Wenn unerwartet das Telefon klingelt und der angebliche „Enkel“ vorgibt, er stecke in der Klemme und benötige rasch Geld, dann kann das ältere Menschen überrumpeln. Ob Schockanrufe mit dem Enkeltrick, E-Mails und SMS mit falschen Gewinnversprechen oder romantisch klingende Nachrichten über WhatsApp: Täter und Täterinnen nehmen häufig gezielt auch pflegebedürftige Ältere ins Visier, um an deren Geld, Wertgegenstände oder Kontodaten zu gelangen. Die Mittel: Täuschung, Drohung, Vertrauen ausnutzen. Wer gesundheitlich angeschlagen, geistig überfordert oder schlicht ängstlich und auf andere angewiesen ist, bildet für Böswillige ein leichtes Ziel.
Finanzielle Ausbeutung kann jedoch genauso von vertrauten Menschen aus dem engsten Umfeld ausgehen. Da wird über den Kopf des Pflegebedürftigen hinweg über finanzielle Ausgaben bestimmt. Ausgestellte Vollmachten werden für eigene Zwecke missbraucht. Oder aber die ältere Person wird mit psychologischem Druck zu Geschenken überredet, die sie gar nicht vorhatte. Egal von welcher Seite der Missbrauch ausgeht: Werden Pflegebedürftige ausgenommen, kann sie das gesundheitlich schädigen, sozial isolieren oder schlimmstenfalls direkt in den Ruin führen. Die Gefahr der finanziellen Ausbeutung macht vielen pflegenden Angehörigen zu schaffen, ein Teil hat zudem schon eigene schlimme Erfahrungen hinter sich, wie aus der jüngsten Studie des Zentrums für Qualität in der Pflege (ZQP) hervorgeht.
Daniela Sulmann, Pflegeexpertin und Geschäftsleiterin im ZQP, erklärt, wie Angehörige von Pflegebedürftigen mit ihnen über das Thema Geld sprechen können, welche Warnzeichen auf finanzielle Ausbeutung im Umfeld hindeuten und wie man kriminellen Übergriffen vorbeugen kann.






