Als der kleine Janosz im Oktober vergangenen Jahres in das Herzzentrum der Berliner Charité eingeliefert wurde, standen seine Chancen schlecht: Die Ärzte diagnostizierten eine „Dilatative Kardiomyopathie“, eine Krankheit, die nach Angaben des Krankenhauses unheilbar und lebensbedrohlich ist. Es musste ein Spenderherz her, das für diese Altersgruppe nur schwer zu beschaffen ist. Laut dem Herzzentrum hätten sich die Eltern des damals sieben Monate alten Babys auf eine Wartezeit von Monaten oder sogar Jahren einstellen müssen.

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Die Ärzte entschieden sich also für einen ungewöhnlichen Schritt – an dessen Ende wohl ein Happy End steht. Denn nur vier Monate nach seiner Einlieferung bekam der Säugling ein Herz, das mit seiner Blutgruppe eigentlich inkompatibel ist. Dennoch verlief die Transplantation „ohne Komplikationen“, sodass das Baby mittlerweile wohlauf wieder zuhause ist.

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Herz mit falscher Blutgruppe: Warum das möglich ist

Die Transplantation eines Spenderherzens mit falscher Blutgruppe wäre bei Erwachsenen und älteren Kindern ein „fataler Fehler“, so das Herzzentrum. Das Immunsystem würde das Herz als fremd einstufen und abstoßen. Da allerdings bei Kindern unter zwei Jahren das Immunsystem noch nicht ausgeprägt sei, könne unter bestimmten Umständen auch ein Organ mit anderer Blutgruppe transplantiert werden.

Der einjährige Janosz mit Prof. Dr. Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie am DHZC (links) und seinen Eltern
Der einjährige Janosz mit Prof. Dr. Felix Berger und seinen Eltern.© Deutsches Herzzentrum der Charité | Deutsches Herzzentrum der Charité

Dem Eingriff geht allerdings eine intensive Vorbereitung voraus. Denn zunächst müsse analysiert werden, wie hoch die Konzentration der Antikörper im Blut des Patienten sei. Diese werde während der Wartezeit konstant gemessen. Letztlich sei die Transplantation eines inkompatiblen Organs aber auch bei einer erhöhten Konzentration möglich, da diese durch einen speziellen Filter aussortiert werden könnten.

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„Die Erweiterung des Spenderpools bedeutet mehr verfügbare Herzen für sehr kleine Kinder, eine deutliche Verkürzung der Wartezeit und damit eine Reduktion der Sterblichkeit auf der Warteliste“, sagte Felix Berger, Direktor der Klinik für Angeborene Herzfehler. Das Verfahren stamme aus Kanada und sei bereits bei mehr als hundert Kindern erfolgreich angewendet worden. Es gebe sogar Hinweise darauf, dass Organe mit falscher Blutgruppe bei Babys langfristig besser angenommen werden, heißt es vom Herzzentrum.

daw