Breite Schultern, definierte Bauchmuskeln, massive Oberarme – über Jahrzehnte galt dieses Ideal als Inbegriff des männlichen Fitnesskörpers. Doch in amerikanischen Fitnessstudios zeichnet sich inzwischen ein anderer Trend ab: Männer trainieren verstärkt Beine und Gesäßmuskeln. Was lange eher als typisches Frauen-Workout galt, wird zunehmend zum festen Bestandteil männlicher Trainingspläne.

Gesäßmuskeln als neues Fitnessziel

Dabei geht es längst nicht nur um Ästhetik, wie das „Wall Street Journal“ schreibt. Viele Männer interessierten sich zunehmend für Gesundheit, Mobilität und ein aktives Altern. Gerade die Gesäßmuskulatur gilt in der Sportmedizin als zentral für Stabilität, Beweglichkeit und Kraft im Alltag.

Dass der Fokus auf den Unterkörper kein Nischenthema mehr ist, zeigen auch die Entwicklungen in großen Fitnessketten. Das Luxusstudio Equinox meldet einen deutlichen Anstieg männlicher Teilnehmer in Kursen mit Schwerpunkt Gesäßtraining. Auch andere Anbieter berichten von wachsender Nachfrage nach entsprechenden Übungen und Geräten.

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Selbst prominente Fitnessstudios in Los Angeles und New York hätten inzwischen zusätzliche Maschinen angeschafft, weil Kunden gezielt danach fragten. Besonders beliebt seien Übungen wie Bulgarian Split Squats oder Romanian Deadlifts.

Einfluss von Social Media und Serien

Angetrieben wird der Trend auch durch soziale Medien und die Unterhaltungsbranche. Schauspieler und Models präsentieren zunehmend athletische Unterkörper statt ausschließlich definierter Oberkörper. Serien und Filme zeigen Männerkörper heute offensiver und körperbetonter als früher.

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Für viele junge Männer wird ein trainierter Unterkörper damit Teil eines modernen Schönheitsideals. Auf Plattformen wie TikTok oder Instagram verbreiten Fitness-Influencer spezielle Trainingsprogramme für Gesäßmuskeln. Übungen, die früher überwiegend Frauen empfohlen wurden, richten sich inzwischen zunehmend an männliche Zielgruppen.

Warum starke Gesäßmuskeln medizinisch sinnvoll sind

Experten betonen allerdings, dass hinter dem Trend mehr steckt als reine Optik. Der Gluteus – also die Gesäßmuskulatur – gehört zu den größten Muskelgruppen des Körpers und spielt eine entscheidende Rolle für Haltung, Gleichgewicht und Beweglichkeit.

Die Muskeln stabilisieren das Becken, entlasten Rücken und Knie und helfen beim Gehen, Treppensteigen oder Aufstehen. Werden sie zu wenig beansprucht, können andere Muskelgruppen überlastet werden. Fachleute sprechen teilweise sogar vom sogenannten „Dead Butt Syndrome“, das durch langes Sitzen begünstigt werden kann.

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Theresa Marko, Physiotherapeutin und Dozentin aus New York, betont laut „New York Times“ die Bedeutung starker Gesäßmuskeln besonders im Alter. Sie seien wichtig für ein selbstständiges Leben und alltägliche Bewegungen.

Schwache Muskeln können Folgen haben

Sind die Gesäßmuskeln zu schwach, kann das laut Experten zu Rücken- und Knieschmerzen führen. Auch Gleichgewicht und Gangbild können sich verschlechtern. Betroffene bewegen sich oft unsicherer und haben ein höheres Sturzrisiko.

Hinweise auf schwache Gesäßmuskeln können Schmerzen im unteren Rücken, Schwierigkeiten beim Treppensteigen oder Probleme beim Aufstehen aus dem Sitzen sein. Auch verspannte Oberschenkel oder Waden gelten als mögliche Warnzeichen.

Übungen für Kraft und Stabilität

Um die Muskulatur gezielt aufzubauen, empfehlen Fachleute vor allem funktionelle Übungen. Dazu zählen Kniebeugen, Hip Thrusts, Kreuzheben oder Step-ups auf eine Bank oder Treppenstufe. Entscheidend sei, dass die Muskeln gemeinsam mit Rücken, Beinen und Rumpf arbeiten.

Schon kleine Übungen im Alltag könnten helfen, die Stabilität zu verbessern – etwa seitliche Beinbewegungen im Stehen oder bewusstes Treppensteigen.