner eine Möglichkeit zur Recherche von Angeboten. Hier lassen sich Festgeldkonten nach Laufzeit, Zinssatz und Anlagesumme filtern. Maximal möglich sind derzeit Zinsen von bis zu 3,5 Prozent.
Wichtig zu wissen: Der Festgeld-Rechner bietet keine vollständige Markttransparenz, er kann aber zur ersten Orientierung dienen.
Steuern beim Festgeld aus dem Ausland beachten
Neben Zinssatz, Laufzeit und Anlagesumme sollten Sparerinnen und Sparer weitere Details bei den Festgeld-Angeboten beachten. Eine Besonderheit bei der Versteuerung gibt es bei Klarna und Hoistspar: Die schwedischen Anbieter zahlen Zinsen brutto aus, also ohne den Abzug von Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Kundinnen und Kunden müssen die Erträge in der Anlage KAP der Steuererklärung angeben, um sie korrekt zu versteuern.
Bei der Stellantis Bank und der Bank of Scotland ist das nicht nötig, weil die beiden Kreditinstitute die Steuern automatisch ans Finanzamt abführen. Wer will, kann bei beiden aber auch einen Freistellungsauftrag einrichten, um den Freibetrag von 1000 Euro zu nutzen.
Festgeld-Angebote mit Unterschieden bei der Einlagensicherung
Unterschiede gibt es bei den vier Angeboten auch noch bei der Einlagensicherung. Zwar greift bei allen drei Banken die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Die Banken gehören allerdings unterschiedlichen Sicherungsfonds an. Die Bank of Scotland ist eine Marke der Lloyds Bank mit Sitz in Berlin und fällt unter den deutschen Schutzschirm. Bei der Stellantis Bank gilt die französische, bei Klarna und der Hoistspar die schwedische Einlagensicherung.

Viele Sparerinnen und Sparer fühlen sich mit deutscher Einlagensicherung am wohlsten, weil dahinter der finanzstarke deutsche Staat steht. Hier besteht die Hoffnung, dass dieser noch eingreift, sollte der Einlagensicherungsfonds bei einer schweren Bankenkrise überfordert sein. Allerdings: Eine Garantie dafür gibt es nicht und auch der schwedische Staat hat wie Deutschland ein Bonitätsrating von AAA. Frankreich liegt mit A+ etwas darunter.
Obwohl Klarna und Hoistspar in Schweden sitzen, unterscheiden sich die beiden Angebote nochmals bei der Einlagensicherung. Bei der Hoistspar greift das schwedische Sicherungssystem, das bis zu 1.150.000 Schwedische Kronen abdeckt, umgerechnet rund 104.000 Euro. Klarna gibt hingegen an, zwar der schwedischen Einlagensicherung anzugehören, eine mögliche Entschädigung bis 100.000 Euro beim sogenannten Festgeld+ aber über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken erfolge.
Wie die gesetzliche Einlagensicherung genau funktioniert, erklärt der Ratgeber „Wie sicher ist Tagesgeld und Festgeld?“.
Tagesgeld als bessere Festgeld-Alternative
Vor allem bei kurzen Laufzeiten bis sechs Monate kann Tagesgeld die bessere Wahl als Festgeld sein. Einige Banken garantieren für diesen Zeitraum bis zu 4,0 Prozent Zinsen. So viel gibt es bei Festgeld-Anbietern nicht. Aber nicht nur die Rendite kann höher sein, auch die Flexibilität ist größer, weil Tagesgeld jederzeit abrufbar bleibt. Und in der Regel gibt es bei Tagesgeldkonten auch keine Mindestanlage. Die besten Tagesgeld-Angebote zeigt unser Tagesgeld-Vergleich. Bei der Entscheidung kann auch der Ratgeber „Tagesgeld oder Festgeld: Was ist besser?“ helfen.
Fazit: Hohe Festgeld-Zinsen sind keine Frage der Anlagesumme
Attraktive Festgeld-Zinsen und kleine Anlagesummen müssen sich nicht ausschließen. So gehört etwa das Festgeldkonto der Hoistspar* mit einem und zwei Jahren Laufzeit zu den besten Angeboten in unserem Festgeld-Vergleich. Konkurrenzfähige Zinsen bei längeren Anlagezeiträumen gibt es bei Klarna*. Wer den zusätzlichen Steueraufwand bei den beiden schwedischen Anbietern scheut, findet bei der Bank of Scotland* und der Stellantis Bank* steuereinfache Festgeldkonten mit soliden Zinsen. Bei sehr kurzen Laufzeiten von sechs Monaten und weniger kann allerdings ein Angebot aus unserem Tagesgeld-Vergleich die bessere Wahl sein.
Quellen
Festgeld-Vergleich im Juli: Bis zu 3,5 Prozent Zinsen sind möglich, in: Berliner Morgenpost. Zuletzt abgerufen am 24.07.2026
Klarna Festgeld+, in: Klarna. Zuletzt abgerufen am 24.07.2026
Festgeld-Konto, in: Bank of Scotland. Zuletzt abgerufen am 24.07.2026
Festgeld, in: Hoistspar. Zuletzt abgerufen am 24.07.2026


