• Bitcoin ist die bekannteste Kryptowährung – doch welche Investmentmöglichkeiten gibt es?
  • Wir zeigen die Unterschiede zwischen Coin, ETF, ETP, ETN und ETC auf.
  • Darüber hinaus präsentieren wir Krypto-Alternativen, die dieses Jahr Bitcoin klar übertrafen.

Die Kryptowährung Bitcoin befindet sich seit Jahresbeginn in einem deutlichen Aufwärtstrend. Aktuell notiert der Bitcoin-Kurs bei rund 97.755 Euro (Stand: 16. September) – ein Jahresplus von etwa 85 Prozent. Doch wie können Anleger überhaupt in den Kryptomarkt einsteigen? Und warum sind Bitcoin-ETFs in Deutschland bislang nicht zugelassen?

Wir haben nachgefragt und zeigen außerdem, welche Krypto-Produkte über ein Jahr ein Plus von bis zu 390 Prozent verzeichnen konnten. Anlegerinnen und Anleger sollten aber stets bedenken: Eine hohe Rendite bedeutet am Kapitalmarkt häufig aber auch ein ebenso hohes Risiko.

>> Bitcoin kaufen: Wie geht das? Der unkomplizierte Weg zum ersten Coin

Bitcoin-Investments in Deutschland: Welche Alternativen zu ETFs existieren?

Das naheliegendste, um in den Kryptomarkt einzusteigen ist, den Coin direkt zu kaufen. Wer hingegen lieber auf Finanzprodukte wie ETFs setzt, stößt in Europa auf ein Problem: Bitcoin-ETFs gibt es hierzulande – anders als in den USA – nicht.

Grund ist das europäische Recht. Ein ETF muss demnach mehr als ein Asset abbilden. Bedeutet, der Fonds muss diversifizierter sein. „Es existieren jedoch bereits Alternativen wie ETPs oder strukturierte Produkte, die ähnliche Funktionen erfüllen – allerdings unter leicht abweichenden regulatorischen Rahmenbedingungen“, erklärt Lukas Enzensdorfer-Konrad Co-CEO der Investmentplattform Bitpanda.

Warum gibt es keine Bitcoin-ETFs in Deutschland?

Laut der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ist in Deutschland die Emission von börsengehandelten Fonds (ETFs), die nur einzelne Kryptowerte wie den Bitcoin abbilden, nicht zulässig.

Der Grund: Ein solcher börsengehandelter offener Publikumsfonds, der die Entwicklung eines einzigen Werts abbildet – in diesem Fall den Kryptowert Bitcoin – widerspräche sowohl nach deutschen nationalen Produktregeln als auch den Vorgaben der Europäischen Union (EU) für harmonisierte Wertpapierfonds (OGAWs) dem für diesen Fondstyp grundlegenden, dem Anlegerschutz dienenden Prinzip der Risikomischung. Mehr dazu finden Sie auch auf der Seite Bafin.de

Wer also Kryptos kaufen will, ohne die digitale Währung direkt zu erwerben, sollte sich zunächst mit den Begriffen vertraut machen. Denn: Bezeichnungen wie ETF, ETP, ETN und ETC mögen zwar ähnlich klingen, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihren Eigenschaften. Vor allem im Hinblick auf die Absicherung des Vermögens. Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass sie alle börsengehandelt sind, was bedeutet, dass sie direkt über die Börse gekauft und verkauft werden können.

Bitcoin
Bitcoin-ETFs sind in Europa nicht zugelassen. © Getty Images | Jasmina007

ETF – was steckt dahinter?

Ein ETF (Exchange Traded Fund) ist ein Fonds, die Wertentwicklung eines Index wie beispielsweise den Dax abbildet. Der Dax steht für die 40 stärksten Firmen Deutschlands. Zudem sind ETFs Ucits-konform und damit nach EU-Richtlinien reguliert. Wie aktive Fonds werden sie also als Sondervermögen geführt, womit bei einem Insolvenzfall des Anbieters das Vermögen für Anleger geschützt ist.

Bitte beachten:

Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.

ETPs einfach erklärt

Mit ETPs (Exchange Traded Products) können Investoren auf die Kursentwicklung von Aktien, Anleihen, Rohstoffen oder Währungen setzen. Der Begriff fasst sowohl ETCs als auch ETNs zusammen. 

  • ETCs (Exchange Traded Commodities) bilden meist Rohstoffe, wie Gold oder Silber ab. Rechtlich gesehen handelt es sich um Schuldverschreibungen des Herausgebers der Wertpapiere (Emittent). Mittlerweile hat sich der Begriff erweitert, und ETCs können auch andere alternative Anlagen wie Kryptowährungen abbilden.
  • Auch ETNs (Exchange Traded Notes) sind Schuldverschreibungen, die an die Wertentwicklung eines festgelegten Marktindex gekoppelt sind. Ein ETN kann sich jedoch auch nur auf einen einzigen Wert beziehen und somit zum Beispiel die Kursentwicklung der Kryptowährung Bitcoin abbilden.
Lukas Enzersdorfer-Konrad von Bitpanda
Lukas Enzersdorfer-Konrad verrät im Gespräch, worauf Anleger achten sollten. © Bitpanda

„Entscheidend ist das Verständnis des Produkts: Ein ETP ist kein echter Bitcoin, sondern ein Wertpapier, das dessen Kursentwicklung nachvollzieht. Damit einher geht stets ein Kontrahentenrisiko – also das Risiko, dass der Emittent seinen Verpflichtungen nicht nachkommen kann“, erläutert Enzensdorfer-Konrad.

ETF oder ETP: Warum Anleger den Unterschied kennen sollten

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen ETFs und ETPs besteht demnach in ihrer rechtlichen Struktur. ETFs sind als Sondervermögen vor einer Insolvenz des Emittenten geschützt. Das ist bei ETPs nicht der Fall. Wenn der Anbieter pleite geht, ist das Geld kein Sondervermögen. Bei vollständig physisch hinterlegten ETPs wacht aber ein unabhängiger Treuhänder über das Geld und erhält im Ernstfall Zugang zu den Mitteln.

Über Lukas Enzersdorfer-Konrad:

Lukas Enzersdorfer-Konrad ist Co-CEO beim Finanzdienstleister Bitpanda und hat langjährige Erfahrung in der Finanzdienstleistungsbranche. Enzersdorfer-Konrad ist Profi im Bereich digitaler Assets und war zuvor unter anderem bei der Erste Bank und der Raiffeisenlandesbank tätig.

Einige Anbieter bilden die Entwicklung des Basiswertes hingegen synthetisch ab, womit der „Ausfallschutz“ der hinterlegten Assets fehlt. Manche setzen auch Hebel ein oder verleihen die digitalen Vermögenswerte, um die eigene Marge zu erhöhen – mit entsprechendem Risiko. Investoren sollten bei den Produkten genau hinschauen.

Auch Enzensdorfer-Konrad rät, vor einem Investment zu prüfen:

  • Wer ist der Emittent?
  • Wie ist das Produkt besichert?
  • Wird der zugrunde liegende Bitcoin tatsächlich physisch hinterlegt und sicher verwahrt?
  • Und welche Aufsichtsbehörde überwacht das Ganze?

„Diese Faktoren entscheiden wesentlich über Transparenz und Sicherheit des Investments“, so der Finanz-Experte.

Diese ETPs erzielten über ein Jahr starke Gewinne

Wer sich für ETPs interessiert, benötigt lediglich ein normales Wertpapierdepot. Falls Sie noch einen Anbieter suchen, kann auch unser Depot-Vergleich helfen. Wie bei ETFs können Anleger auch ETPs meist monatlich per Sparplan besparen. Zudem können ETPs auch nicht nur die Wertentwicklung einer Kryptowährung abbilden, sondern auch die mehrerer.

Wir haben fünf ETPs ausgewählt, die derzeit auf ein Jahr gesehen besonders stark performen. Teilweise erzielten sie innerhalb eines Jahres eine Wertentwicklung von rund 390 Prozent. Wichtig zu beachten: Manche dieser Produkte weisen gleichzeitig eine Volatilität von über 140 Prozent auf oder liegen über längere Zeiträume im Minus. Das Risiko ist also entsprechend hoch.

Zum Vergleich: Ein ETF auf den MSCI World verzeichnete im selben Zeitraum eine Wertentwicklung rund 13 Prozent bei einer deutlich geringeren Ein-Jahres-Volatilität von 16 Prozent.

Bitcoin
Manche Altcoins konnten den Bitcoin bei der Performance deutlich abhängen. © Getty Images / iStock | dulezidar

Kryptowährungen sind generell für ihre starken Kursschwankungen bekannt – und das gilt ebenso für entsprechende ETPs. Hinzu kommt, dass die meisten dieser Produkte noch relativ neu am Markt sind, was das Risiko zusätzlich erhöht, da es keine langjährige Kurshistorie gibt.

Um eine breite Auswahl zu zeigen, haben wir nicht alle ETPs aufgeführt, die dieselbe digitale Währung abbilden. Es handelt sich daher nicht um ein vollständiges Ranking. Auffällig ist: Unter den Top-Performern finden sich jedoch keine Bitcoin-ETPs. Laut den Daten der ETF-Vergleichsplattform JustETF schnitten ETPs, die Altcoins abbilden, deutlich besser ab.

Ein Beispiel ist der Vaneck Bitcoin ETN der Zugang zur Wertentwicklung von Bitcoin bietet. Innerhalb eines Jahres legte er um 84 Prozent zu – damit liegt das Produkt weit hinter unseren Top-Performern. Aber: Wenn Anleger sich einen längeren Zeitraum anschauen, ändert sich das Bild. Über drei Jahre überholt das Bitcoin-Produkt manche der Altcoins und liegt 371 Prozent im Plus. Die Volatilität liegt über ein Jahr bei 44,36 Prozent.

Diese ETPs legten um bis zu 390 Prozent zu:

ProduktnameIndex bzw. Kryptowährung die abgebildet wird Wertentwicklung über ein Jahr Wertenwicklung über 3 Jahre Volatilität über ein Jahr
Coinshares Physical XRPWertentwicklung der Kryptowährung Ripple (XRP).+ 393,44 %+ 644,74 %110,73 %
21Shares Stellar ETPWertentwicklung der Kryptowährung Stellar.+ 262,20 %+ 192,32 %141,66 %
21Shares Crypto Basket Equal Weight ETPWertentwicklung der nach Marktkapitalisierung 5 größten Kryptowährungen+ 174,78 %+ 399,53 %67,98 %
Bitwise Physical Cardano ETPWertentwicklung der Kryptowährung Cardano+ 128,57 %+ 43,09 %100,89 %
WisdomTree Physical Crypto AltcoinsWertentwicklung der nach Marktkapitalisierung größten Kryptowährungen, wobei Bitcoin und Ether ausgeschlossen sind+ 128,07 %+ 213,25 % 79,26 %

Die Daten stammen von Justetf. Die Auswertung erfolgte in eigener Recherche. Stand: 16. September 2025

Enzensdorfer-Konrad ergänzt: „Für private Anleger, die Zugang zum echten Underlying haben, also dem Bitcoin selbst, ist ein ETF oder ETP in der Regel wenig sinnvoll. Solche Produkte sind vor allem für institutionelle Investoren relevant, die aufgrund regulatorischer Vorgaben oder interner Prozesse nicht direkt in Kryptowährungen investieren können.“

Bitcoin
Kryptowährungen gehen häufig mit hohen Risiken einher. © Getty Images / iStock | dulezidar

Krypto-Aktien-ETFs: Lohnt sich die Alternative zu direkten Coins?

Allerdings sind ETPs nicht die einzige Option, um vom Krypto-Hoch zu profitieren. Denn: In der Krypto-Wertschöpfungskette gibt es auch Unternehmen, die zugrunde liegende Technologien entwickeln oder auf andere Weise vom Krypto-Bereich profitieren.

Für diese Unternehmen gibt es sogenannte Themen-ETFs, die nur Firmen beinhalten, die sich im Krypto-Kosmos bewegen. Enthalten sind dann allerdings Aktien. Auch hier haben wir uns die aktuell besten Krypto-ETFs angesehen. Einige von ihnen erzielten innerhalb eines Jahres eine Wertentwicklung von rund 82 Prozent. Allerdings gilt auch hier: Die hohe Volatilität sollten Anleger unbedingt im Blick behalten.

ProduktnameIndex bzw. Kryptowährung die abgebildet wird Wertentwicklung über ein Jahr Wertenwicklung über 3 Jahre Volatilität über ein Jahr Größte Positionen
Global X Blockchain UCITS ETF Solactive Blockchain Index+ 82,91 %+ 160,08 %71,30 %Coinbase Global (15 %), Riot Platforms (12 %), MARA Holdings (9 %)
WisdomTree Blockchain UCITS ETF USD AccWisdomTree Blockchain UCITS Index + 79,35 %+ 90,52 %52,70%Metaplanet (9 %), Robinhood Markets (5 %), Coinbase Global (5 %)
VanEck Crypto and Blockchain Innovators UCITS ETFMVIS Global Digital Assets Equity Index+ 78,72 %+ 189,40 %67,33 %Coinbase Global (10 %), Circle Internet Group (7 %), MicroStrategy (7 %)

Die Daten stammen von Justetf. Die Auswertung erfolgte in eigener Recherche. Stand: 16. September 2025