Es klingt wie ein schlechter Thriller: Gefrierschränke und Kühlräume mehrerer Hundert Geschäfte überhitzt, Tonnen an Lebensmitteln verloren – ein offenbar gezielter Angriff krimineller Hacker in Frankreich.

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Die Cyberkriminalitätsbehörde ermittelt. Möglich wurde der Angriff durch eine veraltete Software der dänischen Firma Danfoss, die das Kühlsystem steuert. Die Sicherheitslücke war bekannt, doch jedes Geschäft der Supermarktketten ist für die IT-Wartung selbst verantwortlich.

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Cyberangriff auf Supermarktkühlschränke: Das Ziel war der Schaden selbst

Alles ist heute vernetzt, alles ist ein potenzielles Angriffsziel. Was wir längst von Behörden, Bahnunternehmen, Flughäfen oder Kliniken kennen, erreicht jetzt private Supermarktketten und Discounter. Nur geht es hier nicht um Erpressung oder Datenklau. Hier haben Hacker, über ein ungesichertes Einfallstor in der Kühlsystem-Software, Temperaturen hochgedreht und Alarme über Stunden verzögert. Das Ziel war der Schaden selbst: weggeworfene Ware, leere Regale, geschlossene Märkte.

EU-Agrarkommissar Christophe Hansen spricht von der „Instrumentalisierung von Lebensmitteln“ als neuer Realität. Das Perfide daran: Angriffe auf die Versorgung wirken politisch stärker als jeder Datenabfluss, weil sie jeden Kunden direkt treffen. Die Täter zielen auf das Grundvertrauen, dass morgen früh noch etwas in der Kühltheke liegt.

Maik Henschke / Funkemediengruppe
Maik Henschke ist Redakteur Ratgeber & Wissen im Ressort Leben der FUNKE Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Supermärkte gehören auch zur kritischen Infrastruktur

Was in Frankreich passiert, könnte morgen auch deutsche Verbraucher treffen. Die attackierten Läden gehören zur selben Gruppe wie die Marke Netto. Noch hat sich niemand zum Angriff bekannt – gerade diese Unsichtbarkeit ist Teil der Wirkung.

Deutsche Märkte müssen daraus lernen. Sie gehören genauso zur kritischen Infrastruktur wie Behörden oder Flughäfen. Wir müssen auch unser Hack vor Hackern schützen.