Bei Zahnschmerzen ist der Weg zum Arzt selbstverständlich. Stottert der Motor, landet das Auto in der Werkstatt. Gerät dagegen eine Beziehung ins Stocken, warten viele Paare erstaunlich lange. Sie hoffen, dass sich die Krise von selbst löst – oder fürchten, professionelle Hilfe sei bereits das Eingeständnis des Scheiterns. Dabei beginnt Paartherapie oft nicht am Ende einer Beziehung, sondern dort, wo beide noch etwas bewahren wollen.

„Therapie ist kein Reparaturbetrieb, sondern ein Neuanfang“, sagt Inga Diminstein-Matzkuhn, Berliner Psychologin und systemische Paar- und Sexualtherapeutin. Es gehe darum, „ein neues Fundament für das nächste gemeinsame Kapitel zu bauen – mit besseren Werkzeugen für Kommunikation, mehr Verständnis und neuer emotionaler Sicherheit“. Trotzdem halten sich viele Mythen über Paartherapie hartnäckig. Diminstein-Matzkuhn schildert anonymisierte Fälle aus ihrer Praxis, erklärt, welche Ängste viele haben und was sie aus der Therapie mitnehmen.

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