Der Neobroker Trade Republic hat sein Zinsangebot ausgeweitet. Dabei handelt es sich um eine spezielle Art von Anleihen-ETFs, die auch Laufzeit-ETFs genannt werden. Die Fälligkeit der im ETF enthaltenen Anleihen ist dabei grob auf das Laufzeitende des Fonds abgestimmt, was eine planbare Rendite ermöglicht – ähnlich wie bei einer Direktanlage in einzelne Anleihen oder Festgeld.

Laut der „Wirtschaftswoche“ handelt es sich bei dem Angebot konkret um 18 ETFs der Blackrock-Serie iBonds mit fixem Enddatum. Die verfügbaren ETFs haben Laufzeiten zwischen 2026 und 2034 und verursachen Kosten von 0,12 Prozent pro Jahr.
Nach Angaben des Neobrokers liegt die Rendite „je nach Laufzeit im Schnitt ein bis drei Prozentpunkte über einem durchschnittlichen Tagesgeldkonto.“

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Anleihen-ETF und Laufzeit-ETF: Was ist der Unterschied?

Aber wo liegt nun der Unterschied zu klassischen Anleihen-ETFs? Ein Anleihen-ETF ist ein börsengehandelter Fonds, der einen bestimmten Index abbildet. Er bietet Investoren die Option, breit gestreut in den Anleihemarkt zu investieren. Wenn Anleihen aus dem Index fällig werden, wird wieder reinvestiert. Damit ist der ETF stets in ein Anleihenportfolio investiert, welches den Indexbedingungen entspricht.

Im Gegensatz dazu haben die Anleihen, in die ein iBond-ETF investiert, eine ähnliche Laufzeit. Das soll sicherstellen, dass am Laufzeitende des ETFs auch alle im Fonds enthaltenen Anleihen endfällig sind. Durch diese Endfälligkeit können Anlegerinnen und Anleger ihre Kapitalströme besser planen und wissen bereits beim Kauf, welche Rendite sie aus dem Investment erwarten können.

Anleihen-ETFs bei Trade Republic: Was gilt es zu beachten?

Anleihen gelten zwar als risikoärmere Anlageklasse als Aktien, sind aber auch nicht risikofrei. Wer beispielsweise vor Laufzeitende verkauft, muss mit Kursverlusten rechnen – etwa wenn die Zinsen steigen oder sich die Bonität des Schuldners verschlechtert.

Wichtig ist zudem: Bei US-Anleihen tragen Anleger zusätzlich das Währungsrisiko – Wechselkursschwankungen können die Rendite schmälern oder erhöhen.

Eine Frau checkt ihr Depot.
Anleihen gelten als risikoärmer als Aktien, sind aber längst nicht risikofrei. © iStock / Getty Images | damircudic

Der Vorteil von Lauf­zeit-ETFs im Vergleich zu herkömmlichen Anleihen-ETFs ist, dass es geringere Kurs­risiken gibt – sofern Anleger den ETF wirk­lich bis Fälligkeit halten. Ein Nachteil ist hingegen, dass Investoren sich nach der Laufzeit erneut Gedanken um die Geldanlage machen müssen.

Anders als beim Festgeld kommen Anleger während der Lauf­zeit an ihr Geld ran. Die Fonds können jeder­zeit zum jeweils aktuellen Kurs verkauft werden. Dann kann es allerdings sein, dass weniger als die ursprüng­lich erwartete Rendite herausspringt.

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.

Trade Republic: Zinsprodukte in schwierigem Marktumfeld

Die Produkterweiterung von Trade Republic erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem das Zinsumfeld für Anleger weniger attraktiv geworden ist. Trade Republic verzinst nicht-investierte Kundengelder derzeit mit zwei Prozent – in der Spitze waren es vier Prozent. Der Rückgang ist auf die gesunkenen Einlagenzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückzuführen, die Trade Republic direkt weiterreicht.

Zum Vergleich: Auch Wettbewerber wie Scable Capital bieten noch zwei Prozent Zinsen auf nicht-investiertes Guthaben. Der Neobroker bietet ebenfalls Zugang zu Laufzeit-ETFs.

Auch wenn Laufzeit-ETFs eine Alternative zu herkömmlichen Anleihen sein können, kann es sich lohnen, die Verzinsung der Laufzeit-ETFs mit dem jeweils besten Festgeld gleicher Laufzeit zu vergleichen. Denn auch hier lassen sich noch bis zu drei Prozent Zinsen rausholen. Außerdem unterliegt Fest­geld der Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Unser Festgeld-Vergleich zeigt die Top-Angebote. Auch unser Spar-Ticker informiert regelmäßig über aktuelle Festgeld- und Tagesgeldkonditionen.

Quellen:

Trade Republic. (2025, 15. Oktober). Pressemitteilung: Trade Republic erweitert sein Wealth Management Portfolio um Zinsprodukte. Abgerufen von https://assets.traderepublic.com/assets/files/251015_TradeRepublic_PressRelease_Fixed_Income_DE_DE.pdf?_ga=2.7427506.1435559656.1760436189-621310958.1755499974

Baur, K. (2025, 15. April). Laufzeit-ETF: Taugen iBonds und Co als Alternative zu Festgeld? Stiftung Warentest. Abgerufen von https://www.test.de/iBonds-ETF-von-iShares-Die-ersten-Anleihe-ETF-mit-Faelligkeitsdatum-6041413-0/

WiWo Redaktion. (2025). iBonds: Trade Republic weitet Angebot an Zinsprodukten aus. WirtschaftsWoche. Abgerufen von https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/ibonds-trade-republic-weitet-angebot-an-zinsprodukten-aus/100162200.html

Jordan, M. (o. J.). iBonds-ETFs einfach erklärt: Das taugen die Laufzeit-ETFs. extraETF. Abgerufen von https://extraetf.com/de/wissen/ibonds