Als Mathleen ihren ehemaligen Partner kennenlernt, erkennt sie an ihm nichts Bedrohliches. „Ich fand gut, dass er so selbstbewusst war“, sagt die 32-Jährige rückblickend. „Ich dachte, man kann seinem Wort vertrauen, weil er Prinzipien hat und hinter diesen steht.“ Er scheint sich ehrlich für sie zu interessieren, will am liebsten alles über ihre Vergangenheit wissen – vor allem über frühere Männer. Doch dabei stellt er Mathleens Wahrnehmung infrage. „Er hat gesagt: ‚Nein, das stimmt nicht, das glaube ich dir nicht‘“, erinnert sie sich. Immer wieder erklärt er, was ihre „eigentliche Motivation“ gewesen sei oder was sie „in Wahrheit“ gefühlt habe. Mathleens Version der Geschichte zählt nicht.

Was sie erlebt hat, bezeichnen Psychologinnen und Psychologen als eine Form von Gaslighting: Gefühle würden abgewertet, die Realität verdreht, Schuld umgedreht. Mathleen heißt eigentlich anders, über ihre vergangene Beziehung möchte sie nur anonym sprechen. Doch sie hat es geschafft, sich daraus zu befreien und den Teufelskreis zu durchbrechen. Wie ihr das gelang und was ein Paartherapeut Menschen wie ihr rät, lesen Sie hier.

Gaslighting im Alltag: „Er sagte, ich hätte den Mann angeschaut“