Unerwartete Ausgaben treffen viele Haushalte hart: Das Auto fällt aus, die Waschmaschine gibt den Geist auf oder eine Tierarztrechnung sprengt das Monatsbudget. Und die Haushaltskasse war dank Weihnachten ohnehin schon nur noch spärlich gefüllt. In solchen Situationen rutschen Menschen schnell in den Dispo, also bei ihrem Girokonto ins Minus. Das kostet bei fast allen Banken sofort üppige Zinsen. Die gute Nachricht für Verbraucherinnen und Verbraucher: Es gibt bessere Alternativen – und der Geldratgeber Finanztip erklärt sie verständlich.

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Wer kurzfristig Geld braucht, sollte zuerst prüfen, ob im privaten Umfeld Hilfe möglich ist. Familie und Freunde sind häufig die besseren Geldgeber als Banken. Oft verlangen sie keine Zinsen oder zumindest nur niedrige. Gerade im privaten Umfeld sollte ein Kredit aber unabhängig vom Vertrauensverhältnis nicht einfach per Handschlag geregelt werden. Ohne klare Absprachen sind spätere Konflikte fast vorprogrammiert. Die Höhe der Zinsen, die vereinbarte Laufzeit und die Höhe der einzelnen Raten gehören in einen einfachen schriftlichen Vertrag – so wissen beide Seiten, woran sie sind und die Vereinbarung lässt sich später jederzeit nachlesen.
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Konto im Minus: Rahmenkredit besser als teurer Dispo
Wenn geliehenes Geld aus dem privaten Umfeld nicht infrage kommt, dann ist ein Rahmenkredit in vielen Fällen günstiger als der teure Dispokredit. Er ist ähnlich flexibel wie ein Dispo: Das Geld steht dauerhaft bereit, Zinsen fallen nur für den tatsächlich genutzten Betrag an. Aber: Er ist oft günstiger. Verbraucher können mit einem Zins um die acht Prozent rechnen. Der Dispo wird dagegen oft mit zehn Prozent und höher verzinst, selbst 14 Prozent sind möglich.
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Rahmenkredite sind also in Notfällen die günstigere Variante. Sie können zudem als ständige Geldreserve für Notfälle dienen:
- Der Vertrag ist abgeschlossen,
- das Konto bleibt im Plus,
- und nur im Ernstfall wird die Kreditlinie genutzt.
Dann funktioniert der Rahmenkredit wie ein etwas preiswerterer Dispo, der nicht an das Girokonto gebunden ist. Voraussetzung: Der Zinssatz beim Rahmenkredit ist tatsächlich niedriger als der Dispo-Zins des bestehenden Kontos.
Rahmenkredit: Finanztip erklärt das Wichtigste
Beim Rahmenkredit räumt die Bank dem Kunden einen festen Kreditrahmen ein – zum Beispiel zwischen 5000 und 25.000 Euro. Innerhalb dieses Rahmens lässt sich Geld abrufen, zurückzahlen und bei Bedarf wieder abrufen. Es ist nicht nötig, den kompletten Rahmen auszuschöpfen oder den Kredit in einem Rutsch zu tilgen. Zinsen fallen nur auf die tatsächlich in Anspruch genommene Summe an.
Anders als der Dispo ist der Rahmenkredit nicht an das Girokonto gebunden. Kunden können ihn bei einer anderen Bank als der Hausbank beantragen und den benötigten Betrag von dort auf ihr Konto überweisen. Die Rückzahlung läuft je nach Anbieter über feste Mindestraten oder sehr flexible Vereinbarungen. Zusätzlich dürfen Kunden jederzeit zusätzlich tilgen oder den offenen Betrag ganz zurückführen. Der Zinssatz ist variabel und orientiert sich an einem Referenzzins wie dem Leitzins der Europäischen Zentralbank. Sinkt dieser, kann der Rahmenkredit günstiger werden – steigt er, erhöhen sich die Kosten.
Dispo nur als teure Notlösung
Bekannter als der Rahmenkredit ist der Dispokredit. Er gehört fest zum Girokonto und lässt sich spontan nutzen, wenn das Konto ins Minus rutscht. Das ist bequem, aber auch teuer: Die Zinsen liegen oft über denen anderer Kreditarten. Und wer dieses vereinbarte Limit sogar noch überzieht, zahlt bei einigen Banken noch höhere Zinsen.
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Hinzu kommt: Die Bank kann den Dispo von sich aus kürzen oder ganz streichen. Fällt der Dispokredit plötzlich weg, stehen im Zweifel wichtige Abbuchungen wie Miete oder Stromrechnung ohne Deckung da.
Schulden: So behalten Sie Ihr Geld im Griff
Wer Disposchulden mit sehr hohen Zinsen hat, auch für den kann ein Rahmenkredit in Betracht kommen: Er kann diese über den Rahmenkredit ablösen und so die Belastung reduzieren. Das gilt genauso für andere teure Schulden, beispielsweise auf Kreditkarten. Wichtig ist allerdings, den Rahmenkredit danach konsequent zurückzuzahlen – sonst werden lediglich Schulden verschoben. Für sehr hohe Summen oder eine langfristige Finanzierung ist ein klassischer Ratenkredit in der Regel besser geeignet. Dort sind die Zinsen meist niedriger, und die feste Laufzeit sorgt für eine klare Planung.
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Ob Dispo, Rahmen- oder Ratenkredit – ein Dauerminus ist immer ein klares Warnsignal. Wer über längere Zeit finanziell im roten Bereich bleibt, sollte seine Einnahmen und Ausgaben genau durchgehen und prüfen, wo sich Kosten senken lassen. Helfen die eigenen Maßnahmen nicht weiter und eine Rückzahlung rückt in die Ferne, ist es Zeit, sich Hilfe über eine Schuldnerberatung zu holen.
Wichtig ist, Schulden nicht aufzuschieben: Je länger Zahlungen ausstehen, desto schwerer wird der Weg zurück in die schwarzen Zahlen. Feste Tilgungsraten beim Rahmenkredit und eine klare Haushaltsplanung sind deshalb entscheidend, damit die flexible Geldreserve nicht zum Dauerproblem wird.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.









