Fencheltee gilt als Hausmittel bei Bauchschmerzen, Blähungen, Husten oder Erkältungen, da er krampflösend, schleimlösend und verdauungsfördernd wirkt. Doch nun warnt die Verbraucherzentrale: Während Fenchel als Gemüse unbedenklich ist, kann der beliebte Tee potenziell krebserregend wirken.
Fencheltee: Estragol birgt laut Experten potenzielles Gesundheitsrisiko
Grund dafür ist das im Fencheltee enthaltene Estragol – ein natürlicher Aromastoff, der auch in anderen Kräutern wie Anis, Estragon oder Basilikum vorkommt. Und obwohl Estragol für die vielen positiven Wirkungen von Fencheltee verantwortlich ist, kann er für einige Menschen ziemlich gefährlich werden.
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Schon 2001 hat der Wissenschaftliche Ausschuss der EU-Kommission SCF Estragol als erbgutverändernde Substanz eingestuft. Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) befassten sich 2022 mit dem Thema. Das Ergebnis: Eine sichere Aufnahmemenge für Estragol lässt sich derzeit nicht festlegen. Klar ist also, dass Fencheltee ein Gesundheitsrisiko darstellen kann.
Experten raten Kleinkindern und Schwangeren vom Konsum ab
Laut EMA und Apothekenkammern sollten vor allem Säuglinge und Kleinkinder unter 4 Jahren Fencheltee und Fenchelhonig meiden. Auch schwangere und stillende Frauen sollten, wenn möglich, auf fenchelhaltige Nahrungsmittel verzichten – das Estragol könnte an das ungeborene Kind oder über die Muttermilch weitergegeben werden. Selbst für Erwachsene ist es ratsam, ihren Fencheltee-Konsum weitestgehend zu reduzieren. Eine neue Sicherheitsbewertung soll bereits Anfang 2026 vorliegen.
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Wer nicht auf Fencheltee verzichten möchte, sollte folgende Dinge beachten:
- Teebeutel nicht ausdrücken: So gelangt weniger Estragol in den Tee
- Tee aus ganzen Fenchelsamen trinken: Dieser enthält meist weniger Estragol als Tee aus geschnittenem Fenchel
- Zubereitungszeit begrenzen: Den Tee nicht zu lange ziehen lassen (maximal 5 bis 8 Minuten)
- Abwechslung reinbringen: Man sollte Kräutertees regelmäßig variieren, um eine einseitige Belastung zu vermeiden
Da Hersteller bislang keine Angaben zum Fenchelanteil in Nahrungsmitteln machen müssen, heißt die Empfehlung der Verbraucherzentrale weiterhin: Keine Fenchelprodukte für Kinder unter 4 Jahren und für Erwachsene lediglich in Maßen erfolgen.
lcz






