Marcel Schäder aus Halle (an der Saale) bezeichnet sich selbst als Philanthrop. Er engagiert sich ehrenamtlich und ist oft umgeben von vielen unterschiedlichen Menschen. Dennoch gibt es ein Gefühl, das ihn Zeit seines Lebens begleitet: Einsamkeit. „Ich kenne unfassbar viele Menschen, aber das heißt nicht, dass sie mir wirklich nahestehen“, erklärt der 44-Jährige. Dabei ist er häufig unterwegs, geht auf Festivals, schließt sich verschiedenen Gruppenaktivitäten an. „Es ist nicht so, dass ich allein bin. Und ich merke auch, dass andere mich mögen, aber das führt zu nichts. Ich kann von Menschen umgeben und trotzdem ein Zaungast sein.“

Die Distanz, die er anderen gegenüber verspürt, hat Folgen: Wirkliche Zugehörigkeit kennt er nicht, nimmt sich selbst eher als falsch wahr. „Ich habe auch keine Freunde. Und wenn ich ehrlich bin, fehlt mir das manchmal sehr.“ Mittlerweile weiß Marcel, dass seine Vergangenheit unmittelbar mit seinem Einsamkeitsgefühl zu tun hat. Welche Umstände ihn geprägt haben und was Psychologin Anke Precht Menschen ohne echte Freundschaften rät.

Einsamkeit: Als die beste Freundin stirbt, bricht Marcels Welt zusammen