Wer sein Geld kurzfristig und flexibel parken möchte, findet derzeit mehrere Tagesgeld-Angebote mit Zinsen von 4 Prozent oder mehr. Klassische Tagesgeldkonten stehen dabei ebenso zur Auswahl wie verzinste Guthabenmodelle bei Brokern. Der höchste Zinssatz in diesem Vergleich liegt aktuell bei 4,50 Prozent.

Doch der Spitzenzins allein entscheidet nicht darüber, welches Angebot am besten passt. Unterschiede gibt es bei Zinsgarantie, Höchstbetrag, Anschlusszins und zusätzlichen Bedingungen. Bei einigen Anbietern müssen Sparer außerdem ihre Zinserträge selbst in der Steuererklärung angeben. Ein genauer Vergleich lohnt sich deshalb. Denn je nach Anlagebetrag und gewünschter Laufzeit kann ein Angebot mit etwas niedrigerem Zinssatz am Ende besser passen als der vermeintliche Spitzenreiter.

Tagesgeld und Guthabenzinsen: Sieben Angebote ab 4 Prozent

Den höchsten Aktionszins bietet aktuell XTB* mit 4,50 Prozent p. a. auf nicht investiertes Guthaben. Allerdings ist das XTB-Angebot nicht direkt mit einem klassischen Tagesgeldkonto gleichzusetzen. Voraussetzung ist ein Handelskonto. Zudem müssen Kunden während des Aktionszeitraums regelmäßig eine Aktie oder einen ETF handeln. Danach folgt Revolut* mit 4,25 Prozent. Dahinter kommt die Advanzia Bank mit 4,18 Prozent. Crédit Agricole* liegt bei 4,10 Prozent. Jeweils 4,00 Prozent bieten Ayvens Bank, Chase* und Openbank*.

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Die Konditionen der sieben Anbieter im Überblick:

BankZinssatzZinsgarantieAnschlusszins aktuellBesonderheiten
XTB4,50 % p. a.max. 90 Tage1,00 % p. a.Handelskonto; monatlich mind. 1 Aktien-/ETF-Transaktion; Steuererklärung beachten
Revolut4,25 % p. a.bis zu 4 Monatebis zu 2,5 % p. a.Girokonto erforderlich
Advanzia Bank4,18 % p. a. 3 Monate1,51 % p. a. Mindesteinlage 5000 Euro, Steuererklärung beachten
Crédit Agricole Savings4,10 % p. a.4 Monate2,50 % p. a.Steuererklärung beachten
Chase 4,00 % p. a.4 Monate2,25 % p. a.keine
Openbank4,00 % p. a.4 Monate2,00 % p. a.keine
Ayvens Bank4,00 % p. a.3 Monate2,30 % p. a.Steuererklärung beachten

Doch die Zinssätze können sich schnell ändern. Über aktuelle Zinsanpassungen wichtiger Banken bei Tagesgeld- und Festgeld-Angeboten informiert der Spar-Ticker.

Hohe Zinsen teilweise nur unter Bedingungen

Einige Banken gewähren ihre Aktionszinsen nur unter zusätzlichen Bedingungen. Die Unterschiede bei den Voraussetzungen fallen erheblich aus. Bei XTB müssen Neukunden während des maximal 90-tägigen Willkommenszeitraums in jedem Kalendermonat mindestens eine Aktie oder einen ETF kaufen oder verkaufen. Auch eine Transaktion im Rahmen eines Sparplans zählt. Findet in einem Monat keine entsprechende Transaktion statt, wird das Guthaben in diesem Zeitraum lediglich zum Standardzins verzinst.

Bei Revolut ist die Eröffnung eines Girokontos erforderlich. Dabei stehen mehrere Tarifvarianten zur Wahl, darunter auch eine kostenfreie Basisversion. Um anschließend ein Tagesgeldkonto einzurichten, haben neue Kundinnen und Kunden nach der Kontoeröffnung 30 Tage Zeit. Während dieses ersten Monats wird der beworbene Sonderzins ohne zusätzliche Bedingungen gewährt. Danach muss innerhalb jedes weiteren 30-Tage-Zeitraums mindestens dreimal mit der Karte bezahlt werden, wobei jede Transaktion einen Wert von wenigstens 5 Euro haben muss. Werden diese Vorgaben nicht erfüllt, gilt ab dem darauffolgenden Monat der reguläre Zinssatz des jeweils ausgewählten Girokontomodells. Die Schufa spielt bei Revolut immerhin keine Rolle.

Das Geld der Kinder
Sparerinnen und Sparer sollten genau prüfen, ob sich die Eröffnung eines Girokontos für Tagesgeld-Zinsen lohnt.© dpa | Peter Kneffel

Advanzia verlangt dagegen kein zusätzliches Girokonto, setzt für den Aktionszins aber eine Mindesteinlage von 5000 Euro voraus. Bei Crédit Agricole Savings wird im Zuge der Kontoeröffnung ein kostenloses Girokonto als internes Verrechnungskonto geführt. Auf die Schufa soll es aber keine Auswirkungen haben. Ayvens, Chase und Openbank kommen ohne vergleichbare Bedingungen aus.

Verbraucherinnen und Verbraucher sollten bei Angeboten mit Girokonto-Pflicht nicht nur mögliche Kosten beachten. Zu viele Girokonten können sich negativ auf den Schufa-Score auswirken. Sie werden der Auskunftei gemeldet, falls ein Überziehungsrahmen besteht. Reine Guthabenkonten wie fürs Tagesgeld sind hingegen unbedenklich. Der eigene Schufa-Score mit allen Einträgen lässt sich kostenlos über Bonify* prüfen und optimieren.

Vier Angebote mit rund vier Monaten Zinsgarantie

Bei der Dauer der Sonderverzinsung liegen XTB und Advanzia mit rund drei Monaten am unteren Ende. Der XTB-Willkommenszins gilt maximal 90 Tage ab Kontoeröffnung. Advanzia garantiert den Sonderzins drei Monate ab Erreichen der erforderlichen Mindesteinlage.

Ayvens garantiert die 4,00 Prozent ebenfalls für drei Monate. Revolut, Crédit Agricole Savings, Chase und Openbank kommen dagegen auf rund vier Monate Aktionszeitraum.

Eine lange Zinsbindung sorgt für Planungssicherheit und erspart häufige Wechsel des Tagesgeldkontos. Neben dem Tagesgeld der Sparda-Bank gibt es weitere Angebote mit langer Zinsgarantie. Entsprechende Aktionen zeigt der Ratgeber „Tagesgeldkonten mit langer Zinsgarantie“ im Detail.

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Anschlusszinsen: Crédit Agricole und Ayvens weit vorne

Nach Ablauf des Aktionszeitraums gelten bei den Anbietern unterschiedliche variable Zinssätze. Besonders hoch ist derzeit der reguläre Zinssatz von Crédit Agricole Savings mit 2,50 Prozent. Ayvens folgt mit aktuell 2,30 Prozent, Chase mit 2,25 Prozent und Openbank mit 2,00 Prozent. Bei Advanzia beträgt der reguläre Zinssatz derzeit 1,51 Prozent.

Bei Revolut hängt der reguläre Zins vom Kontomodell und teilweise von der Höhe des Guthabens ab. Bis zu 2,50 Prozent sind in kostenpflichtigen Tarifen möglich. XTB zahlt derzeit 1,00 Prozent. Bei den Anschlusszinsen handelt es sich um variable Konditionen. Sie können sich daher bis zum Ende der jeweiligen Zinsgarantie verändern.

Tagesgeld: Zinsen täglich, monatlich oder jährlich?

Auch bei der Zinsgutschrift gibt es Unterschiede. Revolut schreibt die Zinsen täglich gut. Bei XTB werden sie täglich berechnet und einmal pro Monat ausgezahlt. Auch Advanzia, Ayvens, Chase und Openbank schreiben die Erträge monatlich gut.

Bei Crédit Agricole Savings werden die Zinsen jährlich zum 1. Januar ausgezahlt. Die Häufigkeit der Ausschüttung sollten Sparerinnen und Sparer allerdings nicht überbewerten. Denn auch bei einer möglichen Wiederanlage der Zinsen sind die Auswirkungen auf die Rendite bei kurzen Anlagezeiträumen eher gering. Eine Beispielrechnung bietet der Ratgeber „Tagesgeld-Zinsen pro Jahr oder Monat?“. Anders sieht es aus, wenn die Zinsen zur Deckung des Lebensunterhalts dienen sollen. Dann kann ein engeres Intervall von Vorteil sein.

Einlagensicherung: Unterschiede zwischen den Angeboten

Bei den klassischen Tagesgeldkonten sind Guthaben grundsätzlich bis 100.000 Euro je Kunde und Institut gesetzlich geschützt. Die zuständigen Sicherungssysteme unterscheiden sich allerdings.

Chase und Openbank unterliegen der deutschen gesetzlichen Einlagensicherung. Bei Advanzia greift die luxemburgische, bei Crédit Agricole Savings die französische und bei Ayvens die niederländische Einlagensicherung.

Bei XTB ist die Konstruktion anders. Freie Barmittel werden auf getrennten Treuhandsammelkonten bei Partnerbanken gehalten. XTB nennt beispielsweise die JP Morgan SE in Frankfurt. Werden Gelder bei einer deutschen Partnerbank verwahrt, fallen sie nach Angaben von XTB unter die deutsche gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro.

EZB
Die gesetzliche Einlagensicherung soll bei einer Insolvenz der Bank etwa Guthaben auf Tagesgeldkonten schützen.© Boris Roessler/dpa | Boris Roessler

Angebote mit deutscher Einlagensicherung gelten als besonders sicher, weil dahinter der deutsche Staat mit seiner hohen Finanzkraft steht. Dieser könnte einspringen, wenn ein Einlagensicherungsfonds im Fall einer schweren Bankenkrise überfordert ist. Eine Garantie auf ein staatliches Eingreifen gibt es allerdings nicht. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s bewertet die Bonität Deutschlands mit der Top-Note AAA. Auch die Niederlande verfügen über die Höchstnote. Frankreich fällt mit einer Bewertung von A+ etwas ab. Auch Luxemburg wird mit der Bestnote AAA bewertet. Welche weiteren Tagesgeld-Angebote einen deutschen Schutzschirm bieten, lesen Sie im Artikel „Tagesgeld aus Deutschland“. Mehr zur Einlagensicherung erklärt der Ratgeber „So sicher sind Tagesgeld und Festgeld“.

Tagesgeld-Zinsen: Große Große Unterschiede bei den Höchstbeträgen

Beim maximal mit dem Aktionszins verzinsten Guthaben gibt es große Unterschiede. Bei XTB gelten die 4,50 Prozent nur bis insgesamt 20.000 Euro. Freie Mittel oberhalb dieser Grenze werden zum Standardzins verzinst. Auch bei Revolut ist der Aktionszins auf 25.000 Euro begrenzt. Crédit Agricole zahlt die 4,10 Prozent ebenfalls auf maximal 25.000 Euro.

Openbank kommt auf 100.000 Euro, Chase auf 500.000 Euro. Advanzia bietet besonders viel Spielraum: Der Sonderzins gilt bis zu einer Million Euro.

Hohe mögliche Anlagesummen sollten jedoch nicht mit einer entsprechend hohen gesetzlichen Absicherung verwechselt werden. Unabhängig von der maximal verzinsten Summe sind grundsätzlich nur bis zu 100.000 Euro je Kunde und Bank gesetzlich geschützt. Wer größere Beträge anlegt, kann das Risiko durch eine Verteilung auf mehrere Institute begrenzen.

Tagesgeld: Bei vier Anbietern ist die Steuererklärung wichtig

Bei Banken aus dem Ausland kann es bei der Steuer Besonderheiten geben – beispielsweise, wenn bei den Erträgen kein Steuerabzug erfolgt. Kundinnen und Kunden müssen Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag plus gegebenenfalls Kirchensteuer dann über die Anlage KAP in der Steuererklärung abführen.

Hier müssen Sparer inzwischen bei mehreren Angeboten selbst tätig werden. XTB, Advanzia, Crédit Agricole und Ayvens führen für deutsche Kunden die deutsche Abgeltungsteuer nicht automatisch ab. Die Zinserträge müssen daher grundsätzlich in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Bei Revolut, Chase und Openbank erfolgt die steuerliche Behandlung dagegen nach den üblichen deutschen Regeln. Dort kann auch ein Freistellungsauftrag berücksichtigt werden.

Die Frist für die Steuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026.
Sieben der neun Anbieter kümmern sich um den deutschen Steuerabzug. Bei Ayvens und Bigbank müssen Sparer ihre Zinserträge selbst berücksichtigen.© dpa | Armin Weigel

Tagesgeldkonto: Bis zu 4,50 Prozent Zinsen sind drin – doch Details entscheiden

Den höchsten Zinssatz im Vergleich bietet aktuell XTB* mit 4,50 Prozent. Allerdings handelt es sich dabei nicht um klassisches Tagesgeld, sondern um verzinstes Guthaben auf einem Handelskonto. Zudem müssen Kunden während des Aktionszeitraums regelmäßig eine Aktie oder einen ETF handeln. Das Angebot eignet sich deshalb eher für Anleger, die ohnehin ein Depot nutzen möchten.

Wer ausschließlich klassisches Tagesgeld betrachtet, findet den höchsten Aktionszins bei Revolut* mit 4,25 Prozent. Das Angebot eignet sich vor allem für Sparer, die ohnehin ein Revolut-Konto nutzen und die Bedingungen für den Sonderzins erfüllen können. Wer möglichst wenig Zusatzaufwand möchte, findet bei anderen Anbietern einfachere Modelle.

Advanzia und Crédit Agricole* folgen mit 4,18 Prozent beziehungsweise 4,10 Prozent. Advanzia setzt mindestens 5000 Euro voraus. Crédit Agricole kombiniert 4,10 Prozent für vier Monate mit aktuell 2,50 Prozent im Anschluss und bietet damit den stärksten Anschlusszins im Vergleich. Dafür müssen die Zinserträge selbst versteuert werden.

Ayvens Bank, Chase* und Openbank* zahlen jeweils 4,00 Prozent. Ayvens punktet mit aktuell 2,30 Prozent Anschlusszins, verlangt aber ebenfalls eine eigene Versteuerung. Chase wirkt im Vergleich besonders unkompliziert: vier Monate Zinsgarantie, danach derzeit 2,25 Prozent und keine zusätzliche Konto- oder Umsatzbedingung. Openbank bietet ebenfalls vier Monate 4,00 Prozent, fällt mit aktuell 2,00 Prozent Anschlusszins aber etwas hinter Chase zurück.

Unterm Strich bietet XTB den höchsten Zinssatz, ist aber kein klassisches Tagesgeld. Bei den Tagesgeld-Angeboten führt Revolut, Crédit Agricole bietet den stärksten Anschlusszins und Chase das unkomplizierteste Gesamtpaket unter den 4-Prozent-Angeboten.

Quellen

Tagesgeld-Vergleich im September: Bis zu 4,25 Prozent Zinsen sind möglich, in: Berliner Morgenpost. Zuletzt abgerufen am 30.09.2026

Amerikanische Bank startet mit 4,0 Prozent Tagesgeld-Zinsen in Deutschland, in: Berliner Morgenpost. Zuletzt abgerufen am 30.09.2026