Der Goldpreis hat 2025 eine beeindruckende Rally hingelegt und mehrfach neue Höchststände erreicht. Doch wie entwickelt sich das Edelmetall bis zum Jahresende und im kommenden Jahr? Wir haben nachgefragt. Die Prognosen der Experten fallen unterschiedlich aus – von deutlichen Kursgewinnen bis hin zu möglichen Korrekturen.
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Goldpreis-Prognose 2025: Optimistische Szenarien dominieren Erwartungen
Thomas Mitrouli vom Vermögensverwalter AXIA Asset Management, zeigt sich überzeugt von weiteren Kursgewinnen. „Ich halte einen Goldpreis zwischen 4000 und 4500 US-Dollar pro Unze bis Jahresende 2025 für realistisch“, erklärt der Experte. Seine Begründung ist klar: „Gold steigt nicht, weil es begehrt ist – Gold steigt, weil das Vertrauen in Papiergeld sinkt.“ Zum Vergleich: Derzeit liegt der Goldpreis bei 4005,94 US-Dollar beziehungsweise 3439,69 Euro pro Unze. (Stand: 29. Oktober 2025)

Peter Kinsella von der Schweizer Privatbank Union Bancaire Privée, rechnet aktuell mit einem weiteren Anstieg auf 4600 US-Dollar bis Ende 2026, mit der Möglichkeit, dass dieses Ziel deutlich früher erreicht wird. Noch optimistischer fällt eine Studie von Wisdomtree aus, die bereits im kommenden Jahr einen Durchbruch der Marke von 5000 US-Dollar pro Unze für möglich hält.
Pierre Debru von Wisdomtree, betont dabei die veränderte Wahrnehmung des Edelmetalls: Professionelle Anleger betrachteten Gold und Bitcoin inzwischen als komplementäre Assets, die eine zentrale Rolle beim Portfolioaufbau spielten.
Gold auf Rekordhoch: Warnung vor Überhitzung und Korrekturrisiken
Deutlich verhaltener äußert sich dagegen Jürgen Husel vom Vermögensverwalter das Wertehaus. „Der Goldpreis könnte zum Jahresende deutlich korrigieren“, warnt er. Das Kurspotenzial nach oben dürfte sehr begrenzt sein, zudem sei der Markt aus historischer Betrachtung extrem überkauft.

Strukturelle Faktoren sprechen für Gold
Trotz unterschiedlicher Kursziele identifizieren die Experten ähnliche Treiber für die Goldpreisentwicklung. Mitroulis verweist auf „die strukturelle Überschuldung der Staaten, die anhaltende Geldmengenausweitung durch die Zentralbanken und den geopolitischen Kontrollverlust in einer multipolaren Weltordnung“.
Auch Husel hebt die geopolitischen Spannungen als wesentlichen Faktor hervor. Zudem werde die Herausforderung des Westens gegenüber den BRICS-Staaten immer größer, insbesondere im Hinblick auf deren Rohstoffreserven, deren Anker auch das Gold bleibe. Zur Einordnung: Bei den BRICS-Staaten handelt es sich um eine Gruppe von Schwellen- und Industrieländern, die sich als wirtschaftlicher und politischer Gegenpol zu den westlichen Industriestaaten versteht.
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Wohin läuft der Goldpreis 2025? Diese Ereignisse sind entscheidend
Für die kommenden Monate nennt Mitroulis drei zentrale Einflussfaktoren: „Erstens, die US-Zinspolitik – sobald die Federal Reserve signalisiert, dass sie die Zinsen weiter senken muss, wird Gold den nächsten Schub erleben.“ Zweitens würden „geopolitische Verwerfungen“ – von den US-Wahlen über den Nahen Osten bis zur Ukraine – Gold als neutrale Währung stärken.
Drittens könnte eine Schuldenkrise im Westen dem Edelmetall zusätzlichen Auftrieb verleihen. „Wenn Märkte beginnen, an der Bonität großer Industriestaaten zu zweifeln – etwa Frankreich, Japan oder den USA –, wird Gold zur letzten glaubwürdigen Reserve“, erklärt er.
Bitte beachten:
Aktien, Immobilien und andere Investments sind grundsätzlich mit einem Risiko verbunden. Auch ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Ebenso können Kredite eine erhebliche finanzielle Belastung darstellen. Verbraucher sollten ihre finanzielle Situation sorgfältig prüfen und alle Kosten gründlich durchrechnen. Die veröffentlichten Artikel, Daten und Prognosen sind keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Rechten und ersetzen keine fachliche Beratung.
Fazit: „Zentralbanken kaufen massiv Gold – nicht, weil sie es hübsch finden“
Die Expertenmeinungen zeigen: Während die strukturellen Argumente für weiter steigende Goldpreise sprechen, sollten Anleger mögliche Korrekturen nicht außer Acht lassen.
Mitroulis räumt ebenfalls ein, dass kurzfristige Rücksetzer immer möglich seien, sieht darin aber eher Einstiegschancen als Trendwenden. „Zentralbanken rund um den Globus kaufen weiter massiv Gold – nicht, weil sie es hübsch finden, sondern weil sie dem Dollar immer weniger trauen“, sagt der Profi. Und weiter: „Ich erwarte daher keine echte Korrektur, sondern eine Fortsetzung des Aufwärtstrends mit Zwischenpausen. Sollte der Preis kurzfristig unter 4000 Dollar fallen, wäre das keine Trendwende – sondern eine Einstiegschance.“
Wer den Goldpreis verstehen wolle, müsse die Notenbankbilanzen lesen – nicht die Charttechnik, so sein Rat. Die Bandbreite der Prognosen von möglichen Korrekturen bis hin zu 5000 US-Dollar zeigt: 2025 dürfte auch zum Ende hin ein spannendes Jahr für Goldanleger bleiben.



