Beziehungen sind so verschieden wie die Menschen, die sie führen. Manche geben Halt, andere kosten Kraft. Und manche werden mit der Zeit toxisch – geprägt von Kontrolle, Abwertung und Abhängigkeit. Einen offiziellen medizinischen Diagnosebegriff gibt es dafür nicht. „Eine Beziehung wird toxisch, wenn es ein dauerhaft schädliches Beziehungsmuster gibt, welches das psychische und physische Wohlbefinden der einen Beziehungsperson systematisch untergräbt“, erklärt Psychotherapeutin und Diplom-Psychologin Lisa Zimmermann. Heißt: Ein Partner wird kleingemacht, verunsichert oder kontrolliert – während der andere bestimmt, was richtig, übertrieben oder angeblich gar nicht so gemeint ist.
Wer in solchen Beziehungen bleibt, wird noch immer schnell mit alten Klischees betrachtet – vor allem Frauen. Zimmermann hält das für zu einfach. Zwar suchten deutlich mehr Frauen wegen toxischer Beziehungserfahrungen ihre Praxis auf, sagt sie. Doch die Ursachen seien wesentlich komplexer, als den meisten bewusst sei. Sie erklärt, welche Faktoren dabei besonders entscheidend sind und warum Männer bei der Thematik oft übersehen werden.
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