Für 20 Euro bekommt man vier Kaffees in der Deutschen Bahn, drei Döner, zwei Flaschen Wein – oder im besten Fall die Chance auf ein neues Leben. Denn für rund 20 Euro Aufpreis kann sich jeder beim Arzt oder der Ärztin über das Labor einen möglicherweise lebenswichtigen Blutwert bestimmen lassen: Lipoprotein(a). Der Wert ist nicht im großen Blutbild enthalten, das die Krankenkasse zahlt. Dabei bedeutet ein erhöhter Lp(a)-Wert ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall schon in jüngeren Jahren. Das Risiko wird überwiegend vererbt und Symptome sind nicht spürbar.
„Lipoprotein(a) ist in der Breite noch nicht stark genug angekommen“, warnt der Kardiologe und Internist Prof. Dr. Ulf Landmesser im Gespräch mit dieser Redaktion. Er ist stellvertretender Ärztlicher Direktor des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) und Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin am Campus Benjamin Franklin in Berlin.
Dabei sprechen mindestens zwei Gründe für eine erhöhte Alarmbereitschaft: Erstens haben je nach Schätzung deutschlandweit zwischen zehn und 20 Prozent der Bevölkerung einen Wert, „wo man sagen würde, da müsste man etwas tun“, sagt Landmesser. Zweitens verlaufen Herzinfarkt oder Schlaganfall in vielen Fällen schon beim ersten Mal tödlich. Erst abwarten und danach handeln, kann zu spät sein. Wer seinen Wert unbedingt wissen sollte und welche Therapien es gibt, erklärt der Kardiologe hier.






