Es ist eine medizinische Sensation, die chinesischen Chirurgen gelungen ist: Erstmals ist einem Menschen eine Schweinelunge transplantiert worden. Bei dem Patienten handelte es sich um einen 39 Jahre alten Chinesen, der als hirntot galt. Sechszehn Tage vor der Operation hatte er eine Hirnblutung erlitten.

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Hirntote sind in der Medizin geeignete Organspender, da zwar ihr Gehirn zerstört ist, ihr Körper und die Organe aber weiterhin funktionieren. Auch als Empfänger für Tierorgane zu Forschungszwecken – wie in diesem Fall – kommen Hirntote infrage. Die Transplantation der Schweinelunge, in Fachkreisen als Schweine-zu-Mensch-Lungen-Xenotransplantation bezeichnet, erfolgte im Rahmen eines Experiments, dem die Angehörigen des Hirntoten zugestimmt hatten.
Erste Transplantation von Schweinelunge an Menschen gelungen
Das Forschungsteam aus dem chinesischen Guangzhou hat die Lungentransplantation bereits am 15. Mai 2024 durchgeführt. Dabei wurde die Lunge eines an sechs Genen veränderten Schweins eingesetzt. Solche Genveränderungen sind nötig, um die Wahrscheinlichkeit, dass das Organ abgestoßen wird, zu verringern.
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Wie es in dem Journal „Nature Medicine“ von dem Forschungsteam heißt, blieb die Schweinelunge während der 216 Stunden (neun Tage) andauernden Überwachungsphase nach der Operation lebens- und funktionsfähig. Etwa 24 Stunden nach der Transplantation schwoll das Organ jedoch an.
Es zeigte Hinweise darauf, dass es nicht richtig arbeiten konnte. Laut dem Forschungsteam ähnelte das Ödem einer „primären Transplantatdysfunktion“. Grund dafür könnte sein, dass das Organ beim Transplantationsprozess nicht genug Sauerstoff erhalten hatte oder durch die Wiederdurchblutung beschädigt wurde.
Schweinelunge erstmals transplantiert – nach neun Tagen brechen Verwandte das Experiment ab
Zwischen dem dritten und sechsten Tag bildete der Körper des Organempfängers Antikörper gegen die Schweinelunge – eine Form von Abstoßungsreaktion, die jedoch bei Organtransplantationen üblich ist. Durch eine Kombination aus verschiedenen Medikamenten, sogenannten Immunsuppressiva, gelang es dem Forschungsteam, das Organ zu stabilisieren. Auf Wunsch der Angehörigen des Patienten wurde das Experiment an Tag neun jedoch abgebrochen.
„Obwohl diese Studie die Durchführbarkeit einer Xenotransplantation von Schweine- zu menschlichen Lungen belegt, bestehen weiterhin erhebliche Herausforderungen in Bezug auf Organabstoßung und Infektion, sodass weitere präklinische Studien erforderlich sind, bevor dieses Verfahren klinisch umgesetzt werden kann“, ist das Fazit der Forschungsgruppe.
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Trotzdem könnte das Experiment die Wissenschaft vorantreiben. Forschende hatten bislang lediglich mit tierischen Organen wie Herz, Leber oder Niere geforscht. Die Transplantation einer Lunge gilt als komplexer: Sie ist anfällig für Abstoßung, Entzündung und Infektion.
Auch deutsche Experten äußerten sich positiv über das Projekt. „Das Ergebnis ist von großer Bedeutung. Es zeigt, dass eine xenogene Lungentransplantation technisch möglich ist“, sagte der Xenotransplantationsexperte Konrad Fischer von der TU München dem Science Media Center. Die sogenannte Xenotransplantation, also das Einsetzen von Tierorganen, könnte dem weltweiten Engpass an Spenderorganen entgegensteuern.
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Laut Fischer ist das Experiment ein Hinweis darauf, „dass eine realistische Perspektive für zukünftige Schweinelungen als Spenderorgane besteht.“ In der Vergangenheit sind im Rahmen von Studien bereits Schweineherzen und -nieren an Menschen transplantiert worden.












