- 2024 war ein erfolgreiches Jahr für Kryptoanleger, viele Coins erreichten neue Höchststände und Bitcoin überschritt erstmals die Marke von 100.000 US-Dollar.
- Aber: Die Volatilität am Kryptomarkt macht Anlegern dieses Jahr zu schaffen. Im Monatsverlauf fiel der Bitcoin um rund 17 Prozent auf 79.414 Euro (Stand: 4. März 2025).
- Experten sind sich uneinig über Kryptowährungen als Geldanlage, jedoch besteht Einigkeit darüber, wann ein Einstieg sinnvoll sein könnte.
Das aktuelle Jahr verläuft bisher turbulent für Kryptoanleger. Im Monatsverlauf fiel der Bitcoin-Kurs um rund 17 Prozent, wobei besonders die vergangenen Tage für Unruhe bei der Kryptowährung sorgten. Nachdem sich der Bitcoin und auch andere Coins auf Talfahrt befunden hatten, schickte eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump den Bitcoin zwischenzeitlich wieder auf über 94.000 US-Dollar. Hintergrund war Trumps Ankündigung am Wochenende zu einer strategischen Kryptowährungsreserve in den Vereinigten Staaten.
Donald Trump spricht von US-Kryptowährungsreserve

Dabei hatte Trump am Sonntag erstmals die Namen von Kryptowährungen bekanntgegeben, die in eine neue strategische Krypto-Reserve der USA aufgenommen werden sollen. Trump schrieb laut „Tagesschau.de“ in den sozialen Medien, Währungen wie Bitcoin und Ether sollten „das Herzstück der Reserve sein“. Die Ankündigung sorgte für Euphorie am Kryptomarkt.
Das Blatt wendete sich dann am Montag aber erneut: Mit der Eröffnung der Börse nahmen Anleger Kursgewinne mit und die betroffenen Kryptowährungen verloren damit den Großteil ihrer zuvor erzielten Gewinne. Mittlerweile notiert der Bitcoin wieder bei etwa 79.414 Euro (Stand: 4. März 2025).
Der Kursrückgang steht im Zusammenhang mit schwächer werdenden Wirtschaftsdaten in den USA und einem starken Verkaufsdruck an den US-Börsen. Nachdem Trump bestätigt hatte, dass Strafzölle auf Kanada, Mexiko und China weiter vorangetrieben werden, verloren der S&P 500 im gestrigen Handel 1,76 Prozent, während der Nasdaq um 2,64 Prozent fiel. Die Kursentwicklungen des gestrigen Handelstages deuten darauf hin, dass der Kryptomarkt von der gesamtwirtschaftlichen Lage abhängt.
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Risikohunger am Aktienmarkt beeinflusst die Kryptokurse
Conrad Lauterbach, Vorstand beim Vermögensverwalter Allington Investors erklärt: „Aktuell kommt es nach längerer Zeit zu einer spürbaren Korrektur im Bereich der Technologieaktien mit der entsprechenden Auswirkung auf Kryptowährungen.“
Dabei sei der Bitcoin-Kurs eng mit dem allgemeinen Risikohunger im Aktien-Bereich verknüpft. „Wird dort viel Geld verdient, dann sind Anleger spekulationsfreudiger und nutzen einen Teil ihrer Gewinne, um in Kryptowährungen zu investieren“, sagt Lauterbach. Dabei habe vor allem die positive Kursentwicklung von Technologietiteln in den vergangenen Monaten dazu beigetragen, den Spekulationshunger zu stützen.
Manche Branchenkenner vermuten auch, dass Anleger auf neue Impulse vom Krypto-Gipfel im Weißen Haus am 7. März warten, bei dem David Sacks als Beauftragter für Kryptowährungen eine genauere Strategie für die Krypto-Reserve vorstellen könnte.
Aber: Erfahrene Börsianer wissen – wenn Kurse fallen, kann sich ein Einstieg lohnen. Doch trifft das auch in diesem Fall zu? Wir haben vier Experten nach ihrer Einschätzung gefragt. Dabei zeigt sich: Zwar sind die Meinungen über Kryptowährungen als Geldanlage geteilt – aber in puncto Einstiegszeitpunkt herrscht Einigkeit.
Bitcoin und Kryptowährungen auf Talfahrt: Das sind die Gründe
Die Euphorie am Kryptomarkt war mit dem Einzug von Donald Trump ins Weiße Haus groß. Schließlich zeigte sich der neue US-Präsident als großer Krypto-Befürworter und legte mit „$Trump“ sogar seinen eigenen umstrittenen Meme-Coin auf. Dennoch: Im Monatsverlauf befinden sich nicht nur Bitcoin – sondern auch Coins wie Ethereum (minus 25 Prozent), Solana (minus 34 Prozent) und Ripple (minus 11 Prozent) auf Talfahrt.
Stellt sich die Frage: Woher kommt das Tief? „Der Bitcoin-Kurs erlebt eine stärkere Korrektur, die vor allem durch die Unsicherheit rund um Trump und die Handelszölle der USA verschärft wurde“, sagt Mirco Recksiek, Gründer von der Kryptowissensplattform „Bitcoin2Go“. Die harte Vorgehensweise von Trump sorge seiner Meinung nach für instabile Märkte und die aktuelle Korrektur.
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Kurseinbußen sind am Kryptomarkt nicht untypisch
André Buczek Vermögensverwalter bei Ringelstein und Partner, ergänzt: „30 bis 50 Prozent Kurseinbußen sind am Kryptomarkt nicht untypisch.“ Gleichzeitig erreiche die ökonomische Unsicherheit in den USA ein Mehrjahreshoch. „Darum setzten Anleger verstärkt auf klassische Sicherheiten wie Staatsanleihen oder Gold, anstatt auf hochvolatile Krypto-Assets“, so Buczek.
Was die Märkte in den vergangenen Tagen zudem in Aufruhr versetzte – der vermutlich größte Krypto-Diebstahl der bisherigen Geschichte bei der chinesischen Kryptobörse „Bybit“. Hierbei wurden rund 1,5 Milliarden US-Dollar gestohlen. „Das brachte zusätzliche Zweifel an der Sicherheit gängiger Krypto-Verwahrstellen und -Börsen“, sagt Buczek. Besorgniserregend sei dieser Angriff insbesondere aufgrund der Tatsache, dass die verwahrten Kryptowährungen auf einer Cold Wallet gelagert wurden, die üblicherweise offline und damit sicher vor Hacking-Angriffen sein sollte.
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Zu guter Letzt haben einige amerikanische Bundesstaaten die Auflage eigener Bitcoin-Reserven abgelehnt. „Dadurch wurde dem Markt etwas von der zusätzlichen Fantasie einer von Trump ins Spiel gebrachten nationalen Bitcoin-Reserve genommen wurde“, sagt Lauterbach.
Bitcoin: Lohnt sich jetzt ein Einstieg?
Es bleibt die Frage: Kann sich ein Einstieg für Anleger jetzt lohnen? „Die aktuelle Korrektur legt aufgrund der Schnelligkeit die Vermutung nahe, dass wir kurzfristig eine erste Bodenbildung und Gegenbewegung sehen“, sagt Recksiek. „Demnach könnte es sich schon lohnen.“ Spannender sei seiner Meinung nach aber der Blick in die Zukunft, denn die Pro-Krypto-Politik in den USA ebne weiter den Weg für Wachstum in der Zukunft. „Weshalb ich langfristig gesehen solche Kurse auch für den Ausbau meiner Bitcoin-Position nutze.“
Dem stimmt auch Tobias Wagner von der KSW-Vermögensverwaltung zu: „Wer an die langfristige Etablierung von Kryptowährungen glaubt, könnte die aktuellen Kurse als attraktive Einstiegschance sehen.“

Eine kritische Position gegenüber Kryptowährungen nimmt hingegen Lauterbach ein: „Bitcoin hat keinen fundamental zu rechtfertigenden Wert und ist aus meiner Sicht auch kein geeigneter Wertspeicher.“ Anleger sollten sich seiner Meinung nach verdeutlichen, dass ein Kauf von Bitcoin immer eine Spekulation auf das Verhalten von anderen Anlegern ist.
Wo er Recksiek allerdings zustimmt: „Erwartet man nach dem aktuellen Rückschlag eine Welle von Käufen anderer Anleger, ist es durchaus möglich, dass auf dem charttechnischen Unterstützungsniveau von rund 70.000 US-Dollar (umgerechnet etwa 67.318 Euro) ein Boden gefunden wird.“ Lauterbach warnt: Spekulieren sollte man nur mit kleinen Beträgen, deren Verlust das Leben nicht spürbar verschlechtert.
Prognose: So wird es in den kommenden sechs Monaten am Kryptomarkt weitergehen
Vor allem der Blick in die Zukunft kann für Anlegerinnen und Anleger interessant sein. Was ist hier zu erwarten? „Die kommenden Monate bleiben wohl wie das gesamte Jahr 2025 turbulent und volatil“, sagt Recksiek.
Er befürchtet: „Sollte sich durch die US-Zölle die Inflation noch einmal verschärfen, wird der Markt dies mit weiter sinkenden Kursen bestrafen.“ Ein klassisches „Sommerloch“ sei damit seiner Meinung nach nicht auszuschließen. „Positiver bin ich mit Blick auf Q3 und Q4 dieses Jahres, allerdings nur unter der Annahme, dass die US-Wirtschaft stabil bleibt“, schließt der Plattform-Gründer.
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