Neue Funktionen bei Trade Republic, ein herber Dämpfer bei Lang & Schwarz: Der Düsseldorfer Finanzdienstleister, der mit der LS Exchange einen zentralen Handelsplatz für den Neobroker betreibt, hat seine Jahresprognose gesenkt. Grund ist die Ankündigung von Trade Republic, wie Lang & Schwarz in einer Ad-hoc-Mitteilung erklärte. Die Börse reagierte prompt: Die Aktie brach zeitweise um rund 19 Prozent ein und liegt auch heute weiter im Minus. (Stand: 3.07.2026)
Hintergrund ist das neue Handelsmodell von Trade Republic. Künftig sollen Orders standardmäßig automatisch zum jeweils besten verfügbaren Preis ausgeführt werden. Zusätzlich können Nutzer über die neue Direktpreis-Order aus 30 Handelsplätzen wählen. Bislang wurden Trade-Republic-Orders nach Berichten der „WirtschaftsWoche“ überwiegend über die LS Exchange abgewickelt. Künftig ist sie nur noch einer von mehreren Handelsplätzen. Was sich dadurch konkret bei Trade Republic ändert, haben wir in einem separaten Artikel erklärt.
Trade Republic verteilt Orderflow neu – mehr Konkurrenz für Lang und Schwarz
Für Handelsplätze wie Lang und Schwarz ist der Orderflow entscheidend für die Umsätze. Weil Trade Republic Orders künftig automatisch auf verschiedene Handelsplätze verteilt, muss Lang und Schwarz stärker mit anderen Börsen um Kauf- und Verkaufsaufträge konkurrieren. Anlegern soll das bessere Ausführungspreise ermöglichen. Für Lang und Schwarz bedeutet es dagegen mehr Wettbewerb und geringere Planungssicherheit.

Lang und Schwarz bestätigte die Auswirkungen in einer Ad-hoc-Mitteilung. Die Entscheidung von Trade Republic werde sich auf das Geschäft der „Lang & Schwarz TradeCenter AG & Co. KG“ auswirken und könne das Ergebnis aus der Handelstätigkeit sowie mittelbar das Konzernergebnis belasten.
Für 2026 rechnet das Unternehmen nun mit einem „leichten bis allenfalls moderaten Rückgang“ des Ergebnisses aus der Handelstätigkeit gegenüber dem Vorjahr. Im zweiten Quartal 2026 lag dieses nach Unternehmensangaben bei rund 32 Millionen Euro, nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Dennoch erwartet Lang und Schwarz für 2026 weiterhin ein Ergebnis über dem Niveau von 2024.
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Trade Republic: Das bedeutet die Änderung für Anleger
Lang und Schwarz kündigte zugleich an, ein zusätzliches Handelsmodell mit mehreren Wertpapier-Dienstleistungsunternehmen voranzutreiben. Damit will der Börsenbetreiber sein Angebot erweitern und zusätzliche Liquidität erschließen.
Für Anleger bei Trade Republic ändert sich zunächst vor allem der Handel. Die bisherige 1-Euro-Order bleibt zwar bestehen, hinzu kommt aber auch eine neue Direktpreis-Order für zwei Euro. Für Lang und Schwarz ist die Umstellung dagegen deutlich weitreichender: Der Handelsplatz muss künftig stärker um den Orderfluss von Trade Republic konkurrieren.
Quellen:
Lang & Schwarz: Anpassung der Prognose für das Jahr 2026, in: Lang & Schwarz Aktiengesellschaft – Investor Relations (Finanznachrichten). Zuletzt abgerufen am 02.07.2026
Lang-&-Schwarz-Aktie: Trade Republic entmachtet seinen Premiumpartner, in: WirtschaftsWoche. Zuletzt abgerufen am 02.07.2026



