Der Kryptomarkt ist in Bewegung. Während Bitcoin weiterhin die Schlagzeilen beherrscht, rücken Altcoins zunehmend in den Blick institutioneller und privater Anleger. Doch welche Kryptowährungen haben das Potenzial, 2026 zu den klaren Gewinnern zu zählen? Welche Projekte drohen, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden? Profis aus der Branche nennen drei eindeutige Favoriten und haben eine klare Warnung.
Bitcoin: Ethereum beste Alternative?
Nicht nur der Bitcoin konnte 2025 neue Höchststände verzeichnen. Auch Altcoins wie Ripple (XRP) stiegen deutlich. Ein Name taucht in nahezu allen Expertenprognosen als möglicher Gewinner 2026 auf: Ethereum (ETH). Dovile Silenskyte vom Vermögensverwalter Wisdomtree sieht die Kryptowährung als unverzichtbaren Infrastrukturbaustein: „Ihre Bedeutung für institutionelle Anwendungen wächst“, sagt die Expertin.
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Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Besonders relevant sei Ethereum für Stablecoins, die an einen stabilen Wert wie den US-Dollar gebunden sind, und für die Tokenisierung, also die digitale Abbildung realer Vermögenswerte. Für unternehmensorientierte Blockchain-Anwendungen bleibe Ethereum die führende Plattform, so Silenskyte.
Auch Dirk Heß vom Finanzdienstleister Nxtassets teilt diese Einschätzung. Ethereum sei „klarer Markt-Favorit“ und zentraler Infrastrukturbaustein für Smart Contracts. Der Coin sei daher für viele Anleger ein „langfristig erfolgversprechendes Investment“. Laut Joshua Krüger von der Krypto-Organisation Deuro Association zählt dabei ein zentraler Punkt: „Solange ein Großteil des Altcoin-Ökosystems auf der Ethereum-Infrastruktur aufbaut, wird der ETH-Kurs maßgeblich bestimmen, wie sich der Altcoin-Markt insgesamt entwickelt.“

So gut sind Bitcoin-Alternativen Solana und Ripple
Als zweiter Favorit unter den Experten etabliert sich Solana (SOL). Silenskyte erklärt: „Hoher Durchsatz, niedrige Transaktionskosten und eine starke Kundenbindung haben zu einem der am schnellsten wachsenden Ökosysteme im Kryptobereich geführt.“ Die Fähigkeit von Solana, On-Chain-Aktivitäten in ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell umzuwandeln, hebe das Projekt von den meisten Wettbewerbern ab. Die Stärken lägen in konkreten Anwendungsfällen und dem technologischen Vorsprung bei Performance und Kosten, ergänzt Dirk Heß. Zusätzlich zeigt sich auch hier zunehmend institutionelles Interesse.
Der dritte Konsens-Favorit ist Ripple (XRP). „Mit seinem gezielten Fokus auf grenzüberschreitende Werttransfers ist XRP gut positioniert, um von der steigenden Nachfrage in Schwellenländern zu profitieren“, analysiert Silenskyte. Nutzer und Institutionen suchten zunehmend nach Alternativen zu US-Dollar-zentrierten Zahlungssystemen.
Laut Heß ist der Coin „ein bisschen Newcomer“, allerdings mit großer institutioneller Nachfrage: Der Launch von Spot-ETFs auf XRP sei erfolgreicher gewesen als jener von Bitcoin oder Ethereum, was die konkreten Anwendungsmöglichkeiten im globalen Zahlungsverkehr unterstreiche. Mit Sicht auf die Volatilität des Marktes betont der Experte aber: „Für alle drei Coins gilt es, genau hinzusehen.“
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Krypto-Begriffe erklärt:
Altcoins – Alle Kryptowährungen außer Bitcoin, oft mit unterschiedlichen Anwendungsfällen wie DeFi, Gaming oder Infrastruktur.
Stablecoins – Kryptowährungen, die an einen stabilen Wert wie den US-Dollar gebunden sind, um Preisvolatilität zu vermeiden.
Tokenisierung – Prozess, der reale Vermögenswerte (etwa Immobilien oder Kunst) als digitale Tokens auf einer Blockchain abbildet.
Tokens – Digitale Vermögenswerte auf einer Blockchain, die beispielsweise Rechte, Zugang oder Wert repräsentieren.
Smart Contracts – Selbstausführende Verträge auf der Blockchain, die bei bestimmten Triggern automatisch Bedingungen erfüllen.
On-Chain-Aktivitäten – Alle öffentlich verifizierbaren Transaktionen oder Aktionen auf einer Blockchain.
Spot-ETFs – Börsengehandelte Fonds mit einem direkten Basiswert (zum Beispiel Bitcoin), im Gegensatz zu Derivaten oder Futures.
Infrastruktur-Layer – Die technische Basis einer Blockchain (etwa Netzwerkprotokolle und Nodes), auf der Anwendungen und Tokens aufgebaut werden.
Meme-Coins – Kryptowährungen auf Basis von Internet-Memes oder Trends, meist stark spekulativ.
Decentralized Autonomous Organizations (DAOs) – Dezentral über Smart Contracts gesteuerte Organisationen ohne zentrale Führung.
Governance – Mechanismen für die Entscheidungen der Token-Inhaber über ein Projekt, ein Protokoll oder eine DAO.
Privacy-Lösungen – Technologien zur Anonymisierung von Transaktionen oder Nutzerdaten auf Blockchains.
Altcoins: Krypto-Profi verrät persönlichen „Geheimtipp“
Neben den drei vergleichsweise bekannten Coins nennt Joshua Krüger drei weitere vielversprechende Projekte: Als Gewinner bis Ende 2026 sieht der Deuro Association-Experte Chainlink (LINK). Partnerschaften mit SWIFT, Mastercard oder UBS zeigten, dass der Coin zur Brücke zwischen traditioneller Finanzwelt und Blockchain werde. „Wenn sich diese Entwicklung fortsetzt, könnte Chainlink zu einem zentralen Infrastruktur-Layer der tokenisierten Finanzmärkte werden“, prognostiziert er.
Auch der Coin Ondo könnte vom Boom der Tokenisierung hochwertiger Anlageklassen wie US-Staatsanleihen oder Geldmarktfonds profitieren, vermutet Krüger. Vermögenswerte, die lange nur institutionellen Anlegern vorbehalten waren, würden erstmals breiter verfügbar – ein Trend, der zu den stärksten Wachstumstreibern der nächsten Jahre gehören dürfte. Als „Geheimtipp“ bezeichnet Krüger das Hamburger Projekt Tokenforge: Es habe sich professionell und reguliert auf Real-World-Asset-Tokenisierung spezialisiert.
Kryptowährungen: Experten sehen 2026 klare Verlierer-Coins 2026
Trotz eindeutiger Favoriten haben die Profis auch bei den Verlierern des Kryptomarktes klare Erwartungen. Am stärksten vom Werteverlust bedroht seien Altcoins, „die keine nennenswerte reale Akzeptanz finden und keinen klar definierten wirtschaftlichen Anwendungsfall haben“, sagt Dovile Silenskyte. Als Beispiele nennt sie Projekte, die sich ausschließlich auf Hypes stützten, kein nachhaltiges Erlösmodell böten oder keine Entwickler und Nutzer anziehen könnten.
Laut Krüger bauen 2026 vor allem technisch ausbaubare oder rein spekulative Altcoins ab. In jedem Zyklus sortiere der Markt Projekte ohne klaren Nutzen, funktionierendes Ökosystem oder tragfähiges Geschäftsmodell aus. Auch Heß zufolge sind solche Altcoins „überproportional gefährdet“. Wo Innovation und Nutzung ausblieben, sänken Relevanz und Kapitalzuflüsse meist schnell. Das zähle besonders für Meme-Coins mit einem „stark spekulativen Charakter“, so der Experte.

Wissenschaftler nennt Erfolgsfaktoren für Kryptowährungen
David Florysiak, Professor für Fintech an der Internationalen Hochschule in München, rät auch aus wissenschaftlicher Sicht zu weniger spekulativen Währungen. 2026 werden seiner Einschätzung nach vor allem Altcoins wichtig, die sich über funktionierende Decentralized Autonomous Organizations (DAO) organisieren. „Aktuelle Forschung zeigt, dass solche Strukturen stabiler und widerstandsfähiger sind als Tokens, die kaum in echten Anwendungen genutzt werden und deren Wert vor allem von kurzfristigen Marktbewegungen abhängt“, erklärt Florysiak.
Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass viele als dezentral verkaufte Projekte in Wirklichkeit von wenigen großen Investoren kontrolliert werden – mit entsprechend hohem Risiko für alle anderen. Projekte mit klaren Regeln, aktiver Beteiligung und nachvollziehbaren Richtlinien oder Governance hätten dagegen langfristig bessere Erfolgschancen, so der Experte.
Krypto 2026: Technologie und Regulierung als entscheidende Faktoren
Alles in allem leite sich die Entwicklung bei den Altcoins 2026 vor allem davon ab, welche technologischen oder regulatorischen Entwicklungen sich durchsetzten, sagt Joshua Krüger. Sollte sich die Tokenisierung klassischer Finanzwerte – also der Transfer von Aktien, Anleihen oder Fonds auf die Blockchain – weiter beschleunigen, profitierten vor allem Projekte, die Infrastruktur bereitstellen.
Auf der anderen Seite könnten verschärfte regulatorische Maßnahmen gegen Privacy-Lösungen vielen anonymitätsfokussierten Tokens erheblich schaden, warnt der Profi. Wenn Staaten und Aufsichtsbehörden weltweit den Druck auf vollständig private Transaktionen erhöhten, schränke das deren langfristige Perspektive ein.
Quellen:
Im Gespräch mit David Florysiak, Professor für FinTech an der IU Internationale Hochschule in München. Er forscht und lehrt zu finanzwirtschaftlichen und regulatorischen Fragestellungen rund um Kryptowerte. Zudem ist er in diesem Bereich als Sachverständiger und Berater tätig. (Dezember 2025)
Im Gespräch mit Dovile Silenskyte, Director Digital Assets Research bei WisdomTree (Dezember 2025)
Im Gespräch mit Dirk Heß, Geschäftsführer von nxtAssets (Dezember 2025)
Im Gespräch mit Joshua Krüger Head of Growth bei der dEURO Association (Dezember 2025)
Tokenforge (TKFG) – Kryptowährung, in: coingecko.com. Zuletzt abgerufen am 29.01.2025



