Im November überschlagen sich Finanzdienstleister mit Sonderangeboten zum „Black Friday“. Was im Einzelhandel längst zum Standard gehört, erobert nun auch die Finanzbranche: Zeitlich begrenzte Rabattaktionen für Tagesgeld, Festgeld, Versicherungen, Kreditkarten und Girokonten sollen Kunden zum schnellen Vertragsabschluss bewegen. Doch lohnt sich die Schnäppchenjagd? Wir haben eine Verbraucherschützerin gefragt, worauf Sparer und Kreditnehmer unbedingt achten sollten.

Lesen Sie hier: Die besten Angebote und Deals zum Black Friday und Black Week 2025.

Black Friday: Verbraucherschützerin spricht von „Marketing-Masche“

Sandra Klug, Abteilungsleiterin für Geld und Versicherungen bei der Verbraucherzentrale Hamburg, bezeichnet die „Black Week“ oder ähnliche Aktionen rund um den Black Friday als „Marketing-Masche“. Dabei warnt sie vor überstürzten Vertragsschlüssen. Ihrer Meinung nach seien alle notwendigen und guten Produkte das ganze Jahr über verfügbar und Verbraucher sollten sich nicht drängen lassen.

Besonders kritisch bewertet Klug Finanzentscheidungen unter Zeitdruck. Auf die Frage, welche Finanzentscheidungen man niemals überstürzt treffen sollte, antwortet sie unmissverständlich: „Alle.“ Denn: Eine falsche Entscheidung könne deutlich teurer werden, als ein verpasstes Schnäppchen.

Der Haken bei Black-Friday-Angeboten: Komplexe Bedingungen und lange Wartezeiten

Klug betont: „Grundsätzlich sollte zunächst der Bedarf ermittelt werden.“ Sie empfiehlt, unabhängige und neutrale Beratung in Anspruch zu nehmen. Erst wenn klar sei, was tatsächlich benötigt werde, sollten Verbraucher die entsprechenden Produkte abschließen.

Diese Herangehensweise widerspricht dem Prinzip der Black Week, die auf Impulskäufe und schnelle Entscheidungen setzt. Während sich zeitlich begrenzte Rabatte im Elektronikhandel durchaus lohnen können, bergen überstürzte Vertragsabschlüsse im Finanzbereich langfristige Risiken.

Young woman saving money in piggy bank at home
Bei manchen Banken sind bis zu 200 Euro Prämie drin – aber es gibt einen Haken. © Getty Images | mladenbalinovac

Verbraucher sollten beachten: Die verlockenden Summen täuschen meist über die Komplexität vieler Angebote hinweg. Nahezu alle Prämien knüpfen die Anbieter an Bedingungen: Mindestgeldeingänge, Mindestanzahl von Transaktionen, Haltedauern oder Zustimmung zu Werbemails.

Verbraucherschützerin Klug empfiehlt daher eine klare Vorgehensweise: „Zunächst sollten die Angebote unabhängig von der Black Week verglichen werden.“ Nur wenn ein Angebot dann tatsächlich günstiger ausfalle als reguläre Konditionen, könne man sich über die zusätzliche Prämie freuen.

Angebote bei ING, DKB & Co.: Deals für Girokonten, Tagesgeld & Festgeld

Doch mit welchen Angeboten locken Banken und Broker derzeit? Wir haben einige Black-Friday-Aktionen zusammengestellt. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten aber auch einen eigenen Vergleich durchführen – nur so lässt sich prüfen, welches Produkt wirklich passt. Die aktuellen Angebote:

Hilfreich für einen weiteren Vergleich sind nicht nur Vergleichsplattformen oder Ratgeber wie Finanztip. Auch unsere Redaktion bietet verschiedene Optionen, beispielsweise hier:

Fazit zu Black-Friday-Angeboten: Prüfen lohnt sich mehr als Eilen

Black-Friday-Angebote im Finanz- und Versicherungsbereich können durchaus attraktiv sein – wenn sie zum individuellen Bedarf passen. Ein Girokonto-Wechselbonus von 200 Euro ist nicht zu verachten, sofern das Konto auch ohne Aktion die richtige Wahl gewesen wäre. Gleiches gilt für Festgeldangebote oder Depot-Prämien.

Die Devise sollte jedoch lauten: Erst vergleichen, dann entscheiden. Verbraucher sollten sich nicht von künstlicher Verknappung unter Druck setzen lassen. Denn gute Finanzprodukte verschwinden nicht nach der Black Week – und eine übereilte Entscheidung kann jahrelang Konsequenzen haben. Wer seinen Bedarf kennt und Angebote gründlich prüft, kann von Aktionen profitieren. Wer sich jedoch zu unüberlegten Abschlüssen verleiten lässt, zahlt am Ende möglicherweise drauf.

Quellen:

Im Gespräch mit Sandra Klug, Abteilungsleiterin Geld und Versicherungen von der Verbraucherzentrale Hamburg e.V. am 12. November 2025.

Eigene Recherche bei den Online-Auftritten der jeweiligen Anbieter.