• FUNKE-Redakteurin Marta Ways litt viele Jahre unter einer Spinnenphobie
  • Bei einer Expositionstherapie wurde sie mit dieser Angst konfrontiert
  • Wie die Therapie funktioniert und wann erste Effekte sichtbar wurden

Sie seilen sich im Schutze der Nacht auf uns hinab, um uns aus acht seelenlosen Augen anzustarren und schießen aus dunklen Ritzen hervor, wenn wir es am wenigsten erwarten: Dieses Bild der perfiden, unberechenbaren Spinne hat mich mein Leben lang begleitet. Ich habe mich regelrecht terrorisiert gefühlt. Allein der Gedanke, ein Achtbeiner könnte sich im gleichen Raum befinden, hatte Schweißausbrüche und Panik zur Folge. Ich habe sogar zu Schulzeiten einen Videoabend bei Freunden abgebrochen und bin heimgefahren, weil eine Hauswinkelspinne durchs Wohnzimmer geschlichen ist.

Gleichzeitig wusste ich natürlich, dass eine Spinnenbegegnung in der Regel nicht zum frühzeitigen Tod führt. Aber trotz rationaler Erklärungen, wurde ich die Angst nicht los. Ganz im Gegenteil – sie wurde immer schlimmer. Bis ich eines Tages beschloss, etwas dagegen zu tun. Am Ende hat es lediglich sechs Therapiesitzungen à 45 Minuten gebraucht, meine Phobie loszuwerden. Eine Erfahrung, die meine Einstellung zu Ängsten grundlegend verändert hat.