Wenn am Arbeitsplatz oder in der Bahn jeder zweite schnieft und hustet, wird schnell die Klimaanlage dafür verantwortlich. Zu kalt, zu trocken, zu zugig – gerade im Büro wird die richtige Einstellung schnell zum Streitthema. Dass in klimatisierten Gebäuden deutlich mehr Menschen von gesundheitlichen Beschwerden berichten als in Gebäuden ohne Klimaanlagen, ist keinesfalls Einbildung. Das zeigt unter anderem die Forschung von Prof. Dennis Nowak, Direktor des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin an der LMU München.

Das Phänomen hat sogar einen Namen: „Sick-Building-Syndrome“. Machen Klimaanlagen also wirklich krank? Oder liegt es nur an der falschen Einstellung? Und wie geht es richtig? Die wichtigsten Tipps im Umgang mit Klimaanlagen – ob im Büro, zu Hause, im Auto oder im Hotel – erklärt Prof. Nowak hier.

Krank durch Klimaanlage: Arzt erklärt Beschwerden – und warnt vor falschem Verdacht

„Warum in Gebäuden mit Klimaanlagen mehr Menschen über Beschwerden klagen, ist bislang nicht eindeutig geklärt“, so der Umweltmediziner. „Die Klimatechniker sagen: Alles ist perfekt. Die Menschen im Büro aber klagen: Mir jucken die Augen, meine Schleimhäute sind trocken, ich habe Kopfschmerzen, ich fühle mich unwohl.“ So beschreibt Nowak das sogenannte „Sick-Building-Syndrom“. Seit Jahren beobachten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem bei Büroangestellten unspezifische Erkrankungen oder Symptome, die während des Aufenthalts am Arbeitsplatz auftreten.