Der Heizölpreis bewegt sich zum Beginn der Heizsaison bei etwa 90 Cent pro Liter. Dass der Preis aus saisonalen Gründen jetzt besonders hoch ist, ist ein Mythos. Vielmehr hängt der Heizölpreis von geopolitischen Ereignissen, der weltweiten Nachfrage nach Rohöl und Wechselkursschwankungen ab.

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Wichtiger als der Kalender ist deshalb der Blick auf die Angebote selbst. Denn nicht nur die Marktbewegungen treiben die Preise, auch Unterschiede zwischen Anbietern und Zusatzkosten spielen eine große Rolle. Hier setzen die drei entscheidenden Stellschrauben an.

Heizöl kaufen: Finanztip empfiehlt zwei Portale für Preisvergleich

Trotz großer Preisunterschiede erfolgen laut Angaben des Verbands für Energiehandel Südwest-Mitte rund drei Viertel der Heizölbestellungen weiterhin direkt beim Händler – womöglich ohne vorherigen Preisvergleich. Finanztip hat untersucht, dass dieser Verzicht teuer werden kann: In einer Analyse von zehn Musterhaushalten auf der Plattform Heizoel24 betrug die Differenz zwischen günstigstem und teuerstem Angebot bis zu 1000 Euro.

Ausschlaggebend sind sowohl regionale Unterschiede als auch die Preissetzung der Anbieter. Vor jeder Bestellung ist es deswegen ratsam, mindestens ein Online-Vergleichsportal zu nutzen. So bekommt man ein Gefühl für die Preisspanne und findet den günstigsten Preis. Finanztip empfiehlt nach einem Test von Vergleichsportalen die folgenden zwei Anbieter:

  • Esyoil
  • Heizoel24

Aber: Ein Vergleich auf nur einer Plattform zeigt nicht immer das vollständige Bild. Manche Händler sind nur auf einem Portal vertreten, und selbst identische Abfragen können sich preislich unterscheiden. Deshalb empfiehlt es sich, die Abfrage parallel auf mehreren Portalen durchzuführen. Dafür genügen Postleitzahl und gewünschte Liefermenge.

Kosten für Heizöl senken: Lieferzeitpunkt wichtig

Neben dem Anbieter spielt auch der Lieferzeitpunkt eine Rolle. Wer ein enges Zeitfenster oder bestimmte Wunschtermine wählt, zahlt deutlich mehr. Die Experten von Finanztip haben ermittelt, dass Zeitfenster nach 16 Uhr im Durchschnitt rund fünf Prozent teurer sind. Ein Beispiel aus Bad Lobenstein in Thüringen macht das deutlich: Eine 1500-Liter-Bestellung kostete dort rund 120 Euro mehr, nur weil der Musterhaushalt eine späte Lieferung wählte.

Heizöl
Ein Mitarbeiter eines Diesel- und Heizöl-Unternehmens verbindet einen Schlauch mit Zapfpistole an einen Füllstutzen für die Heizöllieferung an einen Kunden in einem Einfamilienhaus. © picture alliance/dpa | Christian Charisius

Am günstigsten bleibt die ganztägige Zustellung, die den Händlern Spielraum bei der Tourenplanung lässt. Wer dennoch ein kurzes Zeitfenster benötigt, fährt morgens am besten: Bei einer Lieferung bis 9 Uhr betrug der Aufpreis im Schnitt lediglich zwei Prozent. Viele unterschätzen diesen Faktor und zahlen drauf.

Kostenfalle: Ratenzahlung beim Heizöl vermeiden

Dass Ratenkäufe teurer sind, ist bekannt – ob Smartphone, Kühlschrank oder Auto. Auch beim Heizöl verteuert die Ratenzahlung den Einkauf spürbar: Die Finanztip-Analyse hat ergeben, dass eine zwölfmonatige Ratenzahlung im Schnitt zu rund zehn Prozent Mehrkosten führt.

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In Hemslingen (Niedersachsen) zahlte ein Musterkunde für 3000 Liter mit zwölf Monatsraten 267 Euro mehr als bei Zahlung per Rechnung. Wer es sich leisten kann, sollte deshalb auf Raten verzichten oder höchstens eine sechsmonatige Variante wählen. Am günstigsten ist oft die Zahlung per EC-Karte – vorausgesetzt, das Limit ist ausreichend. Barzahlung und Vorkasse hingegen sind laut Finanztip nicht empfehlenswert.

Achtung vor Betrügern: Typische Maschen erkennen

Beim Heizölkauf im Internet sind nicht alle Anbieter seriös. Immer wieder tauchen Plattformen auf, die mit extrem niedrigen Preisen locken, jedoch weder ein vollständiges Impressum noch sichere Zahlungsmethoden bieten. Besonders riskant sind Angebote, die ausschließlich Vorkasse verlangen. Finanztip rät, diese Warnsignale ernst zu nehmen und auf sichere Zahlungsarten wie Rechnung oder EC-Karte zu setzen. Ein kurzer Blick auf die Anbieterangaben kann davor bewahren, Geld zu verlieren und keine Lieferung zu erhalten.

Sollte man Heizöl jetzt kaufen - oder damit lieber warten? Diese Analyse gibt eine klare Antwort

Heizöl bleibt ein Kostenblock, der sich nicht vollständig kontrollieren lässt. Doch mit bewusst gesetzten Filtern auf den Vergleichsportalen und einer überlegten Wahl der Zahlweise können Haushalte mehrere Hundert Euro sparen. Finanztip rät daher, die Bestellung nicht dem Zufall zu überlassen, sondern Vergleichsportale gezielt einzusetzen. Die Unterschiede zwischen den Angeboten sind größer, als viele vermuten – ein geringer Aufwand, der sich auszahlt.

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Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Deutschlands führender Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der gemeinnützigen Finanztip-Stiftung.