Ein Auto ist vor allem für Verbraucherinnen und Verbraucher im ländlichen Raum oft unverzichtbar. Doch der Traum vom eigenen Fahrzeug hat seinen Preis. Die Nachfrage nach immer größeren Autos, die Inflation, Lieferprobleme und letztlich auch der Trend zum E-Auto haben die Anschaffungskosten für Neu- und Gebrauchtwagen in die Höhe getrieben. Das zeigt auch die Statistik: Ein Neuwagen kostete laut Deutscher Automobil Treuhand (DAT) 2024 im Durchschnitt 43.530 Euro.

Solche Beträge können nur wenige aus eigener Tasche zahlen. Daher bieten sich Finanzierungen über Autohändler oder ein Autokredit als Möglichkeit an, sich das Wunschfahrzeug dennoch leisten zu können. Autokredite gehören neben Raten- und Baukrediten zu den häufigsten Darlehen und werden traditionell von Banken oder direkt über Autohändler angeboten. Viele große Marken wie Ford oder Renault haben sogar eigene Banken mit speziellen Konditionen für Käufer.

Dabei sollten sich Kreditinteressierte vorab über das Thema Autokredit informieren, denn wie bei allen Finanzierungen gibt es potenzielle Fallstricke.

Was genau ist ein Autokredit und wie läuft er ab?

Ein Autokredit ist einem Ratenkredit in der Struktur sehr ähnlich. Kreditanbieter verleihen eine feste Summe, die der Verbraucher zumeist in monatlichen Teilbeträgen an die Bank zurückzahlt. Ein Pkw-Kredit arbeitet oft mit einer Anzahlung oder einer Schlussrate. Durch eine Anzahlung verringert sich der Darlehensbetrag, was die Zinskosten und die Laufzeit reduziert. Eine höhere Schlussrate senkt die monatlichen Tilgungsraten, doch am Ende bleibt ein größerer Restbetrag, der beglichen werden muss.

Genau wie ein Baukredit innerhalb einer Baufinanzierung ist ein Darlehen für ein Auto zweckgebunden. Die Kreditnehmer dürfen das Geld nicht anderweitig ausgeben. Bei einem einfachen Ratenkredit ist das anders. Wie alle Finanzierungen liegen auch dem Autokredit nach einem Vergleich ein Vergleich, die Auswahl einer und eine Antragsstellung zugrunde. Die Bank prüft die finanzielle Situation unter Berücksichtigung der Darlehenssumme und entscheidet über die Kreditvergabe.

Darlehen oder Kredit – was ist der Unterschied?

Im Alltag werden die Begriffe „Kredit“ und „Darlehen“ oft synonym verwendet, doch es gibt feine Unterschiede. Ein Kredit bezeichnet allgemein jede Art von geliehenem Geld, das unter bestimmten Bedingungen zurückgezahlt werden muss – dies kann kurzfristig sein und verschiedene Formen annehmen, wie etwa einen Dispositionskredit auf Ihrem Girokonto.

Ein Darlehen ist eine spezifischere Form des Kredits und ist in der Regel langfristig ausgelegt und wird für größere Summen wie bei der Finanzierung eines Hauses oder Autos verwendet. Die Rückzahlung eines Darlehens erfolgt in festgelegten Raten über einen im Vertrag vereinbarten Zeitraum.

Die Bank vergewissert sich dabei, dass der Kreditnehmer die Raten mit seinem Einkommen und seinen laufenden Ausgaben bewältigen kann. Auch die Bonität (Schufa) ist ausschlaggebend dafür, ob ein Institut einen Autokredit bewilligt oder nicht. Wie Sie Ihre Bonität verbessern, lesen Sie in diesem Ratgeber. Die wichtigsten Punkte in einem Kreditvertrag sind die Höhe des Darlehens, der Zinssatz, die Laufzeit des Kredits und der Tilgungsplan.

Eine Besonderheit bei sachbezogenen Krediten wie Bau- oder Autokrediten ist, dass der Gegenstand der Bank als Sicherheit dient. Das bedeutet, dass der Kreditgeber bei einer Zahlungsunfähigkeit das Recht hat, das Auto oder Gebäude zu beschlagnahmen und damit die verbleibende Schuld zu begleichen. Diese Sicherheit hat auch Vorteile für die Kreditnehmer: Durch die materielle Sicherheit sind die Zinsen niedriger als bei Raten- oder Dispokrediten.

Zinssätze beim Autokredit: Das ist derzeit üblich

Die Zinsen sind von der Kreditwürdigkeit der Antragsteller abhängig und variieren von Bank zu Bank. Dabei gibt es einen Trick, mit dem sich Hunderte Euro Zinsen bei einem Kredit sparen lassen: die sogenannte gemeinschaftliche Finanzierung. Das bedeutet, dass zwei Personen den Kredit gemeinsam aufnehmen. Viele Banken sehen die gemeinschaftliche Finanzierung als zusätzliche Sicherheit und gewähren attraktivere Zinsen. Verheiratete Paare etwa können bei Krediten kräftig sparen, wenn sie ein gemeinsames Einkommen oder eine gute Bonität mitbringen.

Autokauf finanzieren: Diese Alternativen zum klassischen Autokredit gibt es

Neben dem klassischen Autokredit einer Bank gibt es inzwischen zahlreiche Alternativen. Oft bieten Autohersteller oder -händler diese neuen Finanzierungsoptionen an. Beispiele dafür sind die Ballon- oder Drei-Wege-Finanzierung, die zunächst günstiger wirken als ein herkömmlicher Kredit. Doch auch diese Optionen haben Nachteile. Im Folgenden erklären wir die gängigsten Finanzierungsmodelle im Detail:

Autokredit

Der Kreditnehmer zahlt den Kaufpreis über einen festgelegten Zeitraum in Raten – zuzüglich Zinsen – an die Bank zurück. Das Fahrzeug dient dabei als Sicherheit. Erst nach der Zahlung der letzten Rate ist das Auto das Eigentum des Verbrauchers.

  • Vorteile: Die monatlichen Raten sind gleich und es gibt keine Abschlussrate. Das Fahrzeug dient als Sicherheit und geht nach Zahlung der letzten Rate in das Eigentum des Kreditnehmers über.
  • Nachteile: Nach dem Ende der Laufzeit gibt es anders als bei anderen Finanzierungsmodellen keine Möglichkeit, das Auto an den Händler zurückzugeben. Innerhalb der mit der Bank vereinbarten Laufzeit ist die Bank der offizielle Eigentümer und verlangt oft den Fahrzeugbrief als Sicherheit.

Ballonfinanzierung

Diese Finanzierung ähnelt dem Autokredit. Hierbei fallen niedrigere monatliche Raten bei einer hohen Abschlussrate am Ende der Laufzeit an. Diese macht oft mehr als die Hälfte des Kaufpreises aus.

  • Vorteile: Zunächst niedrigere monatliche Raten. In manchen Verträgen besteht die Option, das Auto am Ende der Laufzeit an den Händler zurückzugeben.
  • Nachteile: Am Ende der Laufzeit wird eine hohe Abschlussrate fällig, die komplett verzinst wird. Die Zinszahlungen sind in der Ballonfinanzierung daher oft höher als im Kredit.

Drei-Wege-Finanzierung beim Autokauf

Diese ist der Ballonfinanzierung sehr ähnlich. Am Ende der Laufzeit gibt es drei Möglichkeiten: Rückgabe, Weiterfinanzierung bis zum vollständigen Erwerb oder direkter Kauf.

  • Vorteile: Im Unterschied zur Ballonfinanzierung muss der Kreditnehmer keine hohe Abschlussrate zahlen und kann das Auto kaufen oder zurückgeben. Diese Entscheidung kann bis kurz vor Ende der Laufzeit verzögert werden, was dem Verbraucher eine hohe Flexibilität in der Planung ermöglicht.
  • Nachteile: Kann unterm Strich teurer sein als ein Autokredit, da keine Auswahl zwischen mehreren Anbietern möglich ist: Die Finanzierung ist an die Marke oder das Autohaus gebunden.

Leasing statt Kredit

Eher eine Miete als eine Finanzierung. Der Verbraucher zahlt für die Nutzung des Autos einen monatlich fixen Betrag. Nach Ende der Laufzeit muss er das Fahrzeug zurückgeben.

  • Vorteile: Verbraucher können das Auto nach zwei bis drei Jahren zurückgeben und sich für ein anderes Fahrzeug entscheiden. Sie sind keine Eigentümer: Die Miete ist günstiger als eine Finanzierung, da das Fahrzeug nur genutzt und nicht abbezahlt wird.
  • Nachteile: Nach Ende der Laufzeit besteht kein Anspruch auf Übernahme. Als Eigentümer kann der Leasinggeber zudem festlegen, wie oft das Auto zur Inspektion muss oder welche Werkstätten infrage kommen. Schäden am Auto können bei der Rückgabe in Rechnung gestellt werden.

Jede Finanzierungsart hat spezifische Vor- und Nachteile. Diese sollten Interessierte nach ihren individuellen Bedürfnissen, der finanziellen Situation und den Zukunftsplänen sorgfältig abwägen. Finanzierungen bieten oft mehr Flexibilität, ein klassischer Kredit hingegen mehr Planbarkeit und ist meist günstiger. Eine fundierte Entscheidung ist hier wichtig, denn nach Vertragsabschluss lässt sich die Finanzierung nur schwer oder gar nicht mehr ändern.

Ist eine vorzeitige Ablösung des Darlehens möglich, kann eine Anschlussfinanzierung sinnvoll sein. Diese Option lohnt sich vor allem, wenn die Zinsen seit der Kreditaufnahme deutlich gesunken sind. Ein zusätzlicher Vorteil: Kreditraten und Laufzeit lassen sich neu verhandeln.

Worauf Sie bei einem Kreditvergleich unbedingt achten sollten

Der Vorteil eines Autokredits gegenüber anderen Finanzierungen ist die große Auswahl an Anbietern. Das macht den Vergleich besonders wichtig. Vergleichsportale wie Check24, Verivox, Smawa oder Finanzcheck können dabei helfen. Auch Rechner bieten eine erste Orientierung. Aber: Vergleichsseiten und Rechner bieten aber nie eine vollständige Markttransparenz.

Es lohnt sich, mehrere Vergleichsportale zu nutzen und sich nicht nur auf ein einzelnes Ergebnis zu verlassen. Häufig vergleichen Rechner nur die Zinsen und lassen andere wichtige Faktoren aus. Unser Tipp: Wählen Sie passende Angebote aus und vergleichen Sie diese selbst. Neben den Zinsen sind vor allem folgende Kriterien wichtig:

  • Zinssatz: Der Zinssatz ist mit einer der wichtigsten Faktoren und beeinflusst die Gesamtkosten eines Kredits erheblich. Für den Vergleich ist der effektive Jahreszins entscheidend: Er berücksichtigt sämtliche Zinsgebühren.
  • Gebühren und Nebenkosten: Kredite können zusätzliche Kosten beinhalten, etwa Bearbeitungs- oder auch Kontoführungsgebühren. Diese sollten in die Gesamtkostenberechnung einfließen.
  • Laufzeit: Die Laufzeit des Kredits bestimmt, über welchen Zeitraum die Rückzahlungen erfolgen. Kürzere Laufzeiten führen in der Regel zu höheren monatlichen Raten bei niedrigeren (Zins-)Gesamtkosten. Bei längeren Laufzeiten funktioniert das Prinzip umgekehrt.
  • Monatliche Rate: Die Höhe der monatlichen Rückzahlungen muss in das monatliche Budget passen und soll keine finanziellen Schwierigkeiten verursachen.
  • Flexibilität der Rückzahlung: Optionen für Sondertilgungen oder die vorzeitige Rückzahlung des Kredits ohne Strafgebühren können wertvoll sein, um den Kredit schneller zurückzuzahlen und Kosten zu sparen.
  • Anzahlung: Die Höhe der Anzahlung kann die Konditionen des Kredits beeinflussen. Eine höhere Anzahlung führt in der Regel zu niedrigeren Zinssätzen und günstigeren Kreditbedingungen.
  • Restschuldversicherung: Obwohl sie zusätzliche Kosten verursacht, kann eine Restschuldversicherung sinnvoll sein. Im Fall einer Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit sichert sie den Kreditnehmer ab. Zuvor sollte dieser aber prüfen, ob eine vorhandene Arbeitsunfähigkeits- oder Lebensversicherung solche Kosten abdeckt.

Autokredit: So setzen sich die Kosten zusammen

Die teils oben aufgeführten Kriterien definieren, wie teuer ein Kredit am Ende wird. Fest steht: Jede Finanzierung ist teurer als ein Barkauf und setzt ein stabiles Einkommen, eine gute Bonität und in manchen Fällen sogar einen Bürgen voraus. Zur Berechnung der Gesamtkosten eines Kredits müssen Verbraucher mehrere Faktoren berücksichtigen. Der Zinssatz und die Darlehenssumme alleine reichen für diese Rechnung nicht aus. Wir haben die Kosten in fünf Unterkategorien unterteilt:

Zinssätze

  • Der effektive Jahreszins umfasst nicht nur die nominalen Zinsen, sondern auch alle weiteren Kreditkosten und ermöglicht so einen realistischen Vergleich verschiedener Angebote.
  • Sind im Kredit variable Zinssätze vereinbart, können sich die Kosten eines Kredits im Laufe der Zeit ändern – abhängig von der Entwicklung der Leitzinsen der Notenbanken.

Kreditlaufzeit

  • Kürzere Laufzeiten führen zu höheren monatlichen Raten, können aber die Gesamtkosten eines Kredits reduzieren, weil über einen kürzeren Zeitraum Zinsen anfallen.
  • Längere Laufzeiten führen zu niedrigeren monatlichen Raten, erhöhen aber die Gesamtkosten eines Kredits, da mehr Raten über einen längeren Zeitraum gezahlt werden müssen.

Gebühren und Nebenkosten

  • Einige Kreditgeber erheben Bearbeitungs- oder Kontoführungsgebühren.
  • Für die vorzeitige Rückzahlung eines Autokredits können zusätzliche Gebühren anfallen, die die Gesamtkosten erhöhen.

Anzahlung

  • Eine höhere Anzahlung verringert die Darlehenssumme. Das reduziert die Zinsbelastung und somit die Gesamtkosten für den Kredit.
  • Eine niedrigere oder keine Anzahlung erhöht die Kreditsumme, was die Zinsbelastung und somit die Gesamtkosten erhöhen kann.

Zusatzkosten

  • In diese Kategorie fallen sonstigen Kosten, die bei einem Autokredit anfallen. Dazu gehören Versicherungen oder Kosten, die im unmittelbarem Zusammenhang mit dem Darlehen stehen.

Die Zinsen sind bei jeder Finanzierung ein ausschlaggebender Faktor. In Zeiten steigender Zinsen macht sich das besonders bemerkbar. Hier lesen Sie, wozu ein Experte bei steigenden Kreditzinsen rät. Am wichtigsten ist aber immer der Vergleich. Gerade bei langfristigen Finanzierungen wie einem Auto machen sich schon kleine Unterschiede im Zinssatz bemerkbar.

Typische Fehler beim Autokredit und wie Sie clever gegensteuern

Die Kosten können schnell zur Falle werden. Ein häufiger Fehler ist es, die eigene finanzielle Leistungsfähigkeit zu überschätzen. Die monatlichen Raten eines Autokredits sollten auch bei veränderten Umständen noch tragbar sein. Zahlungsunfähigkeit muss unbedingt vermieden werden. Eine gründliche Kostenkalkulation und eine realistische Einschätzung der eigenen Finanzen helfen, dieses Risiko zu minimieren.

Auch zusätzliche Kosten lassen sich mit etwas Aufmerksamkeit vermeiden. Der Verbraucherratgeber „Finanztip“ etwa rät von Restschuldversicherungen ab, die Banken häufig mit Autokrediten anbieten. Diese gelten als teuer und oft unnötig. Stattdessen sind eine eigenständige Berufsunfähigkeits- oder Risikolebensversicherung oft sinnvoller, um die Autofinanzierung abzusichern. Dasselbe gilt für Servicepakete, die besonders Autohändler gerne anbieten.