Torsten Sträter, ein bekannter deutscher Komiker, hat nun seine Tumor-Diagnose öffentlich gemacht. Sträter musste zuletzt etliche Auftritte absagen und entschied sich nun bewusst für Offenheit, auch um Spekulationen über eine mögliche erneute schwere Depression zu vermeiden. „Dummerweise ist es stattdessen ein Tumor“, schreibt er auf seiner Homepage. „Meine gesundheitlichen Probleme sind also eher physischer Natur.“ Um welche Erkrankung es sich genau handelt, dazu sagte er nichts – nur, dass ihm durch die Behandlung sein „kompletter Bart auf den Pullover rieselte“.

Für viele ist der offene Umgang von Prominenten mit der Krankheit, so wie jüngst auch von Thomas Gottschalk, ein inspirierender Schritt. Doch wie offen sollten Betroffene über ihre Krebsdiagnose sprechen? Und welchen Einfluss hat die Kommunikation dieser Lebenskrise auf die Patientinnen und Patienten selbst, aber auch auf das soziale Umfeld? Antworten auf die wichtigsten Fragen hat die renommierte Psychoonkologin Prof. Dr. Anja Mehnert-Theuerkauf vom Universitätsklinikum Leipzig. Die Psychologin beschäftigt sich seit Jahren nicht nur mit den psychologischen Auswirkungen von Krebserkrankungen, sondern auch mit der Frage, wie Betroffene und ihre Angehörigen den richtigen Weg durch diese herausfordernde Zeit finden.

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„Heute sehen wir fast das Gegenteil vom Tabu von einst“, erklärt Mehnert-Theuerkauf. Der öffentliche Umgang von Prominenten mit einer Krebsdiagnose biete eine Plattform, die viele Menschen erreicht und eine Normalisierung fördern kann. „Bereits Prominente wie Hildegard Knef oder Lance Armstrong haben gezeigt, dass Offenheit Türen öffnen kann – Menschen fühlen sich dadurch weniger allein“, meint Mehnert-Theuerkauf. Dennoch warnt sie vor der Gefahr der Heroisierung: „Krebspatienten werden zu Helden erklärt, doch das ist nicht die Realität. Krebs bedeutet immer auch Leid und Schmerz – und das sollte nicht weggedrängt werden.“