- Viele Menschen träumen davon, Millionär zu werden – oder wollen wenigstens im Alter finanziell abgesichert sein.
- Wir haben unterschiedliche Portfolios und Strategien geprüft, um zu zeigen, wie Sparen wirklich wirken kann.
- Eine Rechnung zeigt zudem, welche Möglichkeiten das Kindergeld dabei bietet.
Viele Menschen träumen davon, Millionär zu werden – oder zumindest im Alter finanziell abgesichert zu sein. Doch wie viel Geld sollten Sparer tatsächlich für die Rente zurücklegen? Wir haben verschiedene Analysen zusammengetragen und Szenarien durchgerechnet. Dabei zeigen wir unter anderem: Welche monatliche ETF-Sparrate nötig wäre, um im Alter Millionär zu werden, wie Eltern mit dem Kindergeld den Grundstein für die finanzielle Absicherung ihres Nachwuchses legen können und welche Sparraten Finanzratgeber allgemein empfehlen.
Kindergeld investieren: So viel sollten Eltern monatlich zurücklegen
Erst kürzlich stellte ein Instagram-Nutzer Bundeskanzler Friedrich Merz die Frage, ob er sich schon jetzt Sorgen um seine Altersvorsorge machen müsse. Merz antwortete in einem Reel auf der sozialen Plattform: „Nein. Vorausgesetzt (…), du tust in jungen Jahren genug für deine Altersversorgung. Verlass dich nicht nur auf die gesetzliche Rentenversicherung. Ein bisschen sparen im Monat – 10, 20 oder 50 Euro – über eine lange Zeit, sichert ein gutes Alterseinkommen. Damit kann man gar nicht früh genug anfangen.“
Die Aussage sorgte für eine rege Diskussion. Denn auch wenn Sparen grundsätzlich ein sinnvoller Rat ist, sorgte die Höhe der vorgeschlagenen Beträge für Kritik. Das Verbraucherportal Finanztip hat den Vorschlag einmal durchgerechnet: Wer mit 20 Jahren monatlich zehn Euro in einen weltweit gestreuten Aktien-ETF mit einer durchschnittlichen Jahresrendite von sechs Prozent investiert, hat nach 47 Jahren rund 30.000 Euro angespart – vor Steuern.

Doch soll dieses Kapital bis zum Lebensende reichen, können jährlich nur etwa 3 Prozent entnommen werden. Am Ende blieben weniger als 80 Euro pro Monat – inflationsbereinigt nur noch rund 30 Euro.
Finanztip rät deshalb: Wer mit 20 Jahren rund 30.000 Euro brutto verdient, sollte mindestens 10 Prozent seines Nettoeinkommens – etwa 190 Euro pro Monat – in einen globalen ETF investieren, um die spätere Rentenlücke zu schließen. Wer erst mit 30 beginnt, muss sogar rund 15 Prozent des Nettos zurücklegen. Grundlage dieser Empfehlung seien über 900 Modellfälle, heißt es.
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Millionär in Rente: Mit dieser ETF-Sparrate klappt es
Auch wir wollten es nochmal genauer wissen – aber haben uns hierbei direkt das ambitionierte Ziel des Millionärs gesetzt. Dafür haben wir unterschiedliche Szenarien durchgerechnet und uns dabei an einer Studie von Vanguard orientiert. Der Vermögensverwalter hat auf Basis von 120 Jahren Daten die durchschnittlichen Renditen verschiedener Portfolios ermittelt.
Wir haben uns klassische Modelle angesehen: das 60/40-Portfolio (Aktien/Anleihen), das 80/20-Portfolio sowie ein reines Aktienportfolio. Wir wollten herausfinden: Welche Sparrate braucht man, je nach Portfoliokonstruktion, um Millionär zu werden?
| 60/40-Portfolio (Aktien/Anleihen) | 80/20-Portfolio (Aktien / Anleihen) | Reines Aktienportfolio | |
| Durchschnittliche jährliche Rendite seit 1901 | 6,3 % | 6,8 % | 7,3 % |
| Monatliche Sparrate zur Million über 15 Jahre | 3380,55 € (Endkapital: 1.000.000,27 Euro) | 3244,81 € (Endkapital: 999.999,55 €) | 3.113,88 € (Endkapital: 999.999,15) |
| Monatliche Sparrate zur Million über 25 Jahre | 1405,03 € (Endkapital: 1.000.005,59 €) | 1.304,77 € (Endkapital: 1.000.005,90 €) | 1.210,83 € (Endkapital: 1.000.007,11 €) |
| Monatliche Sparrate zur Million über 35 Jahre | 675,57 € (Endkapital: 1.000.006,08 €) | 604,46 € (Endkapital: 1.000.014,49 €) | 540,09 € (Endkapital: 1.000.005,89 €) |
| Monatliche Sparrate zur Million über 50 Jahre | 248,54 € (Endkapital: 1.000.006,35 €) | 208,86 € (Endkapital: 1.000.023,39 €) | 175,02 € (Endkapital: 1.000.015,02 €) |
Die Daten wurden mithilfe des Sparplanrechners von Finanztip errechnet. Es ist allerdings eine vereinfachte Rechnung, Steuern und Gebühren sind nicht berücksichtigt.
Unser Ergebnis zeigt klar: Je länger der Anleger kontinuierlich spart, desto geringer kann am Anfang die Sparrate sein. Selbstverständlich kann, die mögliche Sparrate auch im Laufe des Lebens schwanken. Daher handelt es sich hierbei lediglich um eine Beispielrechnung.

Kindergeld clever anlegen: So kann Ihr Kind später zum Multimillionär werden
Einen weiteren Weg zum Millionärsdasein liefert auch das Vergleichsportal Verivox: Hier haben Eltern das Kindergeld von derzeit 255 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan investiert – und zwar über 18 Jahre hinweg. In der Modellrechnung berücksichtigt Verivox regelmäßige Kindergelderhöhungen von durchschnittlich 2,5 Prozent pro Jahr, entsprechend der Steigerungsrate der vergangenen 25 Jahre. In gleicher Höhe steigen jedes Jahr auch die monatlichen Einzahlungen in den ETF-Sparplan.
Bei vollständiger Anlage des Kindergelds fließen etwa 68.500 Euro in das Wertpapierdepot. Durch Rendite und Zinseszinseffekt hat das Depot am Ende der Einzahlphase aber bereits einen Wert von rund 135.000 Euro.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Für sein Millionenvermögen muss das Kind im Erwachsenenalter nichts weiter tun, als das angesparte Kapital unangetastet zu lassen. Bei einer konstanten jährlichen Rendite von 7,5 Prozent überschreitet das Vermögen bereits mit 46 Jahren die Millionengrenze. Bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren hätte das Familienmitglied Wertpapiere im Gesamtwert von 4,6 Millionen Euro im Depot. Bei einem Verkauf blieben ihm nach Abzug von Abgeltungssteuer und Soli immer noch 3,8 Millionen Euro übrig.
Egal, welches Szenario man betrachtet: Entscheidend ist, früh anzufangen. Denn je länger der Anlagehorizont, desto stärker wirkt der Zinseszinseffekt. Gleichzeitig gilt auch: Jede Geldanlage birgt Risiken, und eine Garantie auf künftige Renditen gibt es nicht.
Quellen:
Instagram-Video von Friedrich Merz (@bundeskanzler) // Abgerufen: 22. August 2025
Stellungnahme von Finanztip zum Instagram-Video von Friedrich Merz // Abgerufen: 22. August 2025
Studie von Vanguard zu: „120 Jahre Renditen: eine Zeitreise durch globale Portfolios“ // Abgerufen: 22. August 2025
Sparplan-Rechner von Finanztip // Abgerufen: 22. August 2025
Rechnung von Verivox: „Nur durchs Kindergeld: So ist der Nachwuchs mit 46 Jahren Millionär“ // Abgerufen: 22. August 2025



