Obwohl Deutschland stellenweise noch immer mit der Kartenzahlung hadert und auf Bargeld setzt, sind Kreditkarten weltweit ein zuverlässiges Zahlungsmittel. Sie unterscheiden sich in Gebühren, Konditionen und Bearbeitungszeiten. Wer eine Kreditkarte beantragen will, sollte deshalb vorher genau vergleichen. Entscheidend sind die eigene Nutzung, die Kosten und die Bonitätsprüfung. Dieser Überblick erklärt, welche Kartenarten es gibt, worauf Banken beim Antrag achten – und wann eine Karte auch ohne Schufa möglich ist.
Kreditkartentypen: Wie sie funktionieren und was sie unterscheidet
Es gibt verschiedene Arten von Kreditkarten mit unterschiedlichen Verwendungszwecken. Karteninteressierte sollten sich vor dem Antrag zumindest grundsätzlich mit ihren Vor- und Nachteilen auseinandersetzen. Welcher Kartentyp am besten passt, hängt von der finanziellen Situation und der geplanten Kartennutzung ab.
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Klassische Charge-Kreditkarte
„Bei einer klassischen Kreditkarte werden die mit der Karte getätigten Zahlungen gebündelt einmal monatlich abgerechnet und ganz oder teilweise vom Girokonto eingezogen“, erklärt Volker Schmidtke, Finanzexperte bei der Berliner Verbraucherzentrale. „Bis dahin hat man über die Karte quasi einen meist kostenfreien Kredit.“ Die klassische Kreditkarte funktioniert also im Prinzip auf Rechnung. Meist fällt für solche Charge-Karten eine zweistellige Jahresgebühr an.
Kostenlose Kreditkarte
Kostenlose Kreditkarten sind Charge-Karten ohne Jahresgebühr. Sie eignen sich für Verbraucher, die ihre Karte nur gelegentlich einsetzen. Allerdings können hier weitere Gebühren anfallen, etwa Fremdwährungsgebühren oder Bargeldabhebungsgebühren. Lesen Sie dazu auch: Welche Unterschiede Sie bei den Kreditkarten-Kosten beachten sollten.
Debit- und Prepaid-Kreditkarten
„Bei Prepaid-Karten wird ein Betrag auf ein Kartenkonto geladen, der dann verbraucht werden kann – wie beim Handy“, so Volker Schmidtke. Da Kartenbesitzer nur tatsächlich vorhandenes Guthaben auf ihrer Karte nutzen, schützt die Prepaid-Kreditkarte vor Verschuldung. Prepaid-Karten sind auch für Jugendliche geeignet. Gleichzeitig sind sie unflexibler als andere Kartentypen: Wer die Karte zum Beispiel im Urlaub braucht, ist an einen bestimmten Geldbetrag gebunden.
Goldene und Premium-Kreditkarten
Goldene und Premium-Kreditkarten sind das Upgrade zur klassischen Kreditkarte. Sie bieten oft höhere Kreditlimits und zusätzliche Leistungen wie Versicherungen und Bonusprogramme. Allerdings brauchen Kartenbesitzer dafür eine solide Bonität und müssen höhere Jahresgebühren zahlen. Dabei sind die zusätzlichen Leistungen ihr Geld laut Schmidtke nicht unbedingt wert.
„Versicherungen über die Kreditkarte benötigen Verbraucher oft gar nicht“, sagt er. Gerade die enthaltenen Reiseversicherungen hätten viele separat abgeschlossen, etwa eine Auslandsreise-Krankenversicherung. „Hier reichen die karteninkludierten Versicherungen nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest regelmäßig gar nicht aus“, ergänzt Schmidtke. Wichtig sei deswegen auch der Vergleich der Versicherungskonditionen.

Reisekreditkarte
Reisekreditkarten sind auf die Nutzung im Ausland ausgelegt. Sie bieten meist niedrige Fremdwährungsgebühren, Reiseversicherungen und manchmal Bonuspunkte oder Meilen. Für Vielreisende können solche Angebote praktisch sein. Schmidtke empfiehlt gerade auf Reisen außerhalb Europas allerdings auch eine klassische Kreditkarte: „um dort zu bezahlen, Geld abzuheben oder beispielsweise einen Mietwagen zu reservieren“.
Wo sollte man eine Kreditkarte beantragen?
Die besten Anlaufstellen für Kreditkarten sind Banken oder seriöse Online-Anbieter. Die Angebote von Direktbanken sind häufig günstiger als jene von Filialbanken. Dafür bieten erstere keine persönliche Beratung vor Ort. Schmidtkes Rat: „Verbraucher sollten sich überlegen, wofür sie die Karte vor allem benutzen wollen und daraufhin die Kosten der Anbieter vergleichen“, so der Finanzexperte. „Dabei hilft die Stiftung Warentest, die regelmäßig Kreditkarten testet.“
Auch Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox können beim Vergleich der Gebühren und Zusatzleistungen helfen. Unser Kreditkarten-Rechner verschafft einen ersten Überblick:
Kreditkarte beantragen: Diese Voraussetzungen gelten
Nicht jeder kann eine Kreditkarte beantragen. Die wichtigsten Voraussetzungen im Überblick:
- Volljährigkeit: Minderjährige können alleine keine Kreditkarte beantragen. Es gibt zwar Kreditkarten für Kinder und Jugendliche, allerdings muss ein Erziehungsberechtigter bei der Antragstellung dabei sein und seine Zustimmung geben.
- Fester Wohnsitz: Für die Beantragung einer Kreditkarte in Deutschland ist ein fester Wohnsitz im Land grundsätzlich erforderlich. Banken sind dazu verpflichtet, die Identität und Erreichbarkeit des Kunden festzustellen.
- Gültiger Ausweis: Aus diesem Grund ist auch ein gültiges Ausweisdokument verpflichtend. Das kann der Personalausweis oder Reisepass sein.
- Ausreichend Bonität: Banken wollen sicherstellen, dass ihre Kunden kreditwürdig sind und zuverlässig zahlen. Daher erfragen sie eine Bonitätsauskunft, ehe sie eine Kreditkarte bewilligen.
- Besitz eines Girokontos: Anbieter buchen den offenen Kreditkartenbetrag in der Regel per Lastschrift vom Girokonto ab. Ohne Verrechnungskonto geht das nicht.
Kreditkarte beantragen ohne Schufa – geht das?
Für die meisten Kreditkarten ist eine Schufa-Abfrage nötig. Der Bonitätscheck gibt der Bank Auskunft darüber, ob der Kunde zuverlässig seine Rechnungen begleicht und kreditwürdig ist. Manche Anbieter werben damit, trotz negativer Schufa Kreditkarten anzubieten. Doch Finanzexperte Schmidtke warnt vor solchen Angeboten: „Seriöse Kredite werden praktisch nie ohne entsprechende Bonität und Bonitätsprüfung vergeben.“ Oft seien die vermeintlichen Kredite mit einer überteuerten Prepaid-Kreditkarte verbunden.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Ablauf und Dauer: Die wichtigsten Schritte von Antrag bis Aktivierung
Nach der Bonitätsprüfung ist der Kreditkartenantrag an sich ein einfacher und kurzer Prozess:
- Antrag stellen: Die meisten Kreditkarten lassen sich online beantragen. Ihre Identität weisen Interessierte über das Video-Ident- oder Post-Ident-Verfahren aus. Das funktioniert von zu Hause aus oder in einer Postfiliale.
- Prüfung und Entscheidung: Bei klassischen Kreditkarten, Gold- oder Premiumkarten führt die Bank einen Bonitätscheck durch. Dies funktioniert elektronisch und dauert ein paar Stunden bis wenige Tage.
- Versand: Bei einer ausreichenden Bonität erhält der Verbraucher eine Bestätigung und die Karte wird per Post verschickt. Meist kommt sie innerhalb weniger Tage, maximal innerhalb von zwei Wochen, beim Kunden an.
- Aktivierung: Danach muss der Karteninhaber seine Karte aktivieren, zum Beispiel per PIN in der Kreditkarten-App oder telefonisch. Danach ist die Kreditkarte nutzbar.
- Grundsätzlich können Bankkunden ihre Kreditkarte auch in einer physischen Filiale beantragen. Oft ist der Prozess aber mit einem größeren Aufwand verbunden.
Tipps für die erfolgreiche Antragstellung
Wenn die Bonität stimmt, sollte der Kreditkartenantrag problemlos und zügig ablaufen. Um das im Vorfeld herauszufinden, können Karteninteressierte Ihren Schufa-Score bei der Auskunftei erfragen. Sollten falsche Einträge vorliegen, ist eine Korrektur möglich. Weitere Tipps für einen erfolgreichen Antrag:
- Realistische Kreditrahmen angeben: Ein zu hoch angesetztes Wunschlimit führt eher zur Ablehnung.
- Einkommen sauber nachweisen: Zuschläge, Boni oder Nebeneinkünfte klar dokumentieren
- Stabile Kontoführung zeigen: Dispo nicht dauerhaft überziehen
- Vergleichsportale nutzen: Manche Banken sind deutlich großzügiger bei Limits als andere.
Diese Kosten fallen beim Beantragen der Kreditkarte an
Die Beantragung einer Kreditkarte ist in der Regel kostenlos. Anders sieht es aus, wenn die erste Kreditkarte verloren gegangen ist. Dann fallen häufig Gebühren für das Sperren der alten Karte und das Erstellen einer Ersatzkarte an. Laut Check24 sind das im Schnitt aber nicht mehr als zehn bis 15 Euro.
So beantragen Sie die passende Kreditkarte
Ob für Reisen, Onlinekäufe oder als Reserve: Der Nutzen bestimmt die passende Karte. Danach lohnt sich ein genauer Kostenvergleich. Jahresgebühr, Auslandseinsatz und Zinsen unterscheiden sich stark. Die Voraussetzungen sind einfach, doch die Bonität ist entscheidend. Sie beeinflusst, ob eine Bank die Karte ausstellt und welches Limit sie setzt. Angebote ohne Schufa-Prüfung klingen verlockend, sind aber oft teuer oder unseriös. Wer realistische Kreditgrenzen nennt, ein schuldenfreies Konto führt und vollständige Unterlagen einreicht, erhält seine Karte meist binnen ein bis zwei Wochen.
Quellen:
Deutsche Bundesbank. Kartenzahlungen legen stark zu. Abgerufen am 10. November 2025, von https://www.bundesbank.de/de/presse/pressenotizen/kartenzahlungen-legen-stark-zu-937042
Finanztip. Kreditkarte beantragen: So kommst du an die richtige Kreditkarte. Abgerufen am 10. November 2025, von https://www.finanztip.de/kreditkarten/kreditkarte-beantragen/
American Express. Kurz erklärt: Ab wann du eine Kreditkarte beantragen kannst. Abgerufen am 10. November 2025, von https://www.americanexpress.com/de-de/kampagnen/guide/kreditkarten/nutzung-tipps/ab-wann-kreditkarte-beantragen-13015
Check24. Kostenlose Ersatzkarte? Abgerufen am 10. November 2025, von https://www.check24.de/kreditkarte/news/kreditkarte-und-girocard-ersatzkarte-muss-kostenlos-sein-59185



